Erste Bank: Teilverstaatlichung der ungarischen Tochter

Viktor Orban kauft 15 Prozent der ungarischen Tochter der Erste Group. Die Banken-Gruppe schreibt - wie viele Konkurrenten auch - seit Jahren Verluste in Ungarn. Grund dafür sind neben den hohen Steuern wiederholte Zwangsmaßnahmen der dortigen Regierung.

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Die ungarische Regierung und die Entwicklungsbank EBRD beteiligen sich an der Ungarn-Tochter der Erste Group. Am Montag hätten die beiden Partner eine Absichtserklärung für einen Einstieg bei dem Institut unterzeichnet, erklärte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban. Bankchef Andreas Treichl sagte, der ungarische Staat und die EBRD könnten sich mit jeweils 15 Prozent an der Tochter beteiligen.

Orban kündigte zudem an, dass die Regierung ab 2016 in mehreren Schritten die Bankensteuer reduzieren werde. 2016 solle die Bankensteuer um 60 Milliarden Forint (umgerechnet 196 Millionen Euro) sinken. Die Aktien von Erste Group, Raiffeisen Bank International und der ungarischen Konkurrentin OTP legten daraufhin zu.

Die Erste Group schreibt – wie viele Konkurrenten auch – seit Jahren Verluste in Ungarn. Grund dafür sind neben den hohen Steuern wiederholte Zwangsmaßnahmen der dortigen Regierung: Sie verdonnerte die Banken dazu, massive Verluste aus dem Umtausch umstrittener Fremdwährungskredite zu schultern. Allein im dritten Quartal 2014 summierte sich das Minus der Erste Group auf 228 Millionen Euro.

 

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