Technologie

Stabiler als Asphalt: Straßen aus Plastik-Müll

Ein Bauunternehmer aus den Niederlanden will Straßen aus Kunststoff herstellen. Der Bodenbelag soll stabiler, leichter und günstiger sein als heutiger Asphalt. Als Rohstoff soll der Plastik-Müll aus den Ozeanen wiederverwendet werden.
21.07.2015 12:35
Lesezeit: 1 min
Stabiler als Asphalt: Straßen aus Plastik-Müll
Die hohlen Plastik-Straßen sind günstiger als Asphalt, bieten Platz für Rohre und Kabel und halten zudem mehr aus. (Foto: Volker Wessels)

Ein Niederländer hat ein günstiges und klimafreundliches Konzept für die Straßen der Zukunft vorgestellt, bei dem Asphalt, Schlaglöcher und Verkehrslärm der Vergangenheit angehören.

Die Idee des Projekts „Plastic Road“ stammt von Volker Wessels. Ihm zufolge hat das Material nicht nur wegen des Klimafaktors viele Vorteile gegenüber heutigen Asphalt-Straßen. Es ist demnach äußert leicht, braucht nur einen Bruchteil der Bauzeit und Kosten, hält dafür dreimal so lange und verursacht praktisch keine Instandhaltungskosten. Das liegt daran, dass unter den leichteren Kunststoff kein aufwendiges Fundament gelegt werden muss. Zudem hält der Kunststoff extreme Temperaturen von minus 40 bis plus 80 Grad Celsius viel besser aus ohne zu reißen – Schlaglöcher sollen so der Vergangenheit angehören. Sogar Straßenlärm würde reduziert, das das Plastik den Schall besser dämpft als Asphalt.

Die Kunststoffstraßen böten noch weitere Vorteile: Wessel will aus dem Plastikmüll kastenförmige Bodenplatten formen, die innen hohl sind, So könnten Rohre und Kabel darin unkompliziert verlegt und das Regenwasser abgeleitet werden. Bei Bedarf könnten sogar Sensoren für Verkehrsdatenmessungen oder Nano-Generatoren eingebaut werden, die die Vibration der Straße durch darüberfahrende Autos wieder in Strom umwandeln – beim so genannten Energy Harvesting würde so die Energie quasi ebenfalls „recycelt“.

Die Plastik-Rohstoffe will Wessel komplett aus Recycling-Material gewinnen. So sei etwa eine Kooperation mit dem Project Ocean Cleanup geplant, das Plastik-Müll mit Filter-Inseln aus dem Meer fischt. Die Stadt Rotterdam hat bereits Interesse angemeldet und ein Testgelände zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trump-Zölle könnten Preiskarussell, Zinserhöhungen und Insolvenzen anheizen - die EU bereitet sich vor
02.04.2025

Die Regierungen weltweit bereiten sich auf die massive Einführung von Zöllen durch US-Präsident Donald Trump vor, die, so sein Plan,...

DWN
Finanzen
Finanzen Tesla-Aktie stürzt ab: Miese Tesla-Auslieferungen belasten - was das für Anleger bedeutet
02.04.2025

Die weltweiten Auslieferungen des US-Autobauers Tesla sind im vergangenen Quartal um 13 Prozent auf 336.681 Fahrzeuge zurückgegangen....

DWN
Panorama
Panorama Polizei: Kriminalstatistik 2024 zeigt Ausländeranteil bei Gewaltdelikten in Deutschland steigt deutlich
02.04.2025

Die Kriminalstatistik der Polizei offenbart ein besorgniserregendes Bild: Die Zahl der erfassten Gewalttaten ist 2024 um 1,5 Prozent...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz erwägt Ausstieg aus dem Billigsegment in den USA aufgrund von Trump-Zöllen
02.04.2025

Die Mercedes-Benz Group prüft derzeit, ob sie ihre günstigsten Fahrzeugmodelle in den USA aus dem Sortiment nimmt. Hintergrund sind die...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Volatile Märkte vor Trumps Zollerklärung
02.04.2025

Die US-Börsen dürften überwiegend mit Verlusten in den Mittwochshandel starten, vorbörslich stecken die Technologieindizes an der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DWS-Aktie unter Druck: Deutsche-Bank-Tochter muss Millionenstrafe wegen Greenwashing zahlen
02.04.2025

Die DWS, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, wurde in Deutschland zu einer Millionenstrafe wegen "Greenwashing"-Vorwürfen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kurzarbeit statt Massenarbeitslosigkeit? Verlängerung des Kurzarbeitergeldes steht in der Kritik
02.04.2025

Die Wirtschaft steckt fest in einer Strukturkrise: seit 5 Jahren kein Wachstum. Die Folge: Immer mehr Unternehmen bauen Stellen ganz ab...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Verbände fordern dringenden Kurswechsel der Koalition
02.04.2025

Bitte kein "Weiter-so"! Mit Unmut blicken deutsche Wirtschafts- und Industrieverbände auf das, was die noch namenlose Koalition aus Union...