Politik

Soldaten erheben schwere Vorwürfe: US-Drohnenkrieg stärkt den Terror

Lesezeit: 1 min
22.11.2015 01:03
Ehemalige US-Soldaten klagen an: Der US-Drohnenkrieg sei ein Rekrutierungsprogramm für Terroristen. Denn durch die Angriffe würden unschuldige Zivilisten sterben. Dies erzeuge Hass, was wiederum dem IS nutzt.
Soldaten erheben schwere Vorwürfe: US-Drohnenkrieg stärkt den Terror

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Vier Ex-Mitglieder der US-Luftwaffe geben Barack Obama und dem Drohnenkrieg eine Mitschuld am Terror. Sie bezeichnen das militärische Vorgehen als „eine der verheerendsten Triebfedern“ des internationalen Terrorismus. Durch den Drohnenkrieg würden unschuldige Zivilisten sterben. Dies fördere Hassgefühle, die wiederum den terroristischen Gruppen Zulauf bescheren.

Das US-Vorgehen wäre vergleichbar mit einem „Rekrutierungsprogramm für Terroristen“, so die vier ehemalige US-Drohnenpiloten in einem offenen Brief an Obama, den der Guardian veröffentlicht hat.

Einer der vier ist der Brandon Bryant. Er möchte nach seinen Enthüllungen über die Rolle der US-Militärbasis Ramstein im weltweiten Drohnenkrieg der USA nach Berlin ins Exil gehen. „Ich mag die Community in Berlin, ich fühle mich hier sicher und brauche Verbündete“, sagte der 29-Jährige der Wochenzeitung Die Zeit. Er habe seit seiner Flucht aus den USA „den Boden unter den Füßen verloren“, sagte Bryant. „Ich habe kein Zuhause mehr.“

Bryant hatte bis 2011 fünf Jahre lang als eine Art Copilot im geheimen Drohnenprogramm der US-Luftwaffe gearbeitet. Nach dem Verlassen der Armee gab er zahlreiche Interviews über seine Tätigkeit, trat vor den Vereinten Nationen in New York auf und im Oktober 2015 auch im NSA-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag. Dort berichtete er über die Schlüsselrolle der Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein beim Einsatz der US-Drohnen.

Vor zwei Jahren hatte bereits der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der durch seine Enthüllungen über die Spähprogramme des Geheimdienstes NSA bekannt geworden war, in Deutschland Asyl beantragt. Die deutschen Behörden lehnten sein Asylgesuch jedoch ab.

In Berlin leben bereits die Wikileaks-Mitarbeiterin und Snowden-Fluchthelferin Sarah Harris und die US-Filmemacherin Laura Poitras, die für ihre Dokumentation über Snowden mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Die Ramstein Airbase ist die wichtigste Basis der US-amerikanischen Streitkräfte außerhalb der USA. Deutschland unterstützt diese und andere Basen logistisch und finanziell. Ramstein ist die Drehscheibe der US-Army – insbesondere für ihre Operationen in Nahen Osten. Ohne diesen Militärposten wäre der Drohnenkrieg nicht möglich, dem bisher 5.000 bis 10.000 Zivilisten zum Opfer gefallen sind.“, so Ramstein-Gegner und Aktivist Pedram Shahyar im Interview mit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld boomt: Die Federal Reserve überschwemmt die Welt mit Dollar-Banknoten

Die Nachfrage nach Dollar-Banknoten zieht derzeit weltweit spürbar an – ein Beleg für die Flucht der Bürger in den sicheren Hafen...

DWN
Politik
Politik Italien: Ein Land kann seinen größten Trumpf nicht nutzen

In der elften Folge der großen geopolitischen DWN-Serie zeigt Moritz Enders auf, warum Italien sein Potential als Regionalmacht nicht...

DWN
Politik
Politik Südostasiens Drahtseilakt zwischen den Giganten: Wo führt China, wo die USA? - Teil 2

Wie tief und verlässlich die bilateralen Beziehungen der Vereinigten Staaten und Chinas zu ihren Partnern in Südostasien sind, lässt...

DWN
Politik
Politik Die Politik beschließt Corona-Maßnahmen nach dem Mephisto-Prinzip

DWN-Kolumnist Christian Kreiß wendet zur Beurteilung der Corona-Maßnahmen ein neues Verfahren an. Die Ergebnisse sind verblüffend.

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Politik
Politik „Trump ist der Anführer der konservativen Bewegung“

Der republikanische Kongressabgeordnete Jim Jordan sieht den früheren US-Präsidenten Donald Trump auch nach dessen Wahlniederlage an der...

DWN
Politik
Politik Sozialismus, Rassenhass, Korruption: Südafrika steht am Abgrund

Fast 25 Jahre hat Sebastiaan Biehl in Südafrika gelebt. Im großen DWN-Interview erläutert der Politikwissenschaftler und Journalist, wie...

DWN
Politik
Politik Nordspanien: Impfverweigerern drohen bis zu 60.000 Euro Strafe

Die Regionalregierung von Galicien plant, ein Gesetz zu verabschieden, wonach Impfverweigerer in Bezug auf die aktuelle Corona-Impfung und...

DWN
Politik
Politik Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die Ziele im Rahmen des „Great Reset“ und der Pandemie bedrohen vor allem den deutschen Mittelstand. Über 99 Prozent aller Unternehmen...

DWN
Politik
Politik Ägypten: Die Tage des Merkel-Schützlings al-Sisi sind gezählt

Es gibt ernsthafte Hinweise dafür, dass der ägyptische Präsident Abdul Fattah al-Sisi bald gestürzt werden könnte. Internationale...

DWN
Politik
Politik Armin Laschet meint: Jens Spahn macht einen guten Job

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet meint, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Verlauf der Pandemie einen guten Job machen. Zuvor...

DWN
Politik
Politik Corona-Kontrolle in Stuttgart: Hunderte Jugendliche mit verbalen Attacken, Flaschenwürfen und Sprechchören gegen Polizei

Zu einem größeren Polizeieinsatz kam es am Samstagabend in der Stuttgarter Innenstadt. Mehrere Hundert, überwiegend junge Menschen,...

DWN
Politik
Politik Weltwirtschaftsforum feiert Lockdown auf Twitter – und zieht Tweet nach Protesten wieder zurück

Das Weltwirtschaftsforum hat die Lockdown-Politik in einem Tweet hochgelobt, um nach Tausenden von Protesten den Tweet zurückzuziehen....

DWN
Politik
Politik Anti-Lockdown-Proteste in Irland eskalieren – Dominoeffekt in Europa?

Hunderte Menschen haben am Samstag in der irischen Hauptstadt Dublin gegen die Lockdown-Maßnahmen in dem Land demonstriert. Die Situation...