Wirtschaft

Eurozone: Industriestimmung hellt sich erneut auf

Die Industrie der Eurozone sendet erste Hoffnungszeichen – doch es bleibt ein fragiles Bild. Während kleinere Länder überraschen, bremst Frankreich die Entwicklung. Ist das der Beginn einer nachhaltigen Erholung oder trügt der Anschein? Ein genauer Blick offenbart Spannungen und Unsicherheiten.
01.08.2025 14:33
Lesezeit: 1 min
Eurozone: Industriestimmung hellt sich erneut auf
Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB): Die Industriestimmung in der Eurozone hellt sich leicht auf (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

Eurozone: Industriestimmung mit Hoffnungsschimmer

Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im Juli wie erwartet aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 49,8 Punkte, wie S&P am Montag in London in einer zweiten Schätzung mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit 36 Monaten. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung gerechnet. Trotz des leichten Anstiegs bleibt der Stimmungsindikator unter der Schwelle von 50 Punkten, ab der er eine zunehmende wirtschaftliche Aktivität signalisiert.

"Die Produktion in der Eurozone gewinnt vorsichtig wieder an Schwung", erklärte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt bei der Hamburg Commercial Bank. "Vor allem die kleineren Volkswirtschaften geben Anlass zu Optimismus." Die größte Belastung für das Wirtschaftswachstum im Währungsraum sei Frankreich. Hier liegt der Indikator mit 48,2 Punkten besonders niedrig. De la Rubia erklärt die Schwäche mit einer sinkenden Produktivität und der politischen Unsicherheit.

Deutschland stabil, Italien top

In der größten Volkswirtschaft der Eurozone, Deutschland, hellte sich die Industriestimmung nur leicht auf. Besonders deutlich verbesserte sich der Indikator in Italien. Der Anstieg war zudem stärker als erwartet. Unter den großen Ländern hat derzeit Spanien den höchsten Wert. Hier signalisiert der Indikator auch Wachstum in der Industrie. Die Lieferketten in der Eurozone bleiben angespannt. Der Grund hierfür sei nicht die starke Nachfrage, heiß es in der Mitteilung. Vielmehr würde die US-Zollpolitik und geopolitische Verunsicherung eine Schlüsselrolle spielen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ripple startet RWA-Strategie, AMT DeFi-Verträge für erneuerbare Energien gehen live – XRP beginnt einen neuen Aufwärtszyklus

Mit der beschleunigten Einführung der RWA-Strategie (Real World Assets) durch Ripple entwickelt sich die Blockchain-Branche von reinem...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Kupferpreis treibt Fusion an: Rio Tinto plant Übernahme von Glencore
17.01.2026

Die Dynamik auf den Rohstoffmärkten verschiebt derzeit die strategischen Gewichte in der globalen Industrie. Entsteht hier ein neuer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreisgrenze: EU senkt Preisobergrenze für russisches Öl ab 1. Februar
17.01.2026

Der Westen zieht die Daumenschrauben bei russischem Öl weiter an: Ab Februar sinkt die Preisobergrenze erneut. Ziel ist es, Moskaus...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage 2026: Welche Assets Anleger und Sparer im Blick behalten sollten
17.01.2026

2026 bringt Anlegern neue Unsicherheiten – und neue Chancen. Zwischen schwankenden Börsen, geopolitischen Risiken und persönlichen...

DWN
Immobilien
Immobilien Risiken für Hausbesitzer: Top-Ökonom Asmussen warnt vor Preisschock bei Versicherungsprämien
17.01.2026

Extreme Wetterereignisse verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa und belasten zentrale Sicherungssysteme. Warnt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW Research: Ausgaben bei Forschung und Entwicklung stagnieren – Deutschlands Vorsprung schmilzt
17.01.2026

Deutschland zählt noch immer zu den größten Forschungsnationen – doch der Vorsprung schmilzt. Während andere Länder ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen PayPal-Datenschutz: In drei Schritten zu mehr Privatsphäre beim Bezahlen
17.01.2026

PayPal weiß oft mehr über Ihre Zahlungen, als Ihnen lieb ist – und diese Informationen können für Werbung genutzt werden. Wer seine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Drogeriemarkt DM expandiert: Omnichannel-Strategie treibt Auslandsgeschäft an
17.01.2026

Der DM-Konzern treibt den Ausbau seines Auslandsgeschäfts trotz hoher Anlaufkosten gezielt voran. Geht die Skalierungsstrategie des...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Eberswalder Wurst: Fleischriese Tönnies macht Traditionsbetrieb dicht – warnendes Lehrstück für andere Unternehmen
16.01.2026

Mit der Schließung der Eberswalder Wurstwerke verschwindet ein weiterer DDR-Traditionsbetrieb. Das Werk im brandenburgischen Britz wird im...