Gemischtes

US-Autozulieferer Johnson übernimmt Mischkonzern Tyco

Lesezeit: 1 min
25.01.2016 10:20
Der amerikanische Zulieferer Johnson Controls kauft den irischen Brandschutz-Anbieter Tyco. Die beiden Unternehmen beliefern unter anderem die Autoindustrie und haben einen Börsenwert von insgesamt 36 Milliarden Dollar. Johnson verlegt mit dem Zukauf seine Zentrale in das Niedrigsteuer-Land Irland.
US-Autozulieferer Johnson übernimmt Mischkonzern Tyco

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der US-Autozulieferer Johnson Controls übernimmt den irischen Brandschutz-Anbieter Tyco und verlegt seine Zentrale in das Niedrigsteuer-Land. Das Management beider Unternehmen, die zusammen auf rund 32 Milliarden Dollar Jahresumsatz kommen, hätten der Fusion bereits zugestimmt, teilte Johnson am Montag mit. Johnson hat rund 130.000 Mitarbeiter und konkurriert unter anderem mit den deutschen Konzernen Continental und Bosch. Tyco ist in Deutschland unter anderem mit der Marke "Total Walther" bekannt und hat 57.000 Beschäftigte. Der Konzern sieht sich als weltweit größtes Unternehmen, das ausschließlich auf Brandschutz und Sicherheit spezialisiert ist.

Durch den Zusammenschluss erwarten die beiden Konzerne Einsparungen von mehr als 500 Millionen Dollar binnen drei Jahren durch Synergien und von weiteren 150 Millionen Dollar durch Steuervorteile. Johnson-Aktien notierten vorbörslich kaum verändert, Tyco stiegen um zehn Prozent.

Die bisherigen Aktionäre von Johnson sollen 56 Prozent an dem neuen Unternehmen halten und zudem eine Zuzahlung von 3,9 Milliarden Dollar bekommen. Die bisherigen Tyco-Anteilseigner würden die übrigen 44 Prozent halten, hieß es zu den Details der Transaktion. Das entspreche einem Aufschlag von elf Prozent auf den letzten Tyco-Aktienkurs vom Freitag. Johnson war zuletzt an der Börse mit etwa 23 Milliarden Dollar bewertet, Tyco mit 13 Milliarden. Seit Anfang 2015 haben Johnson-Aktien an der Börse etwa ein Viertel ihres Wertes eingebüßt, Tyco waren um 30 Prozent gefallen.

In der Vergangenheit hatten wiederholt US-Unternehmen versucht, mit dem Kauf irischer Unternehmen und der Verlegung des Konzernsitzes dorthin Steuern zu sparen. US-Präsident Barack Obama will als Reaktion darauf die amerikanischen Steuergesetze verschärfen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeldabschaffung nimmt immer konkretere Formen an: Nach neuem EU-Vorschlag drohen Verhältnisse wie in Schweden

DWN-Gastautor Hansjörg Stützle analysiert, wie die Abschaffung des Bargelds schrittweise voranschreitet. Zum Schluss zeigt er auf, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax startet mit Plus in den Handel, Knorr-Bremse gefragt

Die Erholung vom jüngsten Rücksetzer am deutschen Aktienmarkt geht auch am Freitag weiter. Tags zuvor war der Dax unter die Marke von...

DWN
Politik
Politik Genug ist genug: Wider den Antisemitismus auf Deutschlands Straßen

Schon wieder hat es die Politik verpasst, jüdische Gotteshäuser rechtzeitig zu sichern. Attacken auf Synagogen, Hassparolen bei...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Technologie
Technologie 50 Gigawatt stehen zur Disposition: Geplante Stilllegung von Kraftwerken gefährdet Deutschlands Stromversorgung

Die Regierung plant die Stilllegung von Atom- und Kohlekraftwerken - woher der dann fehlende Strom kommen soll, weiß niemand.

DWN
Politik
Politik Le Pen und das Militär gegen das Establishment: Frankreichs Kulturkampf spitzt sich zu

Die verfeindeten Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Doch im Grunde genommen kämpft jeder gegen jeden - die französische...

DWN
Politik
Politik Indien: Von Gebirgen geschützt, auf dem Meer herausgefordert

In Folge vierzehn der großen geopolitischen DWN-Serie befasst sich Moritz Enders heute mit Indien. An wohl keinem anderen Beispiel lässt...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum die Kritik an den Zentralbanken scheinheilig ist

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten sind in einer Reihe von Artikeln sehr kritisch mit den Zentralbanken umgegangen. Jetzt nimmt DWN-Autor...