Wirtschaft

DIHK warnt: US-Zollpolitik belastet Deutsche Wirtschaft massiv

Die Zollpolitik der USA sorgt für wachsenden Druck auf die Deutsche Wirtschaft. Trotz Gesprächen mit der EU spitzen sich die Handelskonflikte zu. Welche Branchen besonders leiden und welche Risiken ein drohendes No-Deal-Szenario birgt, bleibt vorerst ungewiss – mit ernstem Potenzial für neue Probleme.
25.07.2025 10:23
Aktualisiert: 25.07.2025 10:23
Lesezeit: 2 min
DIHK warnt: US-Zollpolitik belastet Deutsche Wirtschaft massiv
Zahlreiche Neuwagen stehen auf einem Parkplatz auf dem JadeWeserPort: Die US-Zölle belasten die deutsche Wirtschaft (Foto: dpa). Foto: Hauke-Christian Dittrich

US-Zollpolitik setzt deutsche Industrie unter Druck: Folgen für zentrale Branchen

Der Streit um Zölle zwischen den USA und der EU ist weiterhin ungelöst. In Kürze endet eine wichtige Frist zur Einigung. Schon jetzt sind die Auswirkungen auf die Deutsche Wirtschaft erheblich.

Die aktuelle US-Zollpolitik setzt der Deutschen Wirtschaft laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) massiv zu. "Die Belastungen dürften sich in den kommenden Wochen noch weiter verschärfen", sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des DIHK, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Angesichts eines deutlichen Rückgangs der Exporte in die USA seit Bekanntgabe neuer US-Zölle Anfang April sprach Treier von einem ernstzunehmenden Warnsignal. "Sollte die Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik weiter anhalten, drohen der deutschen Industrie monatliche Exporteinbußen von bis zu einer Milliarde Euro."

Insbesondere seien neben dem Automobilsektor jene Industriezweige betroffen, die direkt oder indirekt unter den 50 Prozent hohen Zöllen auf Stahl und Aluminium leiden. "Die Maßnahme greift tief in die industriellen Lieferketten ein – Maschinenbau, Möbelhersteller, Produzenten von Fitnessgeräten oder Werkzeugen: Viele dieser Produkte enthalten Stahl und Aluminium und geraten dadurch ins Visier der Handelspolitik."

Eskalation möglich: Wichtiger Stichtag naht

Bis zum 1. August – dem Datum einer potenziellen Anhebung des Basiszollsatzes auf 30 Prozent – steht für viele Branchen in der Deutschen Wirtschaft viel auf dem Spiel, so Treier. "Es geht um Verlässlichkeit, Marktzugänge und den wirtschaftlichen Spielraum vieler Betriebe." Derzeit versuchen EU und USA, eine weitere Zuspitzung im Zollkonflikt zwischen den beiden Handelsmächten zu vermeiden. Vor rund zwei Wochen hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass er ab dem 1. August neue hohe Zölle erheben will. Zudem warnte er die EU vor Gegenreaktionen.

Seit dem 9. April gilt ein "Basiszoll" von 10 Prozent auf EU-Importe. Auf Stahl- und Aluminiumprodukte wird laut DIHK seit dem 12. März ein sektoraler Zoll von 25 Prozent fällig, der am 4. Juni auf 50 Prozent erhöht wurde. Seit dem 3. April gelten weitere Zölle von 25 Prozent auf Autos und seit dem 3. Mai auf bestimmte Autoteile.

Deutsche Wirtschaft fordert Einigung

"Aus Sicht der Deutschen Wirtschaft ist der ideale Ausgang des aktuellen Zollstreits klar: ein umfassendes Abkommen, das wechselseitige Zölle in allen Wirtschaftsbereichen vollständig abschafft", so Treier. "Gleichzeitig gilt: Ein No-Deal-Szenario, also der vollständige Verzicht auf eine Einigung, wäre für unsere Wirtschaft hochproblematisch. Wenn auf deutsche Industrieprodukte – etwa aus der Automobilbranche oder dem Maschinenbau – dauerhaft Zölle von 30 Prozent erhoben werden, ist die Wettbewerbsfähigkeit im US-Markt kaum zu halten. In vielen Unternehmen wären dann extreme Umsatzrückgänge oder sogar der Abbau von Arbeitsplätzen kaum vermeidbar."

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