Politik

Geothermie in Rheinland-Pfalz vor dem Aus

Lesezeit: 1 min
19.06.2013 11:39
Durch zahlreiche kleinere Erdbeben steht die Geothermie in Rheinland-Pfalz vor dem aus. Dem Kraftwerk in Landau droht die Insolvenz. Die Kosten übersteigen den Nutzen des Kraftwerkes. Das Erdbeben-Risiko ist nicht kalkulierbar.
Geothermie in Rheinland-Pfalz vor dem Aus

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aufgrund des hohen Erdbeben-Risikos wird das Geothermie-Kraftwerk in Landau, Rheinland-Pfalz, seit Jahren nur noch mit halber Leistung gefahren. Das führt dazu, dass die Kosten in die Höhe steigen. Dem Kraftwerk droht nun die Insolvenz. Für die Investitionen in das Projekt muss der Steuerzahler aufkommen. Seit 2010 macht das Kraftwerk Verluste.

Die Investitionskosten des Kraftwerkes betrugen „insgesamt 21 Millionen Euro", sagte Christian Lerch, Geschäftsführer bei geo x, den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Der Löwenanteil davon wurde für die beiden Hauptbohrungen ausgegeben. Als Sicherheit wurden sechs Millionen Euro zusätzlich von der Regierung Rheinland Pfalz als Landesbürgschaften hinterlegt.

Geothermie  nutzt Erdwärme und ist auf eine riskante Bergbautechnik angewiesen. Die sogenannte Tiefengeothermie geriet wegen ihrer Unwirtschaftlichkeit und einem hohen Sicherheitsrisiko in Verruf. Der Landauer Energievesorger EnergieSüdwest hatte sich daher im Mai bereits dazu entschieden, sich nicht an den Kosten einer dritten Bohrung zu beteiligen. Dieses Vorhaben hätte weitere 10,6 Millionen Euro verschluckt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ein besonderes Risiko birgt die drohende Insolvenz des Kraftwerkes wegen möglicher neuer Investoren, die die Gefahr der seismischen Aktivitäten unterschätzen und sich unverantwortlich verhalten könnten: Wenn ein Investor das Kraftwerk Landau zu einem billigen Preis kaufe und dann schauen wolle, „wie viel er da rausholen kann, dann könnten wir möglicherweise wieder Mikroseismiken oder möglicherweise mehr bekommen", sagte Eveline Lemke, stellvertretende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz in einem Bericht von Dradio.

Damit ist steht ein weiterer Teilaspekt der Energiewende auf dem Spiel: Erdwärme soll in Zukunft 1% der Energieversorgung ausmachen. Dafür müssten allerdings 20 Tiefengeothermie-Anlagen von der Größe des Kraftwerkes Landau gebaut werden. Damit steigt jedoch auch das Risiko bei Kosten und Erdbeben. Lemke will die Geothermie in Rheinland-Pfalz dennoch „langsam weiterentwickeln“.

Ein Sicherheitsrisiko gebe es bei jeder Art der Energiegewinnung. „Durch diese Kleinstbeben sind noch keine größeren Schäden entstanden“, sagte Gregor Dilger vom Bundesverband Geothermie den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Kleinere Schäden, die im Umkreis Landau im Jahr 209 entstanden sind und einen Wert von insgesamt 9.500 Euro aufwiesen, wurden von der geo x aus Kulanz - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht - bezahlt.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Fed belässt Leitzins bei 0,25 Prozent: Dow Jones verliert leicht, S&P 500 kaum verändert und Nasdaq mit Zugewinn

Die US-Börsen sind nach dem Zinsentscheid der Notenbank Federal Reserve uneinheitlich aus dem Handel gegangen.

DWN
Politik
Politik Wie sich die Weltbevölkerung in den vergangenen 12.000 Jahren entwickelt hat

Die Weltbevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren interessant entwickelt. Ein massiver stetiger Anstieg setzte zur Mitte des 16....

DWN
Politik
Politik Schweizer Armee warnt seit 2012 vor schweren Unruhen in Europa

Die Schweizer Armee warnt die europäischen Staaten seit über acht Jahren vor schweren Unruhen in Europa. Als der ehemalige Schweizer...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Portfolio

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik RKI und Weltwirtschaftsforum sabotieren Rückkehr zur alten Normalität

Es wird deutlich, dass das RKI, das Jens Spahn untersteht, nicht zurück will zur alten Normalität. Dabei folgt das RKI der Linie von...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hamburger Pella Sietas-Werft meldet Insolvenz an

Die traditionsreiche Hamburger Werft Pella Sietas hat für diesen Donnerstag einen Insolvenzantrag angekündigt.

DWN
Politik
Politik Trauernde Mutter tötet Kinderschänder, der ihren Sohn missbraucht hatte

In Großbritannien hatte eine alleinstehende Mutter einen Pädophilen mit einem Messer getötet. Er hatte ihren Sohn missbraucht. Dann...

DWN
Politik
Politik Australien: Zwei neue Tote nach AstraZeneca-Impfung, Behörden stellen Verbindung zwischen Tod und Impfstoff her

In Australien sind zwei Personen nach AstraZeneca-Impfungen verstorben. Die Regulierungsbehörde für therapeutische Mittel bestätigt eine...