Politik

Terror-Gefahr: Brüssel sagt Silvester-Party ab

Lesezeit: 2 min
30.12.2015 22:38
Die belgischen Behörden haben die Silvesterparty in Brüssel wegen Terror-Gefahr abgesagt. In anderen Metropolen sollen die Feiern zwar stattfinden, doch die Sicherheitsbehörden haben wegen der Menschenmassen ein mulmiges Gefühl.
Terror-Gefahr: Brüssel sagt Silvester-Party ab

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Mit einem Großaufgebot der Polizei und strikten Zugangskontrollen wollen Metropolen angesichts der gewachsenen Terrorgefahr für Sicherheit bei Neujahrsfeiern sorgen. Zugleich wurde am Mittwoch aber in mehreren europäischen Metropolen betont, dass es keine konkreten Hinweise auf islamistische Anschläge gebe. In Frankreich sind die schon seit den Terrorattacken vom Januar mit höchster Alarmstufe geltenden Vorkehrungen noch verstärkt worden. Auch in Berlin findet die größte Open-Air-Silvesterparty Deutschlands unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen statt. In Brüssel sagten die Behörden das geplante Feuerwerk nach Terrordrohungen ab.

Mehrere Hunderttausend Menschen werden in Berlin auf einer rund zwei Kilometer langen Feiermeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule erwartet. Zwar gibt es keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen in der Hauptstadt, wie ein Polizeisprecher sagte. Es herrsche aber eine hohe abstrakte Gefährdung. Mehr Polizisten seien im Einsatz als im Vorjahr - insbesondere rund um die große Outdoor-Feier. Dort sollen 900 Beamte für Sicherheit sorgen, 150 mehr als vergangenes Silvester.

Auf dem Gelände selbst sind nach Angaben der Veranstalter erstmals große Taschen und Rucksäcke verboten - als Reaktion auf die Anschläge von Paris, wie eine Sprecherin sagte. Außerdem sollen alle Taschen kontrolliert werden. Der angrenzende Tiergarten ist zum ersten Mal durch einen Zaun abgesperrt. Vor der Party will die Polizei den Park mit Hunden nach Sprengstoff absuchen und anschließend streng darauf achten, dass niemand über die Absperrung klettert.

In Brüssel gab Bürgermeister Yvan Mayeur am Abend bekannt, dass das alljährliche Silvesterfeuerwerk, zu dem 50 000 Menschen auf einer Festmeile in der Innenstadt erwartet wurden, dieses Mal ausfällt. «Es ist besser, wenn wir keine Risiken eingehen», sagte er. Die Behörden hatten Anschlagspläne für die Silvesternacht aufgedeckt und zwei Terrorverdächtige in Haft genommen. Während der Feierlichkeiten zum Jahresende seien Anschläge an mehreren «symbolträchtigen Orten» Brüssels geplant gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

In Frankreich herrscht seit den Anschlägen vom 13. November Ausnahmezustand. Nun sollen landesweit rund 60 000 Polizisten und Militärs die Nacht ins neue Jahr absichern. Am Silvesterabend ist das offizielle Feuerwerk in Paris abgesagt, private Böller und Raketen sind dort zu Silvester ohnehin immer verboten. Die Bereiche um Champs-Élysées und Eiffelturm sind zu Silvester stets weiträumig abgesperrt und kontrolliert. In diesem Jahr soll zudem ohne große Show alles eher ruhig und nüchtern werden.

Im Zentrum Londons sind laut Polizei rund 3000 Polizisten auf den Straßen. Ausdrücklich heißt es aber: «Unsere Pläne sind reine Vorsichtsmaßnahmen und nicht die Folge irgendwelcher konkreter Geheimdienstinformationen.» Wer das große Feuerwerk am London Eye aus der Nähe betrachten will, braucht ein Ticket.

In Italien seien zu Silvester mehr Beamte als üblich im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher in Rom. Bei der größten Silvester-Party in der Hauptstadt, dem Konzert im Circo Massimo mit Tausenden Menschen, werden alle Besucher mit Metalldetektoren kontrolliert. Der Zugang zum Madrider Hauptplatz Puerta del Sol («Sonnentor»), wo traditionell Zigtausende das neue Jahr begrüßen, soll erstmals «reguliert» werden.

Der Rote Platz in Moskau bleibt für die traditionelle Silvesterfeier gesperrt und ist nur mit speziellen Eintrittskarten zugänglich. In New York sind Tausende Polizisten im Einsatz sowie Hubschrauber, zusätzliche Überwachungskameras und Detektoren für chemische und nukleare Stoffe.

Die türkische Polizei nahm zwei mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz IS fest, die in Ankara zu Silvester Selbstmordanschläge geplant haben sollen.

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