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Krise der ostdeutschen Chemieindustrie spitzt sich zu: Insolvenz in Leuna - über 500 Jobs in Gefahr

Eines der größten Chemieunternehmen Sachsen-Anhalts ist in finanzielle Schieflage geraten. Der Firmenverbund DOMO hat nach eigenen Angaben für drei Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Am Standort Leuna sind gut 500 Beschäftigte betroffen.
29.12.2025 22:02
Lesezeit: 2 min
Krise der ostdeutschen Chemieindustrie spitzt sich zu: Insolvenz in Leuna  - über 500 Jobs in Gefahr
Drei deutsche Tochterfirmen des Chemiekonzerns Domo haben Insolvenz angemeldet. Die Standorte Leuna und Premnitz sind besonders betroffen. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Insolvenz in Leuna: Krise der ostdeutschen Chemieindustrie spitzt sich zu – über 500 Jobs in Gefahr

Der Firmenverbund DOMO mit zwei Unternehmen am Standort Leuna ist in finanzielle Schieflage geraten. Es hat nach eigenen Angaben für seine insgesamt drei Gesellschaften in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz beantragt. Die rund 585 Beschäftigten, davon gut 500 in Leuna, sollten am Montag darüber informiert werden, laut der Meldung von MDR-Sachsen-Anhalt.

Sanierungsoptionen werden geprüft

Der vorläufige Insolvenzverwalter teilte mit, dass der Betrieb ohne Unterbrechung weiterlaufe. Löhne und Gehälter seien für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Der Insolvenzverwalter wolle eine Investorenlösung oder eine Einigung mit Gläubigern prüfen.

Nach Angaben des Unternehmens leidet die DOMO-Gruppe mit Hauptsitz in Belgien unter der seit Jahren schwachen Nachfrage in der europäischen Chemieindustrie, unter hohen Energiepreisen sowie Billigimporten. Nun fehlt dem Mutterkonzern Geld.

DOMO fertigt und vermarktet laut dem Insolvenzverwalter weltweit Polymere, technische Kunststoffe und Hochleistungsfasern für Kunden in der Automobilbranche, für Konsum- und Industriegüter sowie Elektrotechnik und Elektronik. Diese Kunststoffe werden auch im Bauwesen und für Verpackungen verwendet.

Land Sachsen-Anhalt will helfen

Die Chemiebranche ist Sachsen-Anhalts wichtigster Industriezweig, steckt aber vor allem wegen gestiegener Kosten in der Krise. Ende November hat MDR SACHSEN-ANHALT über ein Krisentreffen von Politik und Industrie in Leuna berichtet: Das Land Sachsen-Anhalt hat DOMO bereits Unterstützung signalisiert. Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“, man arbeite an einer Lösung. Die Ursache der Insolvenz liege nicht am Standort Leuna, heißt es weiter. Dem MDR sagte Schulze: „Wo wir unterstützen können, werden wir das auch machen.“

Die chemische Industrie zählt zu den Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft. Allein in der chemisch-pharmazeutischen Industrie Ostdeutschlands arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft IG BCE rund 63.000 Menschen. Entsprechend groß sind die Befürchtungen, dass weitere Einschnitte ganze Regionen treffen könnten.

Sachsen-Anhalt versucht Insolvenz in Leuna zu verhindern

Die Insolvenz sorgt auch in der Region für Sorge um mögliche Folgewirkungen. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) erklärte, man arbeite daran, negative Auswirkungen auf Zulieferer und andere Unternehmen zu verhindern. Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter, der Chemieparkgesellschaft Infra-Leuna und der Investitionsbank Sachsen-Anhalt suche das Land nach Lösungen, um die Produktion in Leuna zu sichern.

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