Finanzen

Ex-EZB Mann Stark: Für Griechenland gibt es nur noch teure Lösungen

Lesezeit: 1 min
25.08.2013 11:18
Der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, sagt: Es war ein Fehler, die Euro-Zone aus rein politischen Gründen zu erweitern. EU-Kommissar Oettinger erwartet ein weiteres, zweistelliges Milliarden-Paket für Griechenland.
Ex-EZB Mann Stark: Für Griechenland gibt es nur noch teure Lösungen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Bundesregierung kündigte diese Woche zwar überraschend ein weiteres Hilfspaket für Griechenland an. Doch einen Schuldenschnitt schloss sie aus. EU-Kommissar Günther Oettinger und Ex-EZB-Mann Jürgen Stark hingegen sagen, dass ein Schuldenerlass unumgänglich sei.

Spätestens seit 2011 sei Griechenland zu einem „Fass ohne Boden“ geworden, sagte der frühere Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, der Zeitung Die Welt. Seit langem sei klar, dass es für das Land „nur noch teure Lösungen“ gebe und dass es ein Fehler gewesen sei, die Erweiterung der Eurozone „aus rein politischen Gründen zu forcieren“.

„Ein neues Hilfsprogramm für Griechenland ist kaum vermeidbar – und wenn es kommen muss, dann so rasch wie möglich“, so Stark. Er rechnet zudem damit, dass man Athen zumindest einen Teil der Schulden erlassen muss:

„Allein die Finanzierungslücke im Haushalt 2014 von über 10 Milliarden Euro wird zusätzliches Geld insbesondere der europäischen Partner erfordern. Dies allerdings würde den Schuldenstand weiter erhöhen, weshalb ein Verzicht der öffentlichen Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen wohl unvermeidbar sein wird.“

Auch EU-Kommissar Günther Oettinger kann sich einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland und somit weitere Belastungen für die deutschen Steuerzahler durchaus vorstellen. „Ein Schuldenschnitt ist auf absehbare Zeiten kein Thema, man kann ihn aber nicht für alle Zeiten ausschließen.“

Zunächst werde es jedoch eines neuen Hilfspakets für Griechenland „mit einem kleinen zweistelligen Milliardenbetrag“ geben, so Oettinger. Dieses Paket solle „die Jahre 2014 bis 2016 umfassen“.

Oettinger kritisierte allerdings, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Kanzlerin Angela Merkel vier Wochen vor der Bundestagswahl über ein weiteres Hilfspaket für Griechenland sprechen. „Man hätte auch den nächsten Bericht der Troika aus EU, IWF und EZB abwarten können, der im Oktober vorliegen wird.“

Doch seien die Aussagen Schäubles „sehr realitätsnah“, sagte Oettinger. Schäuble hatte diese Woche überraschend neue Hilfen für Griechenland angekündigt (mehr hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik NATO des Ostens? Russland und China sind keine Freunde, sondern Rivalen

Einige Zeitgenossen argumentieren, dass die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit die neue „NATO des Ostens“ ist. Besonders...

DWN
Politik
Politik Investor Daniel Oliver: „Der Goldpreis wird auf 10.000 US-Dollar steigen“

Der Gründer von „Myrmikan Capital“, Daniel Oliver, ist der Ansicht, dass der Goldpreis auf 10.000 US-Dollar steigen wird.

DWN
Politik
Politik Daten zu Pfizer-Impfstoff sollen bis 2076 unter Verschluss bleiben

Die US-Lebensmittelbehörde FDA will die Dokumente, auf denen die Zulassung des Pfizer-Impfstoffs basiert, erst in 55 Jahren öffentlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Verzerrte Statistik: „Die Inflation könnte derzeit bei 8 bis 10 Prozent liegen“

Im November stieg die Inflationsrate auf ein 29-Jahres-Hoch von mehr als fünf Prozent. Kritische Ökonomen äußern indes Zweifel an den...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Um 21,9 Prozent: Erzeugerpreise in der Euro-Zone steigen im Rekordtempo

Die Produzentenpreise im Euroraum steigen immer rasanter.

DWN
Finanzen
Finanzen Dax kämpft weiter gegen die Turbulenzen beim Kampf gegen Pandemie

Die Richtung der Börsen ist nicht klar. Die Ausbreitung einer neuen Virus-Variante aus dem südlichen Afrika belastet nach wie vor die...

DWN
Politik
Politik Europas „Garagen-Extremisten“ planen chemische und biologische Angriffe

In den vergangenen Monaten haben die europäischen Sicherheitsbehörden Personen festgenommen, die selbstständig biologische und chemische...

DWN
Politik
Politik Bundesweite Razzien wegen Hass-Postings in den sozialen Medien

Die bei der Staatsanwaltschaft Göttingen und dem Landeskriminalamt Niedersachsen eingerichteten Zentralstellen zur Bekämpfung von...