Politik

Banken-Krise Italien: UniCredit-Chef kündigt Rücktritt an

Lesezeit: 1 min
25.05.2016 00:31
Die HVB-Mutter steht vor einem Wechsel an der Spitze. CEO Ghizzoni hat seinen Rücktritt angekündigt, um den Weg für eine Neuausrichtung freizumachen.
Banken-Krise Italien: UniCredit-Chef kündigt Rücktritt an

Die italienische HypoVereinsbank-Mutter UniCredit wechselt ihren Chef aus: Der Unicredit-Chef Federico Ghizzoni erklärte sich nach anhaltender Kritik zum Rücktritt bereit, wie das Institut nach einer Sondersitzung des Verwaltungsrates am Dienstag mitteilte. Er werde aber noch solange die Geschäfte führen, bis ein Nachfolger gefunden sei. Einem Insider zufolge will die Bank bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats am 9. Juni einen neuen Chef ernennen. Damit könnte auch der Weg für einen größeren Umbau des – gemessen an der Bilanzsumme – größten Geldhaus des Landes und eine milliardenschwere Kapitalerhöhung geebnet sein.

Der Verwaltungsrat und Ghizzoni seien übereingekommen, dass es Zeit für einen Wechsel sei, teilte UniCredit mit. Der Manager habe seine Bereitschaft für eine Auflösung seines Vertrages erklärt. Ghizzoni wurde 2010 Chef der Großbank, zu der neben der Münchner HypoVereinsbank (HVB) auch die Wiener Bank Austria gehört. Er steht seit geraumer Zeit unter Druck. Anteilseigner sind mit der Aktienkursentwicklung, der angespannten Kapitaldecke und der geringen Rentabilität des Instituts unzufrieden.

Zu den Kandidaten, die als Nachfolger im Gespräch sind, gehören Jean-Pierre Mustier, ein früherer Manager bei der französischen Großbank Societe Generale und bei UniCredit, sowie der Chef des Investmentbankings bei der Schweizer UBS, Andrea Orcel, Mediobanca-Chef Alberto Nagel und der Italien-Chef vom US-Institut Merrill Lynch, Marco Morelli.

Die Entscheidung dürfte auch davon abhängen, ob der Verwaltungsrat eine Fusion mit einer anderen Bank als Option ins Auge fasst. Für diese Aufgabe wären Orcel oder Nagel prädestiniert. Alternativen wären ein Rückbau des mittlerweile in 17 Länder verzweigten UniCredit-Netzes oder eine Kapitalerhöhung. Italiens einzige global bedeutsame Bank hat die Sorgen nicht ausräumen können, dass sie eine Kapitalerhöhung benötigt. Ihr Kernkapital ist Ende März auf 10,5 Prozent gefallen und liegt damit nur knapp über dem von der Europäischen Zentralbank für 2016 vorgegebenen Minimum von zehn Prozent. Nach Einschätzung von Analysten könnte UniCredit zwischen fünf und zehn Milliarden Euro frisches Kapital benötigen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Polizei löst Corona-Party mit Pfefferspray auf, droht Bürgern mit Elektroschock-Pistole

In Düsseldorf hat die Polizei eine private Feier in einer Privatwohnung aufgelöst. Dabei setzten die Beamten nicht nur Pfefferspray ein,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Eine neue Macht übernimmt den Fußball: Die Fans werden den reichen Club-Besitzern und Oligarchen noch hinterhertrauern

Früher wurde der Profi-Fußball von selbsternannten Sonnenkönigen beherrscht. Mittlerweile ziehen Multi-Milliardäre die Fäden. Doch...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Marc Friedrich: Corona ist bald vorbei - wann wird die Politik mit der ganzen Wahrheit herausrücken?

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten veröffentlichen einen Auszug aus dem im April erschienenen neuesten Buch von Marc Friedrich: "Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lieferketten-Gesetz: "Die Belastungen für die Unternehmer stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis"

Das Parlament diskutiert gerade das neue Lieferketten-Gesetz der Bundesregierung: Unternehmen sollen künftig dafür Sorge tragen, dass...

DWN
Politik
Politik Bericht: Türkische Kampf-Drohnen erobern die Welt

Einem Bericht zufolge hat sich die Türkei zu einer Drohnenmacht entwickelt. Dabei soll die Drohne des Typs Bayraktar TB2 in Syrien, Libyen...

DWN
Finanzen
Finanzen Der „IMF Coin“ wird das weltweite Fiatgeld-System zerschlagen

Das Ende des Fiat-Geldsystems steht bevor. Digitale Zentralbankwährungen bedrohen angeblich den US-Dollar. Doch wahrscheinlicher ist, dass...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Chinas Bevölkerungsrückgang hat Folgen für die ganze Welt

Erstmals seit der großen Hungersnot unter Mao vor 60 Jahren schrumpft die chinesische Bevölkerung nun wieder. In der Folge droht dem Land...