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Keine Rente: Amerikaner müssen im Alter auf die Gnade ihrer Kinder hoffen

Lesezeit: 2 min
01.10.2013 00:30
In der Finanzkrise hat die amerikanische Mittelschicht große Teile ihrer Ersparnisse im Aktienmarkt verloren. Daher haben die Rentner nicht genug Geld, um ihren Lebensstandard halten zu können. Sie arbeiten daher bis zum Tod, meist zu Dumping-Löhnen. Viele werden froh sein, wenn ihnen ihre Kinder im Alter ein Dach über dem Kopf gewähren.

Die meisten US-Amerikaner haben nicht genügend für das Alter vorgesorgt. Immer mehr von ihnen arbeiten daher für niedrige Löhne in Fast-Food-Restaurants.

Selbst viele wohlhabende Amerikaner haben am Ende ihrer Karriere nicht genug gespart, berichtet Bloomberg. Experten empfehlen, dass man das 10- bis 20-fache seines jährlichen Einkommens zurückzulegt, um seinen Lebensstandard im Alter halten zu können.

Vor allem die Lage der Mittelschicht mit Jahreseinkommen um 100.000 Dollar ist mies. Unter anderem die Finanzkrise im Jahr 2008 hat deren Ersparnisse deutlich vermindert.

Amerikaner mit niedrigen Einkommen verlassen sich schon lange auf die niedrigen Sozialleistungen des Staates. Derzeit leben mehr als 23 Millionen Amerikaner von Essensmarken der US-Regierung – so viele wie niemals zuvor. Im Schnitt erhalten sie 274 Dollar pro Monat.

Doch Angehörige der die Mittelklasse wollen ihren Lebensstandard halten. Daher arbeiten heute selbst ehemals gut bezahlte Manager im Niedriglohnsektor. Es ist praktische das Ende der Rente.

Circa 7,2 Millionen Amerikaner im Alter von mindestens 65 Jahre waren im vergangenen Jahr noch angestellt. Das sind 67 Prozent mehr als noch ein Jahrzehnt zuvor. Mehr als die Hälfte von ihnen (59 Prozent) hat derzeit überhaupt keine Ersparnisse.

„Leute, die eine erfolgreiche Karriere hinter sich haben, die ihren Kindern den Weg durch die Uni bezahlt haben und die gespart haben, was sie konnten, stehen dennoch vor einer Mobilität nach unten“, sagte die Ökonomin Teresa Ghilarducci, die die Finanzen von Rentnern untersucht hat.

Und die Lage verschlimmert sich. Denn immer mehr Angehörige der Generation der Baby-Boomer erreichen das Rentenalter. Circa 8.000 Amerikaner pro Tag werden 65 Jahre alt. Es ist die erste Generation, von der erwartet wurde, dass sie für ihre Rente selbst vorsorgt. Doch dies hat sie nicht in ausreichendem Maß getan.

Betriebsrenten gibt es kaum noch. Sie wurden in den letzten drei Jahrzehnten durch die staatlich regulierten Rentenpläne (401(k)) ersetzt, die von den Arbeitnehmern selbst gemanagt werden müssen. Der mittlere Stand bei 55- bis 64-Jährigen liegt bei 120.000 Dollar. Das reicht bei weitem nicht für das Alter, zumal die Lebenserwartung heute deutlich höher liegt.

Diese Ersparnisse ermöglichen jährliche Ausgaben in Höhe von 4.800 Dollar, wenn man sie auf 25 Jahre aufteilen will, wie es von Experten empfohlen wird. Das sind lediglich 400 Dollar (300 Euro) pro Monat. Die Hälfte der Baby-Boomer glaubt daher nicht, jemals genug Ersparnisse zu haben, um in die Rente gehen zu können.

„Ein langes Leben sollte ein Segen sein, doch wenn man sich nicht darauf vorbereitet hat, wird man viel länger arbeiten, als man je geträumt hat“, sagt Larry Fink, Chef von Blackrock, dem weltweit größten Vermögensverwalter. „Oder man sollte seine Kinder gut behandeln, da man wohl bei ihnen wohnen wird.“

Viele Amerikaner haben zu spät mit dem Sparen für die Rente begonnen. Oder sie konnten nichts mehr in ihre Rentenpläne (401(k)) einzahlen, weil sie arbeitslos wurden. Oder sie gaben ihre Rentenpläne als Sicherheiten an, etwa um die Universitätsausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Oder sie haben große Teile ihre Ersparnisse im Aktienmarkt verloren, in den sie durch Vergünstigungen in den staatlichen Rentenplänen gelockt wurden.

Wenn die Weltwirtschaft crasht (und darauf deutet einiges hin – hier), werden die Rentner zu den größten Verlierern gehören. Denn die bankrotten Staaten der westlichen Welt werden ihre sozialen Versprechen nicht mehr einhalten können. Und die Rentner selbst werden ohne oder mit infolge der Inflation wertlosen Ersparnissen dastehen.

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