Politik

Obama und Putin wollen gemeinsam Eskalation in Syrien verhindern

Lesezeit: 2 min
20.04.2016 00:20
US-Präsident Obama und Russlands Präsident Putin stemmen sich gegen eine neue Eskalation in Syrien. Die beiden Staaten wollen zu diesem Zweck ihre militärische und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit in Syrien erweitern. Als größter Quertreiber erweist sich Saudi-Arabien.
Obama und Putin wollen gemeinsam Eskalation in Syrien verhindern
US-Präsident Obama und Russlands Präsident Putin im November 2015 in Antalya. (Foto: EPA/PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/RIA NOVOSTI)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Putin  
Syrien  
Russland  
USA  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Russland und die USA sollen sich darauf geeinigt haben, im Syrien-Konflikt ihre militärische und nachrichtendienstliche Kooperation zu intensivieren, berichtet ABC News. Nach Angaben des Sprechers des Weißen Hauses, Josh Earnest, soll das diesbezügliche Telefongespräch zwischen Obama und Putin über die Themen Syrien und Ukraine „intensiv“ gewesen sein.

US-Präsident Barack Obama sagte am Dienstag im Rahmen eines Interviews mit „CBS This Morning“, dass sich der Syrien-Krieg ohne die Kooperation zwischen Russland und den USA verschlimmern würde. „Ich habe ihn heute angerufen, um aufzuzeigen, dass wir dieses Problem schneller lösen müssen“, so Obama in Bezug auf sein Telefongespräch mit Putin.

„[Russland] fühlt sich verpflichtet, die Struktur des syrischen Staats aufrechtzuerhalten, was wir theoretisch nicht ablehnen (…). An dem Punkt, wo wir durchgehend unsere Köpfe gestoßen haben – und das läuft schon seit sechs Jahren so – beharrt Putin darauf, dass er die Entfernung Assads nicht unilateral durchziehen kann. Das ist eine Entscheidung, die Assad und das syrische Volk treffen müssen“, zitiert The Hill Obama.

Der russische Außenminister Sergey Lawrow sagte in Moskau nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Ayrault, Russland und der Westen müssten alles unternehmen, um eine Eskalation der Gewalt zu stoppen. Die Zerstörung des Jemen, des Irak und Libyens hätten die Region bereits in große Unsicherheit gestürzt, sagte Lawrow laut TASS.

Zuvor hatte die US-amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power gesagt, dass eine politische Lösung des Syrien-Konflikts unwahrscheinlich sei. Die von den Saudis installierte Verhandlungsgruppe hatte die Söldner aufgerufen, den Kampf gegen Assad wieder aufzunehmen. Am Dienstag verließ die saudische Gruppe ostentativ die Verhandlungen in Genf.

Ende der vergangenen Woche haben internationale Söldner, ausländische Kämpfer und islamistische Milizen angekündigt, in Syrien eine Offensive gegen die syrische Armee starten zu wollen.

Doch auch der Vorsitzende des Hohen Verhandlungskomitees (HNC), Riad Hidschab, der von Saudi-Arabien bei den Genfer Friedensverhandlungen eingesetzt wurde, gibt sich kampfbereit. „Wir werden kämpfen, zur Not mit Steinen. Wir werden niemals aufgeben“, sagte er. Die Opposition habe Alternativen zum Verhandlungsprozess. „Das Regime wird nicht bleiben“, zitiert Associated Press Hidschab.

Konsequenterweise hat sich die Saudi-Gruppe am Dienstag von den Friedensgesprächen verabschiedet. Als Grund gaben die Verhandler einen Raketenbeschuss auf Märkte in zwei Dörfern an, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Eine unabhängige Bestätigung für das Ausmass des "Massakers", wie es die Saudis nennen, gibt es nicht. Die großen internationalen Medien berichten von dem Vorfall kaum. In Deutschland haben sich lediglich die öffentlich-rechtlichen Sender und die Bild-Zeitung mit drastischen Worten dem Ereignis gewidmet. Als Quelle wird die vermutlich von den Muslim-Brüdern geführte "Beobachtungsstelle für Menschenrechte" angeführt, die von einem Mann in London betrieben wird. Selbst die Nachrichtenagentur AFP, die die Vorfälle ebenfalls gemeldet hat, räumt ein, die Angaben dieser Stelle nicht überprüfen zu können.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bloß raus aus Russland: Rückzug westlicher Firmen wird zum Eigentor

Als der Ukraine-Krieg begann, wurden westliche Unternehmen zum Rückzug aus Russland gedrängt. Dieser ist zwar schnell verkündet. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Riskante Wette: US-Pensionsfonds setzen verstärkt auf Hebelwirkung

Die staatlichen Pensionsfonds in den USA investieren massiv mit geliehenem Geld. Dies soll die Renditen steigern und die großen...

DWN
Politik
Politik Angriffsdrohungen und ein mysteriöser Brief: Lukaschenko und der Krieg

Der weißrussische Machthaber gilt zwar als Unterstützer Putins, hielt sich bislang aber aus dem Ukraine-Krieg raus. Dann kamen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie eine Familienstiftung vor staatlicher Enteignung schützt

Parteien und Gewerkschafter fordern immer wieder eine Vermögensabgabe. Wer sich davor schützen möchte, dem raten Experten zu einer...

DWN
Deutschland
Deutschland Energieriese soll mit Steuergeld gerettet werden

Erst die Banken, dann die Fluglinien und jetzt die Energieriesen. Erneut bittet eine Branche darum, mit Steuergeldern gerettet zu werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Also doch: Fusion zwischen deutschen Hafenbetreibern ist geplatzt

Die seit September 2017 andauernden Gespräche über eine Fusion der zwei Hafen-Logistik-Unternehmen HHLA und Eurogate wurden jetzt...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN: In eigener Sache

Die Geschäfsführung der DWN über die Neubesetzung der Chefredaktion.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Historisches Handelsdefizit: „Rohstoff-Zeitalter“ bedroht Deutschlands Wohlstand

Der „Exportweltmeister“ Deutschland erzielt ein historisches Defizit - ein Fingerzeig, wohin die Reise im nun angebrochenen...