Die Unsicherheit wegen Griechenland und der Kursturbulenzen in China hat dem Ölpreis am Montag zugesetzt. Die führende Nordseesorte Brent verlor rund zwei Prozent auf 59,04 Dollar je Barrel. US-Leichtöl der Sorte WTI gab vier Prozent auf 54,67 Dollar ab und lag damit so niedrig wie seit Mitte April nicht mehr.
Anleger scheuten das Risiko nach dem klaren „Nein“ der griechischen Bevölkerung zu weiteren Sparmaßnahmen. Der Euro wertete im Zuge dessen weiter ab, was dem US-Dollar einen Vorteil verschaffte. Ein starker Dollar macht wiederum in der US-Devise notierte Rohstoffe für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer.
Die Stützungsversuche der chinesischen Regierung für die heimischen Börsen machten Rohstoff-Anleger zusätzlich nervös. Die 21 größten Börsenmakler des Riesenreichs hatten am Samstag angekündigt, zur Stützung des Handels gemeinsam umgerechnet mindestens 17,3 Milliarden Euro in Wertpapiere zu investieren, um den Kurssturz von rund 30 Prozent seit Mitte Juni aufzuhalten.
Daneben belastete laut Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg das weiterhin bestehende Überangebot auf dem Ölmarkt. Denn die OPEC produziere aktuell soviel Öl wie zuletzt vor drei Jahren, zudem stiegen die Lagerbestände in den USA wieder an. Bei einer Einigung in den Atomverhandlungen mit dem Iran am Dienstag könnte Weinberg zufolge noch im Laufe des zweiten Halbjahres zusätzliches Rohöl aus dem Iran an den Markt gelangen. „Wir sehen daher weiteres Abwärtspotenzial für die Ölpreise in dieser Woche.“