Gemischtes

Aktie von Mitsubishi sackt ab: Milliardenwerte vernichtet

Lesezeit: 1 min
21.04.2016 11:48
Nach der Aufdeckung der Manipulationen bei Abgaswerten ist der Aktienkurs des japanischen Autobauers Mitsubishi am Donnerstag erneut deutlich gesunken. Dabei wurden Firmenwerte in Milliardenhöhe vernichtet. Das Verkehrsministerium ließ unterdessen Gebäude des Konzerns durchsuchen.
Aktie von Mitsubishi sackt ab: Milliardenwerte vernichtet

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die gefälschten Verbrauchsangaben beim japanischen Autobauer Mitsubishi haben die Anleger zu Verkäufen veranlasst: Der Kurs der Mitsubishi-Aktie in Tokio fiel am Donnerstag bis Börsenschluss um weitere 20 Prozent, nach 15 Prozent am Vortag, wie AFP meldet. Das Unternehmen ist damit auf einen Schlag umgerechnet 2,2 Milliarden Euro weniger wert. Das japanische Verkehrsministerium ließ Büroräume in einem Forschungs- und Entwicklungszentrum von Mitsubishi Motors durchsuchen.

Der japanische Autobauer hatte am Mittwoch eingeräumt, Testergebnisse zu Verbrauchsangaben gefälscht zu haben. Die Effizienz der Fahrzeuge beim Kraftstoffverbrauch gab Mitsubishi um fünf bis zehn Prozent höher an als tatsächlich gemessen, indem Zahlen zum Rollwiderstand der Reifen geschönt wurden. Betroffen sind laut Unternehmen rund 625.000 Kleinstautos, die auch für den Partner Nissan produziert wurden. In Deutschland werden diese Autos nicht verkauft.

Anleger fürchten, diese Zahl könnte noch beträchtlich steigen. Bei Volkswagen etwa erhöhte sich die Zahl der vom Abgas-Skandal betroffenen Autos von zunächst 500.000 auf elf Millionen.

„Das ist eine extrem ernste Angelegenheit“, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga am Donnerstag. Mitsubishi müsse nun „Erklärungen“ liefern. Beamte des Verkehrsministeriums verschafften sich am Donnerstagvormittag Zutritt zu den Büroräumen von Mitsubishi in der Präfektur Aichi im Zentrum des Landes, wie ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der Kurs der Aktie von Mitsubishi sank auf 583 Yen (4,70 Euro). Das war ein Rückgang um 150 Yen binnen eines Handelstages – das gesetzlich festgelegte Maximum. Der Aktienkurs von Partner Nissan hingegen blieb unberührt und legte in einem positiven Marktumfeld sogar um 3,14 Prozent zu.

Mitsubishi hatte erst kürzlich die Folgen des Skandals hinter sich gelassen, der zu Beginn der 2000er Jahre das Unternehmen erschüttert hatte. Der Autobauer hatte Autos trotz technischer Mängel nicht wie vorgeschrieben in die Werkstätten gerufen. Erholt hatte sich das Unternehmen nur, weil andere Firmen des Mitsubishi-Konglomerats zur Hilfe kamen. Mitsubishi hatte damals versichert, seine internen Regeln zur Einhaltung von Gesetzen zu verschärfen – eine Zusage, die nun in Zweifel gezogen wird.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
DWN
Technologie
Technologie „Die Debatte um die Atomkraft wird nahezu faktenfrei geführt“

Fluch oder Segen? Der Analyst für Energie- und Atom-Politik, Mycle Schneider, empfiehlt einen nüchternen Blick auf die Kernenergie. Und...

DWN
Finanzen
Finanzen Die USA brechen die Regeln des internationalen Finanzsystems

Wegen kurzfristiger Vorteile verspielt Amerika seinen guten Ruf.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Einflussreicher US-Stratege sagt, der Westen trage Mitschuld am Krieg: Hat er Recht?

Stellt der Ukraine-Krieg nur die logische Folge eines erneut aufkeimenden russischen Imperialismus dar? Nein, so der berühmte US-Stratege...

DWN
Technologie
Technologie Energiewende führt zu Strommangel-Wirtschaft, De-Industrialisierung und Verarmung

So, wie die Energiewende derzeit geplant ist, gefährdet sie den Wirtschaftsstandort Deutschland und unseren Sozialstaat. DWN-Autor Henrik...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...