Deutschland

Linker Politiker soll rechtsextreme Messer-Attacke erfunden haben

Lesezeit: 1 min
12.01.2016 00:24
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Nachwuchspolitiker Julian Kinzel eingeleitet. Er soll einen Angriff von Rechtsextremen erfunden haben und sich 17 Schnitt- und Stichwunden selbst beigebracht haben.
Linker Politiker soll rechtsextreme Messer-Attacke erfunden haben

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Politik  

Wegen des Verdachts, eine Straftat vorgetäuscht zu haben, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Nachwuchspolitiker Julian Kinzel (Die Linke) aus Schwerin eingeleitet. Der 18-Jährige hatte vergangenen Dienstag eine Messerattacke durch drei mutmaßlich rechtsextreme Angreifer bei der Polizei angezeigt.

Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass Kinzel die Tat erfunden und sich die 17 Schnitt- und Stichwunden selbst beigebracht hat, teilte die Schweriner Staatsanwaltschaft am Montag mit. Kinzel ist Mitglied im Kreisvorstand der Schweriner Linkspartei und regionaler Sprecher der parteieigenen Nachwuchsorganisation Solid.

Ein Rechtsgutachter sei zu dem Schluss gekommen, dass die Art der Verletzungen nicht mit dem behaupteten Verlauf des Überfalles am vergangenen Montag in der Nähe des Hauptbahnhofs in Wismar in Übereinstimmung zu bringen sei, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Außerdem habe Kinzel bislang nicht den Mantel vorzeigen können, der ihn nach eigenen Angaben vor schwereren Verletzungen bewahrt habe. Er habe angegeben, der Mantel sei ihm inzwischen entwendet worden. Kinzel hatte den Vorfall erst einen Tag später der Polizei per Anzeige im Internet angezeigt.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch reagierte zurückhaltend auf die Erklärung der Staatsanwaltschaft. "Ich will die Ermittlungen abwarten", sagte er der Internetausgabe der "Berliner Zeitung".

Seine ursprünglichen Äußerungen zu dem Fall verteidigte Bartsch: "Ich habe mich am Anfang dazu geäußert. Und zu den Äußerungen stehe ich auch." Bartsch hatte am 6. Januar über den Kurznachrichtendienst Twitter erklärt: "Viele Umstände dieses feigen Anschlags weisen auf einen rechtsextremen Hintergrund der Täter hin."

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen EZB rettet Italien und Griechenland mit Erlösen aus deutschen Anleihen

Mit Erlösen aus den Anleihen der Nordländer wird die EZB Anleihen der Südländer kaufen. Damit bricht sie ganz offen die eigenen Regeln....

DWN
Technologie
Technologie US-Sanktionen kurbeln Chinas Chip-Industrie kräftig an

Die US-Sanktionen gegen China scheinen ihren Zweck zu verfehlen. Ex-Google-Chef Eric Schmidt warnt sogar: "Amerika steht kurz davor, den...

DWN
Politik
Politik USA forcieren größte militärische Expansion in Europa seit dem Kalten Krieg

Die USA stationieren deutlich mehr Truppen in Deutschland und den anderen Nato-Partnerstaaten in Europa. Der Kalte Krieg scheint mit aller...

DWN
Technologie
Technologie Norwegische Forscher testen „automatische Küstenwache“

Die neue Technologie könne in naher Zukunft zu neuen Industrien, Wertschöpfung und neuen Arbeitsplätzen in Norwegen führen, so die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Schweizer Wertarbeit: 125 Jahre Taschenmesser

Einige Fakten zum Schweizer Sackmesser, einem eidgenössischen Exportschlager.

DWN
Politik
Politik Existenzängste: Bauernaufstand in den Niederlanden

Nach Beschluss über existenzbedrohende Düngeregeln: Bauern leeren Güllefass vor dem Wohnhaus der niederländischen Umweltministerin. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Japans Notenbank droht Crash der globalen Finanzmärkte auszulösen

Namhafte Spekulanten wetten massiv auf einen Zinsanstieg in Japan, da die Notenbank keine andere Wahl zu haben scheint. Doch die globalen...

DWN
Politik
Politik Botschafter Melnyk wegen Verteidigung von Nationalistenführer in der Kritik

Nachdem der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk den Nationalistenführer Stepan Bandera verteidigt hat, distanziert sich das ukrainische...