Finanzen

EZB: Abbau der Euro-Schulden wird Jahrzehnte dauern

Lesezeit: 1 min
15.10.2012 23:32
Die Umsetzung des Schuldenabbaus in der Eurozone müsse weiterhin forciert werden, fordert EZB-Mitglied Klaas Knot. Man müsse zudem eine Instanz schaffen, die eingreifen könne, wenn die Länder weiter ihre Fiskalpolitik vernachlässigen.
EZB: Abbau der Euro-Schulden wird Jahrzehnte dauern

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Vergangene Woche ließ es sich der IWF nicht nehmen, eine Lockerung bei den Defizzit-Zielen der strauchelnden Länder zu verlangen, aber das EZB-Mitglied Klaas Knot, Chef der niederländischen Zentralbank hält dagegen. Seiner Meinung nach müsse man weiter an der Umsetzung der notwendigen Reformen festhalten. Besonders die steigende Verschuldung, die Handels-Defizite und die sinkende Wettbewerbsfähigkeit hätten zur Krise in Europa beigetragen, schreibt er in einer Rede, die er in Hong Kong halten wird und die Reuters vorliegt.

Die geschaffenen EU-Schwellenwerte müssten rigoros durchgesetzt werden, fordert er. Zwar täten die EU-Politiker und die Zentralbanker ihre Bestes, um die Schuldenkrise zu lösen, so Knot. Aber „eine politisch unabhängige, europäische Behörde, die mehr in die Fiskalpolitik der Länder, welche die Vereinbarungen brechen, eingreifen könnte“, wäre wichtig.

Der europäische Grenzwert für die öffentlichen Defizite liegt bei 3 Prozent des BIP (ein willkürlicher Wert – mehr hier) und die Begrenzung der Staatsverschuldung ist 60 Prozent. Eurostat zufolge konnten von den 17 Euroländern nur fünf Staaten im vergagenen Jahr einen Wert unterhalb der Schwelle von 60 Prozent erreichen - Estland, Luxemburg, Slowenien, der Slowakei und Finnland.

Bis alle Eurostaaten jedoch das Ziel von 60 Prozent erreicht haben werden, werden eher Jahrzehnte als Jahre vorübergehen, so Knot. Wenn dies jedoch erreicht ist, wäre die Emission von gemeinsamen Anleihen der Eurozone jedoch eine „ernsthafte Option“.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Dringend: Deutschlands Wirtschaft fordert Steuerreform
24.02.2024

Führende Industrieverbände fordern steuerpolitische Reformen: Sie präsentieren ein Spektrum an Maßnahmen, von der Senkung der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Regeln für den Onlinehandel in der EU - was jetzt zu beachten ist!
24.02.2024

Wer Onlinehandel betreibt, läuft Gefahr, in eine Abmahnfalle zu geraten. Dies kann aus Unwissenheit passieren oder wenn Fehler...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Vermögensregister und Bargeldbeschränkungen: Risiko für Anleger
23.02.2024

Das EU-Vermögensregister gehört derzeit zu den größten Risiken für Anleger. Daher ist es wichtig, sich jetzt zu überlegen, wie man...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Können Kasachstan und Aserbaidschan russische Energie ersetzen?
23.02.2024

Aserbaidschan und Kasachstan sollen als Folge des Ukrainekrieges zu wichtigen Energieversorgern Deutschlands und der EU werden. Doch wie...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Wunderwaffen gibt es nicht
23.02.2024

Im Ukraine-Krieg treffen russische auf westliche Waffensysteme. Inwieweit lässt sich deren Effektivität vergleichen, sind ausgebrannte...

DWN
Finanzen
Finanzen Bund geht wieder leer aus: Erneut kein Bundesbank-Gewinn
23.02.2024

In der Bundesbank-Bilanz steht zum vierten Mal in Folge unter dem Strich eine Null, dabei könnte der Bundesfinanzminister einen Geldsegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Solarhersteller unter Druck: Meyer Burger plant Werksschließung in Sachsen
23.02.2024

Die Solarindustrie hierzulande steht unter Druck: Annähernd 90 Prozent der nach Deutschland importierten Photovoltaikanlagen stammen laut...

DWN
Finanzen
Finanzen Allzeithochs bei DAX, MSCI World und Co.: Jetzt besser nicht investieren?
23.02.2024

Zahlreiche Aktienindizes sind kürzlich auf Rekordhochs gestiegen, der deutsche DAX beispielsweise kletterte im gestrigen Donnerstagshandel...