Gemischtes

Vitamin E lässt Tumore schneller wachsen

Lesezeit: 1 min
08.02.2014 00:01
Die Einnahme von Vitamin E und anderen Anti-Oxidantien hemmt das natürliche Abwehrsystem der Zellen. So begünstigen sie das Wachstum von Krebszellen. Bei Mäusen wachsen Tumore in der Lunge dreimal so schnell nach Einnahme von Vitamin E.
Vitamin E lässt Tumore schneller wachsen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Schwedische Forscher der Universität Göteborg haben sich mit den Auswirkungen von Antioxidantien im Krebsfall beschäftigt. Antioxidantien haben gemeinhin ein sehr gutes Image. So sollen sie unter anderem verhindern, dass freie Radikale die DNA schädigen. Nicht selten wird den Antioxidantien auch nachgesagt, vor Krebs zu schützen. Doch das Forscherteam um Per Lindahl warnt vor der Einnahme von Antioxidantien.

In ihrer Studie haben die Forscher herausgefunden, dass Antioxidantien wie Vitamin E (Beta-Carotin etc.) und N-Acetylstein das Wachstum von Tumorzellen beschleunigen– zumindest wenn sie nicht über Nahrung, sondern als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Die Antioxidatien ermöglichen es nämlich den Krebszellen, dem Abwehrsystem der normalen Zellen (das sich auch gegen Tumore richtet) zu entkommen, heißt es in der Studie. Das führt dazu, dass sich die Tumore unerkannt, unkontrolliert vermehren.

Abwehrsystem ausgetrickst

Eine große Rolle scheint dabei das Protein p53 zu spielen – das Abwehrsystem der Zellen basiert darauf. Das Protein reguliert das Ablesen bestimmter Gene. Die beiden genannten Antioxidantien verringern jedoch die p53-Menge in Krebszellen, was dazu führen könnte, dass sie vom Abwehrsystem nicht mehr erkannt werden.

Einem Lungenkrebspatient sollte man demnach nicht empfehlen, dieses Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Umso bedenklicher, dass Patienten mit einer chronischen-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oftmals auch hochdosiertes N-Acetylstein als Schleimlöser erhalten.

Allerdings hat die Studie die Wirkung auf schon vorhandene Krebszellen getestet. Ob die Antioxidantien auch beispielsweise Lungenkrebs überhaupt erst verursachen können, dazu sagt die Studie nichts. Für die Studien wurden Mäuse mit Lungenkrebs herangezogen. Wurde ihnen Antioxidantien wie Vitamin E zugeführt, führte dies zu einem 2,8 fachen Anstieg der Lungentumore. Die Mäuse starben doppelt so schnell wie die Mäuse aus der Vergleichsgruppe, die keine Antioxidantien erhalten hatten. Auch bei menschlichen Lungen-Tumorzellen im Labor beschleunigte sich das Wachstum.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der grüne Eifer wird zum Bumerang: Wie die Begeisterung fürs Holz den Wald gefährdet

In seiner äußerst detaillierten und tiefschürfenden Analyse zeigt DWN-Kolumnist Ronald Barazon, warum deutscher und europäischer Wald...

DWN
Finanzen
Finanzen Spekulanten setzen auf Inflation und auf Joe Biden: Die eine Wette ist sicher - die andere hochriskant

Die großen Akteure im US-Anleihemarkt ändern zunehmend ihre Strategie: Sie wetten jetzt auf steigende Anleihe-Renditen. Die Märkte...

DWN
Politik
Politik Verzerrte Statistiken, verschleierte Tatsachen: Wie die deutschen Medien Schwedens Corona-Politik verunglimpfen

Die Berichterstattung vieler deutschen Medien über Schwedens Umgang mit der Corona-Pandemie ist unzureichend und fehlerhaft. Das findet...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Gazprom: Steuer-Querelen ärgern die Aktionäre

Die russischen Börsen sind auch für die deutschen Anleger von besonderem Interesse, weil hier mit Gazprom, Lukoil und Rosneft Unternehmen...

DWN
Politik
Politik China dominiert, die Agenda lautet "grün": So sieht die Welt im Jahr 2030 aus

Harvard-Professor Joseph S. Nye entwirft fünf Szenarien, wie das internationale Staatensystem in zehn Jahren beschaffen sein könnte.

DWN
Unternehmen
Unternehmen "Spaßkäufe" für kleine Internet-Händler zunehmend existenzbedrohend

Eigentlich brummt während der Krise das Geschäft mit dem Verkauf von Waren über das Internet. Doch betrifft das nur die großen...

DWN
Finanzen
Finanzen Erstes Land der Welt führt eine Digitalwährung als legales Zahlungsmittel ein

Die Bahamas haben eine digitale Zentralbankwährung zum legalen Zahlungsmittel gemacht. Der sogenannte Sand-Dollar muss nun von allen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Dunkle Wolken am Konjunktur-Himmel: KfW-Studie deckt verheerende Folgen des Lockdowns auf

Eine aktuelle Studie der KfW zeichnet ein düsteres Bild der Lage, in der viele kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland stecken....

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Islamisten treffen sich an türkischer Grenze und werden von US-Drohnen liquidiert

Die amerikanische Armee hat im Nordwesten Syriens zahlreiche Islamisten-Söldner mithilfe von Drohnenangriffen liquidiert.

DWN
Politik
Politik Nach Mord in Dresden: „Abschiebepflichtige Gefährder und schwere Straftäter dürfen wir nicht nach Syrien abschieben“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius beschwichtigt in der nach dem islamistischen Mord von Dresden aufgekommenen Debatte um eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 2

Die Politik hat versagt: Der Spekulationskreislauf an den Märkten ist aus dem Ruder gelaufen. Die eigentlich nützlichen Derivate...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...