Finanzen

Bund leiht sich 2016 mehr Geld von Investoren

Lesezeit: 1 min
16.12.2015 11:15
Zur Finanzierung des Haushalts und der Sondervermögen will der Bund im kommenden Jahr mehr Geld am Kapital- und Geldmarkt einsammeln. Insgesamt ist die Aufnahme von bis zu 214 Milliarden Euro geplant.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Finanzminister Wolfgang Schäuble will sich 2016 deutlich mehr Geld von Investoren leihen. Die Ausgabe von Bundesschatzanweisungen, Bundesobligationen, Bundesanleihen und inflationsgekoppelten Anleihen soll bis zu 214,5 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen, wie die mit dem Schuldenmanagement betraute Finanzagentur am Mittwoch mitteilte.

Im zu Ende gehenden Jahr waren es 186,5 Milliarden Euro und damit erstmals seit 2002 weniger als 200 Milliarden. 2014 wurden bei Investoren 212 Milliarden Euro eingesammelt. 2009 musste die Regierung wegen der globalen Finanzkrise mit 334 Milliarden Euro so viel frisches Geld aufnehmen wie nie zuvor.

Ein Grund für die Anhebung der Summe im nächsten Jahr ist die Flüchtlingskrise. Gut sechs Milliarden Euro an Rücklagen wird der Bund nicht zur Tilgung, sondern stattdessen zur Finanzierung der Flüchtlingskosten nutzen. Hinzu kommen Altschulden, die refinanziert werden müssen. Der Bund, der auf einem Schuldenberg von rund 1,1 Billionen Euro sitzt, muss 2016 etwa drei Milliarden Euro mehr an alten Krediten tilgen als im zu Ende gehenden Jahr. Weitere sechs Milliarden Euro an Papieren mit sechsmonatiger Laufzeit müssen anschlussfinanziert werden. Da der Bund so viel Geld nicht aus den laufenden Einnahmen übrig hat, muss er sich zur Tilgung frisches Geld leihen.

Allerdings kann der für 2016 geplante Betrag im Jahresverlauf eingedampft werden, da er stets einen Puffer enthält. So geschah es auch im zu Ende gehenden Jahr: Ursprünglich hatte der Bund ein Volumen von bis zu 199,5 Milliarden Euro geplant, dieses aber wegen hoher Steuereinnahmen deutlich verringert: Am Ende waren es 13 Milliarden Euro weniger als erwartet.


Mehr zum Thema:  

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Sterben der Bankfilialen: Ein stiller Vorbote für das Ende des Bargelds?
23.06.2024

In Deutschland schrumpft das Netz der Bankfilialen dramatisch. Diese Entwicklung wirft nicht nur Fragen zur Zukunft des Bargelds auf,...

DWN
Immobilien
Immobilien Berlin wächst: Neue Hochhäuser am Gleisdreieck erweitern City am Potsdamer Platz
23.06.2024

Über Jahrzehnte lag das Gleisdreieck im städtischen Niemandsland von West-Berlin. Mit dem Fall der Mauer und der Bebauung des...

DWN
Technologie
Technologie Der Europäische Erdgasmarkt bleibt volatil – auch wegen neuer Abhängigkeiten
23.06.2024

Europa hat sich von Russlands Energiemonopol gelöst und Versorgungsalternativen gefunden. Auch deshalb bleibt die heimische Gasversorgung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Energiewende: Deutsche Wirtschaft durch Regularien und Bürokratie ausgebremst
23.06.2024

Bürokratie und ständig wechselnde Regularien erschweren deutschen Unternehmern die Energiewende im eigenen Betrieb – insbesondere die...

DWN
Politik
Politik Israel und Hisbollah: Ein größerer Krieg und seine möglichen Konsequenzen
23.06.2024

Der letzte große Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah liegt mittlerweile 18 Jahre zurück. Doch die aktuellen Grenzscharmützel, die...

DWN
Politik
Politik Appell an Scholz: Gewerkschaften und Sozialverbände fordern Milliardeninvestitionen
23.06.2024

Wohlfahrts- und Sozialverbände, die Gewerkschaft Verdi und das Kampagnennetzwerk Campact fordern den Bund zu Milliardeninvestitionen in...

DWN
Technologie
Technologie Fünf Jahre E-Scooter in Deutschland - Eine Bilanz
23.06.2024

E-Scooter sind für kurze Strecken gedacht. Doch häufig werden die elektrischen Tretroller auch auf Geh- und Radwegen abgestellt - oder in...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Beziehungen sind keine Einbahnstraße: Was China von Deutschland benötigt
22.06.2024

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) besucht gerade China, um auf gut Wetter beim Thema Strafzölle zu machen - Stichtag in der EU...