Finanzen

Griechenland: Jeder vierte Kredit wird nicht mehr bedient

Lesezeit: 1 min
01.10.2012 00:04
Das Volumen der Kredite, die in Griechenland bereits geplatzt sind oder nur verzögert zurückgezahlt werden, hat einen Rekordwert erreicht. Die Regierung versucht mit neuen Gesetzen gegen die faulen Kredite vorzugehen, verschärft damit jedoch die Lage der Banken, die damit wieder mehr Geld vom Staat benötigen.
Griechenland: Jeder vierte Kredit wird nicht mehr bedient

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Jeder vierte Kredit in Griechenland platzt oder wird nicht rechtzeitig zurückgezahlt. 25 Prozent der griechischen Kredite ist mit seinen Rückzahlungen mindestens drei Monate in Verzögerung. Damit erreichen die faulen Kredite ein Rekordvolumen von 57 Milliarden Euro. Dies berichtet die Zeitung Kathimerini.

Den größten Teil der faulen Kredite machen Verbindlichkeiten von Unternehmen aus: Bei einem Drittel aller verzögerten Kredite sind Unternehmen die Schuldner. Gefolgt werden die Unternehmen von Immobilienhypotheken, die 26 Prozent ausmachen. Weitere 30 Prozent entfallen auf ungedeckte Kreditkartenrechnung und Konsumentenkredite.

Der drastische Anstieg der geplatzten Kredite hat zwei erhebliche Auswirkungen: Zum einen müssten die Banken mit mehr ausfallenden Krediten auch mehr Kernkapital vorweisen können, um das Risiko ausgleichen und den europäischen Standards entsprechen zu können. Dies könnte die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben, weil die Banken noch mehr Finanzierungsbedarf haben.

Zum anderen ist das griechische Bankensystem damit nun vollständig von der Europäischen Zentralbank abhängig. Sie muss die Liquidität bereitstellen, um das griechische Bankensystem aufrecht zu erhalten.

Für private Schuldner könnte diese Entwicklung einen ewigen Schuldendienst brigen. Die Regierung arbeitet nämlich schon an einer Regelung, welche die Rückzahlung von Krediten auf bis zu 40 Jahre hinauszögern könnte.

Ein weiteres Gesetz soll die Raten zur Rückzahlung um 30 Prozent senken. Beobachter kritisieren, dies würde für die Schuldner einen Anreiz schaffen, ihre Kredite nicht ordnungsgemäß zu bedienen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Finanzen
Finanzen Nie zuvor sind die Zinsen so schnell gestiegen

Die globalen Zentralbanken haben die Zinssätze in einem noch nie dagewesenen Ausmaß angehoben - weitgehend ohne Koordination. Die Folgen...

DWN
Politik
Politik Putin verkündet „vier neue Regionen in Russland“

Präsident Putin hat den Anschluss von Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson an Russland verkündet. Die Ukraine hat indes ihre...

DWN
Politik
Politik EU beschließt Gewinn-Abschöpfung bei Stromproduzenten

Die EU hat die Abschöpfung von sogenannten Zufallsgewinnen bei Stromerzeugern und Ölkonzernen beschlossen. Eine Gaspreisbremse wird von...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation in der Eurozone erstmals zweistellig

Wegen deutlich höherer Energiekosten ist die Inflationsrate im Euro-Raum auf 10 Prozent gestiegen. Nun wird von der EZB ein erneuter...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Finanzmärkte knicken ein, Weltwirtschaft wird folgen

Die globalen Finanzmärkte verzeichnen derzeit die größte Korrektur seit der Finanzkrise. Der Einbruch der Weltwirtschaft deutet sich...

DWN
Politik
Politik Sieg für Erdogan: Schweden genehmigt Waffenexporte an Türkei

Schweden macht den Weg frei für die Wiederaufnahme von Waffenexporten an die Türkei. Dies war eine von Erdogans Bedingung für den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelbranche: Machtkämpfe gehen weiter

Die Preisdebatten zwischen Händlern und Herstellern verschärfen sich zusehends und werden immer häufiger in der Öffentlichkeit...

DWN
Finanzen
Finanzen Anleger zittern vor drohender Winter-Rezession

Ein Ende der drastischen Zinserhöhungen ist nicht in Sicht und die hohen Energiepreise dämpfen deutsche Industrieproduktion. Anleger...