Politik

Banken-Krise: Italien muss Veneto Banca retten

Lesezeit: 1 min
23.06.2016 01:07
Die Banken-Krise in Italien verschärft sich: Als nächste muss die Veneto Banca vom Bankenrettungsfonds aufgefangen werden. Immerhin: Die Fusion der Banca Popolare mit der Banca Popolare aus Mailand scheint nun doch zu gelingen.
Banken-Krise: Italien muss Veneto Banca retten

Die italienische Krisenbank Veneto Banca steuert Insidern zufolge in die Arme des Rettungsfonds Atlante. Bei der geplanten Kapitalerhöhung im Volumen von einer Milliarde Euro hätten die Eigner des Regionalinstituts nur ein Prozent der Aktien gezeichnet, sagte eine den Vorgängen nahestehende Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Nachfrage institutioneller Investoren, die noch bis Freitag einsteigen können, sei gering. Deshalb sei eine Rettung durch Atlante wahrscheinlich. Der Fonds erklärte unterdessen, die Europäische Zentralbank habe den Kauf von mehr als 50 Prozent der Veneto-Banca-Aktien genehmigt.

Der Rettungsfonds hatte Anfang Mai bereits der Banca Popolare di Vicenza mit 1,5 Milliarden Euro ausgeholfen, nachdem der geplante Börsengang mangels Anlegerinteresse gescheitert war. Mit seinem zweiten Engagement würde der Fonds bereits über die Hälfte seiner Mittel von 4,25 Milliarden Euro ausgegeben haben. Atlante war Mitte April ins Leben gerufen worden, um den Krisenbanken des Landes unter die Arme zu greifen. Sie sitzen auf einem riesigen Berg fauler Kredite.

Entwarnung gab es dagegen an einer anderen Front: Das italienische Geldhaus Banca Popolare hat das für den geplanten Zusammenschluss mit dem Rivalen Banca Popolare di Milano benötigte Kapital zusammen. Es sei eine Milliarde Euro eingesammelt worden, teilte das Institut am Mittwoch mit. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihre Genehmigung der Fusion mit der Auflage verknüpft, dass Banco Popolare sich frisches Geld in dieser Höhe besorgt. Damit soll für Kreditausfälle vorgesorgt werden. Italiens Bankenbranche sitzt auf 360 Milliarden Euro Problemdarlehen, weil viele Unternehmen nach drei Jahren Rezession ihre Raten nicht mehr bezahlen können. Die Regierung in Rom hat die Geldhäuser zu kostensparenden Zusammenschlüssen gedrängt.

Der derzeit Branchenvierte Banco Popolare würde nach der Fusion zum drittgrößten Institut des Landes nach Intesa Sanpaolo und Unicredit aufsteigen. Bei der Kapitalerhöhung seien 99,4 Prozent der angebotenen neuen Aktien verkauft worden, erklärte Banco Popolare weiter.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Beziehungen der Türkei zu Griechenland und den USA verschlechtern sich rapide

Die türkische Regierung hat einen Militäreinsatz gegen mit den USA verbündete Milizen in Syrien angekündigt. Die Drohung ist ein...

DWN
Politik
Politik Wahlskandal bei Bundestagswahl in Berlin: Falsche Stimmzettel ausgegeben - Neuwahlen drohen

Chaos In Berlin: Politiker stellt Strafanzeige wegen Wahlbetrugs - Wahlwiederholung wahrscheinlich.

DWN
Unternehmen
Unternehmen 320.600 Techniker fehlen: Deutscher Fachkräftemangel erreicht neuen Höhepunkt

Vor allem in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) wächst die Nachfrage auf Rekordniveau. Mit der...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Für den Notfall: Bundesregierung baut Reserve an Kohlekraftwerken aus

Gestern Klimakiller, heute Retter in der Not? Im Angesicht der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas greift die Bundesregierung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Einzelhandel: Keine Erholung in Sicht

Der deutsche Einzelhandel leidet weiter unter der anhaltenden Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine.

DWN
Deutschland
Deutschland IfW-Vize fordert Rente mit 70: "Rentenversicherung läuft in ein Finanzierungsproblem"

Der Vorschlag des Vizepräsidenten des IfW Kiel, Stefan Kooths, wurde kontrovers diskutiert. Nun will er Missverständnisse aus dem Weg...

DWN
Deutschland
Deutschland Schluss mit lustig: Immobilienmarkt unter Druck

Mit Ende des Jahres erwartet die Immobilienbranche einen Rückgang der Immobilen-Preise.