USA: Industrie-Verbände lehnen Sanktionen gegen Russland ab

Lesezeit: 1 min
27.06.2014 01:13
In den USA lehnen die Industrieverbände weitere Sanktionen gegen Russland ab. Denn einen großen Schaden würde vor allem die US-Wirtschaft erleiden. Das habe schon im Jahr 1980 das Weizen-Embargo gegen Russland gezeigt. Damals waren die Folgen für die US-Agrarwirtschaft verheerend.

Die Unternehmerverbände der USA stellen sich gegen weitere Russland-Sanktionen der Obama-Regierung. Derartige Sanktionen würden nur zum Verlust amerikanischer Arbeitsplätze führen.

Der Industrieverband National Association of Manufacturers (NAM) wirbt sogar auf landesweiten US-Zeitungen gegen das Vorhabens des Weißen Hauses. Brüssel und Washington arbeiten aktuell an einem Sanktions-Programm, der insbesondere die Energie- Finanz- und Rüstungsbranchen Russlands treffen soll, berichtet die Financial Times. Das Programm ist weitgehend ausgefertigt. Doch an der Umsetzung hapert es, weil die EU-Staaten uneins sind über die Umsetzung.

Die US-Handelskammern glauben nicht an die Wirksamkeit von Embargos gegen Russland. Das sei historisch erwiesen. Als Reaktion auf den russischen Einmarsch in Afghanistan im Jahr 1979, verhängte US-Präsident Jimmy Carter im Jahr 1980 ein Weizen-Embargo gegen die Sowjetunion. Doch das hielt lediglich bis 1983. Denn in der Zwischenzeit hatte Moskau Weizen-Lieferverträge mit anderen Ländern geschlossen. Schließlich waren es die USA, die durch den massiven Export-Ausfall, Einnahmen einbüßen mussten.

Der ehemalige US-Agrarminister John R. Block kochte vor Wut, als er 1981 von französischen Weizenlieferungen an die UDSSR in Höhe von 600.000 Tonnen hörte. Er machte den Ex-Präsidenten Jimmy Carter als Urheber dieser Misere aus und beschwerte sich bei Präsident Ronald Reagan. Carter habe den USA die Hände gebunden und die Franzosen würden nun mit ihren Exporten in den Osten eine Menge an Gewinnen einfahren und das US-Embargo missachten.

Die Europäische Gemeinschaft (EG) hatte dem Weizen-Embargo offiziell nicht zugestimmt, da die EG-Länder unterschiedliche Ansichten hatten. Am Ende waren es die US-Getreide-Handelsgesellschaften selbst, die das Embargo unterliefen. Sie lenkten Weizenexporte über Drittländer an Russland, berichtete Die Zeit am 10. April 1980. Im Jahr 1981 hob US-Präsident Reagan das Weizen-Embargo gegen die Sowjets auf.

„Präsident Reagan erkannte diese Realität vor drei Jahrzehnten, als er das ineffektive Weizen-Embargo gegen die Sowjetunion aufhob“, sagt der aktuell Chef des US-Chamber of Commerce, Thomas Donohoe.

Auch in Deutschland warnen Wirtschafts-Vertreter vor neuen Sanktionen gegen Russland. Es bestünde kein Bedarf für derartige Maßnahmen. Doch sie wollen sich an die Vorgaben der Bundesregierung halten (mehr hier).


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