Technologie

Datenschutzstreit um DeepSeek: Deutschland will China-KI aus App-Stores verbannen

Die chinesische KI-App DeepSeek steht in Deutschland unter Druck. Wegen schwerwiegender Datenschutzbedenken fordert die Bundesdatenschutzbeauftragte ein Verbot in den App-Stores. Auch international wächst der Widerstand – während DeepSeek technologisch für Furore sorgt, bleibt der Umgang mit Nutzerdaten hoch umstritten.
14.07.2025 15:23
Lesezeit: 1 min

Die chinesische KI-Anwendung DeepSeek soll nach dem Willen der Bundesdatenschutzbeauftragten Louisa Specht-Riemenschneider wegen Verstößen gegen europäisches Recht in Deutschland aus den App-Stores fliegen. "China hat kein Datenschutzniveau, das unserer Datenschutz-Grundverordnung entspricht", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daher seien Datenabflüsse nach China "äußerst kritisch".

Specht-Riemenschneider: Datenschutz ist kein Innovationskiller

Kritik, Datenschutz werde zum Innovationshemmnis, wollte Specht-Riemenschneider nicht gelten lassen. "Datenschutz ist Vertrauensgarant. Das kann sogar ein Standortvorteil sein", sagte die Bundesdatenschutzbeauftragte. "Was Innovation hemmt, ist Rechtsunsicherheit im Markt. Und die rührt auch von einem Wildwuchs in der Digitalgesetzgebung her." Gebraucht werde eine besser aufeinander abgestimmte Digitalgesetzgebung in Europa mit klaren Regeln auch für den Datenschutz, sagte Specht-Riemenschneider.

Weltweiter Gegenwind für DeepSeek

Behörden in Südkorea, Italien, Taiwan und Australien sind bereits gegen DeepSeek vorgegangen. Die italienische Datenschutzbehörde leitete eine Untersuchung ein, um zu prüfen, ob die App gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstößt. In den USA gibt es kein landesweites Verbot, jedoch haben mehrere Bundesbehörden wie die Nasa und das Verteidigungsministerium ihren Mitarbeitern die Nutzung der App untersagt.

DeepSeek sorgt für Aufsehen – auch technologisch

Technisch ist DeepSeek beachtlich: Die Open-Source-KI liefert teils bessere Ergebnisse als US-Rivalen wie OpenAI, Google oder Meta. Zugleich hat die Entwicklung des Programms nach Angaben von DeepSeek nur einen Bruchteil dessen gekostet, was etwa OpenAI in ChatGPT investiert hat.

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