Politik

Kampf gegen „IS“: Türkei und USA starten massive Luftangriffe

Lesezeit: 1 min
25.08.2015 00:04
Wenige Wochen, nachdem die Türkei die Nutzung des strategisch wichtigen Stützpunktes İncirlik durch die USA zugelassen hat, kündigt das türkische Außenministerium nun eine Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an. Demnach wollen die Türkei und die USA in Kürze massive Luftangriffe starten.
Kampf gegen „IS“: Türkei und USA starten massive Luftangriffe

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Die umfassende Luftoffensive wurde am Montag vom türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu angekündigt. Mit den Angriffen sollen gemäßigte syrische Rebellen im Kampf gegen die Terrormiliz unterstützt werden. Ziel sei es, die IS-Kämpfer aus einem rund 80 Kilometer breiten Areal nahe der türkischen Grenze zu vertreiben. Damit soll dem IS auch die Möglichkeit genommen werden, sich über die Türkei weiter mit ausländischen Kämpfern und Rohstoffen für den Kampf zu versorgen.

Bereits Anfang August kündigte Çavuşoğlu nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen John Kerry in Kuala Lumpur eine „umfangreiche Schlacht“ gegen die IS-Miliz an. Am vergangenen Sonntag sollen nun die Detail-Beratungen zwischen Ankara und Washington abgeschlossen worden sein, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Demnach könnten sich auch regionale Verbündete wie zum Beispiel Jordanien, Katar und Saudi Arabien den Luftangriffen anschließen. Auch eine Beteiligung von Großbritannien und Frankreich sei demnach denkbar.

Çavuşoğlu zufolge seien die gemeinsamen Operationen auch eine Botschaft an den syrischen Präsident Bashar al-Assad. Man erhoffe sich, auf diese Weise Druck ausüben zu können, um die Regierung zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen und letztlich zu einer politischen Lösung zu gelangen. Zuvor hatte die Regierung in Ankara immer wieder gefordert, den Sturz des syrischen Präsidenten zum Teil der Strategie des Bündnisses im Nachbarland zu machen. Die USA stellten jedoch deutlich heraus, dass es hier zuforderst um die Zurückdrängung der Terrormiliz gehe.

Nach zähen Verhandlungen hatte die Türkei den USA im Juli die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes İncirlik erlaubt. Damit verkürzen sich die Flugzeiten der US-Kampfjets, die IS-Ziele in Syrien angreifen, künftig deutlich.

Nach einem dem IS zugeschriebenen schweren Anschlag im südtürkischen Suruç am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen. Deutlich häufiger griffen türkische Kampfflugzeuge seitdem allerdings Stellungen der Terrororganisation PKK an. Die PKK verschärfte ihrerseits ihre Attacken auf türkische Sicherheitskräfte.

Kritiker werfen der Türkei vor, unter dem Deckmantel des Kampfs gegen den IS vor allem gegen die PKK vorzugehen. Der syrische Ableger der PKK – die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) – kämpft in Nordsyrien gegen den IS.

 

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