Politik

100 Tage schwarz-rote Koalition: SPD kritisiert Union

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch fordert 100 Tage nach dem Start der schwarz-roten Koalition, Probleme in der Zusammenarbeit schnell abzustellen. Ein Streitpunkt war zuletzt die Besetzung der Richterposten für das Bundesverfassungsgericht.
13.08.2025 14:18
Lesezeit: 2 min

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch fordert 100 Tage nach dem Start der schwarz-roten Koalition, Probleme in der Zusammenarbeit schnell abzustellen. „Jenseits der zentralen Inhalte und gemeinsamen Ziele hat es an der ein oder anderen Stelle in der Zusammenarbeit nicht gut funktioniert. In der öffentlichen Wahrnehmung überlagert dies zu oft die inhaltlichen Erfolge. Das muss sich unbedingt ändern“, teilte Miersch mit.

Zuletzt war die im Bundestag geplante Wahl von drei Verfassungsrichtern gescheitert, weil die Union plötzlich Vorbehalte gegen die SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf hatte.

Streit um SPD-Kandidatin: Koalition verschiebt Wahl von Verfassungsrichtern

Ein Streitpunkt zwischen Schwarzrot war zuletzt die Besetzung der Richterposten für das Bundesverfassungsgericht. Inzwischen steht die von der SPD vorgeschlagene Bewerberin für das Bundesverfassungsgericht, Frauke Brosius-Gersdorf, für die Wahl als Richterin nicht mehr zur Verfügung. Ihre Erklärung zum Rückzug: „Mir wurde aus der CDU/CSU-Fraktion – öffentlich und nicht-öffentlich – in den letzten Wochen und Tagen sehr deutlich signalisiert, dass meine Wahl ausgeschlossen ist. Teile der CDU/CSU-Fraktion lehnen meine Wahl kategorisch ab.“

Die Wahl von Brosius-Gersdorf und zwei weiteren Nominierten für das höchste deutsche Gericht war im Juli im Bundestag kurzfristig verschoben worden. Teile der Unionsfraktion hatten Vorbehalte gegen die von der SPD nominierte Brosius-Gersdorf. Als Grund wurden unter anderem Äußerungen zum Schwangerschaftsabbruch, zu einer Impfpflicht in Corona-Zeiten und einem möglichen AfD-Verbote angeführt. Auch meldete sich kurz vor der geplanten Wahl der Plagiatssucher Stefan Weber mit Fragen zur Dissertation der Staatsrechtlerin zu Wort.

Die Sozialdemokraten sehen die Verantwortung für den Rückzug der Kandidatur von Frauke Brosius-Gersdorf bis heute bei der Union.

Miersch fordert mehr Zusammenarbeit: „Es geht um sehr viel“

Die SPD erwarte deshalb von der Union, „dass Absprachen künftig Bestand haben“. Ab jetzt müsse es vorrangig darum gehen, dass all das, was vorbereitet sei, auch umgesetzt und sichtbar werde für die Bürgerinnen und Bürger. Miersch erklärte: „Es geht um sehr viel.“

Der Fraktionsvorsitzende teilte mit, die gemeinsame Regierung habe in den ersten 100 Tagen Investitionen von historischem Ausmaß auf den Weg gebracht. Er nannte Sondervermögen, Investitionsoffensive, Mietpreisbremse und Bau-Turbo.

Miersch: „Auch das Rentenpaket und das Bundestariftreuegesetz sind durch das Kabinett auf den Weg gebracht worden. All das sind Maßnahmen, die den Zusammenhalt und die soziale Sicherheit stärken.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Zins-Bumerang der EZB: Warum der deutsche Wohnungsbau am Boden liegt
23.10.2026

Die Hoffnung auf eine baldige Erholung am deutschen Immobilienmarkt hat im Herbst einen herben Dämpfer erhalten. Während Ökonomen und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau bei Volvo: Autohersteller baut nach Verlust 2.500 Jobs ab
23.10.2026

In China bricht der Umsatz von Volvo nahezu um die Hälfte ein, auch in den USA lief es schwach. Wie der Autobauer auf die Krise reagiert -...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Verpackungsverordnung wird zur Kostenfalle: Jetzt muss Brüssel seine eigenen Regeln korrigieren
23.10.2026

Eigentlich sollte die EU-Verpackungsverordnung den europäischen Binnenmarkt vereinheitlichen. Doch für kleine Onlinehändler wurde sie...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Technologie
Technologie Energieverbrauch: Wann sich eine Wärmepumpe rechnet
23.10.2026

Eine Wärmepumpe kostet beim Kauf mehr als eine Gasheizung – doch mit Förderung kann sich der Aufpreis auszahlen. Der WWF hat...

DWN
Technologie
Technologie Batteriespeicher boomen: Deutschland baut Kapazität massiv aus
23.10.2026

Der Ausbau von Batteriespeichern nimmt in Deutschland deutlich Fahrt auf. In den ersten neun Monaten des Jahres gingen bereits rund eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Seltene Erden: Europa bricht mit Russland, doch der Plan hat einen Haken
23.10.2026

Europa will sich bei Seltenen Erden aus der Abhängigkeit von Russland befreien. Ein Werk in Estland soll dabei eine Schlüsselrolle...

DWN
Politik
Politik Elektronische Patientenakte: Hausärzte warnen vor Kassen-Zugriff auf Patientenakten
22.10.2026

Werden Patienten mit einem neuen Digitalgesetz besser vor Krankheiten geschützt - oder werden sie neuen Risiken anderer Art ausgesetzt?...