Griechenland wie in den 50er Jahren: Schulen werden nicht geheizt

 

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28.11.2012 00:27
In Zentralgriechenland können sich die meisten Schulen kein Heizöl mehr leisten. Die Atmosphäre in den Klassenräumen ist nun ähnlich wie in den 50-er Jahren. Die gestiegenen Heizkosten machen auch vielen Haushalten Sorgen.
Griechenland wie in den 50er Jahren: Schulen werden nicht geheizt

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In den meisten Schulen des Bezirks Trikala im griechischen Thessalien müssen die Schüler frieren. Man sei dort nicht in der Lage, Heizöl zu beschaffen, obwohl die Temperaturen auf 10 Grad Celsius gefallen sind, berichtet KeepTalkingGreece. Die Lehrer planten eine Beschwerde bei der Lokalregierung. Doch es sei offenkundig, dass für derartige Bedürfnisse einfach kein Geld da ist. Aufgrund der hohen Heizölkosten erwägen nun die Lehrer und Eltern in Trikala, für die betroffenen Schulen Holzöfen anzuschaffen. Holz wäre erschwinglicher. Doch bis dahin werden sich die Schüler und Lehrer dick anziehen müssen. Die Schulen in Griechenland leiden grundsätzlich unter Geldmangel. Eine Grundschule hatte sich aus diesem Grund sogar Anfang des Monats ein Bordell als Sponsor gesucht (mehr hier).

Aber nicht nur die meisten Schulen, sondern auch Behörden haben Finanzierungsschwierigkeiten. Heizöl kostet in Griechenland derzeit mindestens 1,40 Euro pro Liter. Für die hohen Heiz- und Stromkosten im Land sind die von der Troika durchgesetzten Steuererhöhungen mitverantwortlich. Vor allem die zusätzliche Verbrauchssteuer auf Heizöl macht dieses 40 Prozent teurer als im Vorjahr. Während eines Gesprächs zwischen Vertretern der Tankstellenbesitzer und dem Finanzminister Yannis Stournaras Mitte Oktober drohten die Tankstellenbesitzer, die Lieferung von Heizöl einzustellen. Sie forderten die Abschaffung der Steuer. Ein Tankstellenbesitzer sagte, die Steuererhöhungen verfolgten nur den Zweck, „das griechische Volk zu erniedrigen“ berichtet Kathimerini. Zu den großen Problemen bezüglich der Heizölpreise sind aber auch viele griechische Haushalte davon bedroht, keinen Strom mehr zu erhalten. Jeden Monat drehen Stromversorger derzeit 30.000 Haushalten aufgrund nicht bezahlter Rechnungen den Strom ab (mehr hier).


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