Finanzen

US-Arbeitsmarkt: In der Realität findet der Aufschwung nicht statt

Lesezeit: 1 min
15.07.2016 12:41
In den USA stieg die Zahl der Arbeitsstellen im Juni überraschend deutlich. Die guten Nachrichten stehen im Widerspruch zur derzeitigen Grundtendenz in der amerikanischen Wirtschaft. Diese ist negativ, wie ein Blick hinter die schönen offiziellen Zahlen zeigt.
US-Arbeitsmarkt: In der Realität findet der Aufschwung nicht statt
Der US-Arbeitsmarkt ist weit schwächer, als aus offiziellen Zahlen hervorgeht. (Grafik: Bremer Landesbank)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In einer interessanten Analyse widmet sich die Bremer Landesbank den neuesten Arbeitsmarkt-Daten aus den USA:

Reden wir über den Arbeitsmarkt der USA, der eine sensationelle Wendung genommen hat.

Am Freitag fühlte man sich an Helene Fischers Lied „Atemlos“ ob der notwendigen intellektuellen Verarbeitung dieser nahezu historischen Wendung erinnert.

Mein Gott, wie machen die das in den USA nur. Wie von Zauberhand entstehen Jobs, als ob sich die US-Wirtschaft in einem Boom befände. Das ist aber nicht der Fall.

Wir sind mit dem schwächsten Expansionsbild der US-Wirtschaft seit 2012 konfrontiert.

Wir sind mit der größten Gewinnrezession bei US-Unternehmen seit 2009 konfrontiert.

Wir sind mit der Tatsache konfrontiert, dass die Einzelhandelsumsätze das schwächste nominelle Wachstum seit 2011 ausweisen und ganze US-Warenhausketten scheiterten oder ihre Filialnetze einkürzten, während der produzierende Sektor längst in einer Rezession steckt (Auftragseingänge auf dem Niveau von 2012) und der Immobilienmarkt und die Baubranche nur mit aggressiver Hypothekenvergabe auf der Qualitätsbasis 2007 am Leben erhalten werden.

Deswegen hat JP Morgan jetzt betont, dass die Risiken für eine US-Rezession im Laufe der kommenden 12 Monate mit 37% auf dem höchsten Niveau seit Beginn der Erholung sind. Die Deutsche Bank ist bei einem vergleichbaren Indikator übrigens bei einer Wahrscheinlichkeit von 60%. Wir verweisen auf den Jahresausblick 2016: USA – Flirt mit Rezession … Diese Prognose hatte nichts mit Kristallkugeln, sondern mit Strukturen zu tun …

Damit sind wir dann bei dem Lied von Katja Ebstein: „Wunder gibt es immer wieder“

Wir nehmen vor diesem Hintergrund folgende Daten zur Kenntnis:

Die Beschäftigung außerhalb des Agrarsektors nahm per Juni um 287.000 Jobs zu. Die Prognose lag bei 175.000. Der Vormonatswert wurde von 38.000 auf 11.000 revidiert.

Im Dienstleistungssektor wurden 278.000 Jobs geschaffen.

Ein Hintergrund: Wegen des Niedriglohns werden Festangestellte zum Teil gekündigt und gegen Teilzeitkräfte ausgetauscht = Mehr Quantität bei geringerer Lohnsumme, die volkswirtschaftlich relevant ist!

Die durchschnittlichen Stundenlöhne verfehlten mit +0,1% die bei +0,2% angesiedelte Prognose.

Die durchschnittliche Arbeitszeit verharrte bei 34,4 Stunden.

Die Partizipationsrate legte leicht von 62,6% auf 62,7% zu.

Die Arbeitslosenquote nahm von zuvor 4,7% auf 4,9% zu.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Das sagen Ökonomen zum schlechten Geschäftsklima in Deutschland

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich eingetrübt. Jetzt äußern sich namhafte Ökonomen zur Stimmung bei den Unternehmen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der „Great Reset“ wird dem IWF zur Allmacht verhelfen

Der Chef der Firma „Money Metals Echange“ sagt, dass die „Great Reset“-Agenda zugunsten der Macht des IWF ausfallen wird....

DWN
Politik
Politik Cyber-Pandemie und Hungerkrise: Sind das allmächtige Weltwirtschaftsforum und Klaus Schwab Hellseher?

Die Prognosen des allmächtigen Weltwirtschaftsforums und Klaus Schwabs scheinen immer aufzugehen.

DWN
Finanzen
Finanzen Family Offices der Superreichen setzen auf Bitcoin

Nach Angaben von Goldman Sachs, haben zahlreiche Family Offices, mit denen die Investmentbank zusammenarbeitet, bereits in Bitcoin...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Regeln: Wieso hatten die CSD-Teilnehmer totale Narrenfreiheit, während andere Bürger gegängelt werden?

Wenn es um die Corona-Regeln geht, dürfen sich in diesem Land manche Gruppen alles erlauben, ohne dass Kritik an ihnen geübt wird. Andere...

DWN
Politik
Politik Frankreich: Wer Bus und Bahn nutzen will, muss künftig einen Impfpass vorlegen

Wer in Frankreich künftig Cafés, Restaurants, Messen besuchen, oder aber die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen will, muss einen...

DWN
Deutschland
Deutschland Dickes Geschäft: Deutsche Gefängnisse lassen ihre Insassen zu Super-Billiglöhnen für Privatwirtschaft arbeiten

In deutschen Gefängnissen müssen Insassen für einen Hungerlohn für private Unternehmen schuften. Deutsche Unternehmen lassen auch in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Digitales Unternehmenskonto kommt bald bundesweit zum Einsatz

Ab dem kommenden Jahr soll das einheitliche „digitale Unternehmenskonto“ bundesweit zum Einsatz kommen, um die Akte zwischen Firmen und...