Politik

Trotz instabiler Wirtschaft: Lettland will den Euro einführen

Lesezeit: 1 min
04.11.2012 01:14
Trotz der anhaltenden Schuldenkrise in der Eurozone besteht Lettland weiterhin auf einen Eurobeitritt zum 1. Januar 2014. Dabei hat sich Lettland selbst erst 2011 von der Wirtschaftskrise erholt, zu deren Bewältigung sogar Mittel des IWF herangezogen werden mussten.
Trotz instabiler Wirtschaft: Lettland will den Euro einführen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Wie der lettische Premierminister Valdis Dombrovskis auf einer Tagung der Zentralbank in Riga mitteilte, sieht er die Zukunft Lettlands weiterhin in der Eurozone und fügt hinzu, „die Eurozone bedeute Stabilität und Wachstum.”

Die eigene ökonomische Entwicklung sieht er bei diesem Vorhaben nicht als Hindernis. Dabei hat sich Lettland erst in 2011 von der Wirtschaftskrise erholt. Diese hatte die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordhoch von über 20 Prozent ansteigen lassen. Allein in den Jahren 2008 und 2009 war die Wirtschaft um 25 Prozent geschrumpft. Um eine wirtschaftliche Erholung einzuleiten, musste das Land sogar auf einen Hilfskredit des IWF über 10 Milliarden US-Dollar zurückgreifen.

Trotz aller Probleme in der Vergangenheit verweist Dombrovskis darauf, dass sich Lettlands Wirtschaft inzwischen wieder auf einem stabilen Wachstumskurs von jährlich 5,5 Prozent befinde. Zudem betonte er dem Guardian zufolge, dass ein Betritt der Eurozone schon allein deshalb Sinn mache, da die Haupthandelspartner ebenfalls den Euro als Währung nutzen.

Derzeit erfüllt Lettland zwar die Kriterien des Maastrichter Vertrages bezüglich Inflation, Verschuldung und Haushaltsdefizit. Doch hat sich die lettische Wirtschaft in der Vergangenheit nicht gerade durch ihre Stabilität ausgezeichnet, sondern war von starken Schwankungen geprägt. Zudem haben die Maastrichter Kriterien noch kein Land davon abgehalten, sie zu übertreten.

Die letztendliche Entscheidung müssen nun die EZB und die Europäische Kommission treffen, was vermutlich in der ersten Jahreshälfte 2013 der Fall sein wird.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Autofahrer: Klimavorgaben werden verschärft, Spritpreise werden drastisch steigen

Union und SPD wollen die Klimavorgabe für Treibstoffe noch einmal über die bisherigen Regierungspläne hinaus verschärfen. Eine ganz...

DWN
Deutschland
Deutschland Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sinkt weiter deutlich

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat den negativen Trend der vergangenen Quartale in den ersten drei Monaten des Jahres...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Joe Biden will Chinas Staatskapitalismus nachahmen – Europa zieht mit

Chinas Staatskapitalismus findet offenbar Nachahmer. Auch in Amerika will die Politik nicht mehr nur Schiedsrichter sein, sondern ebenso...

DWN
Finanzen
Finanzen Arbeitgeber wütend: Neuer Rat will Umbau des Arbeitsmarkts

Ende von Minijobs, Recht auf Homeoffice: Ein von Arbeitsminister Hubertus Heil eingesetzter Expertenrat hat erste Ergebnisse präsentiert....

DWN
Politik
Politik „Hochrangiges“ Gespräch mit Luisa Neubauer: Kanzlerin Merkel fürchtet mögliche „Klimaleugner-Mehrheit“

In einem außerordentlich „hochrangigen“ Gespräch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat Kanzlerin Merkel gesagt, dass die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Lithium-Markt steht vor einer Angebotsknappheit

Wegen der steigenden Nachfrage steht der weltweite Lithium-Markt vor einer Angebotsknappheit. Diese Entwicklung wird durch die zunehmende...

DWN
Finanzen
Finanzen Paukenschlag: Gegner der EZB-Staatsanleihenkäufe scheitern in Karlsruhe

Das Bundesverfassungsgericht hatte die milliardenschweren Anleihekäufe der EZB teilweise für verfassungswidrig erklärt. Es forderte...

DWN
Politik
Politik Die neue Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion

Dem US-Analysten James Rickards zufolge ist das Schlimmste im Verlauf der Corona-Krise noch nicht überstanden. Die Welt geht einer Großen...