Investoren ziehen Kapital wegen Euro-Schwäche ab

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
06.03.2015 00:06
Ausländische Investoren flüchten aus der Euro-Zone und ziehen ihr Kapital ab. Auslöser dieser Entwicklung ist nach Angaben des Chef-Analysten von Allianz Global Investors der schwache Euro und die quantitative Lockerung der EZB.
Investoren ziehen Kapital wegen Euro-Schwäche ab

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die quantitative Lockerung (QE), die Entstehung von Negativ-Zinsen und das drohende Auseinanderbrechen der Eurozone belasten den Euro. Die Währung hat seit Mai 2014 gegenüber dem Dollar 20 Prozent an Wert verloren.

„Investoren flüchten zunehmend aus dem Euro in ihre eigenen Währungen. Das ist ungewöhnlich. In den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren sagten sich die Investoren: ,Wenn ich die richtigen Aktien habe, ist es unwesentlich, wie sich die Währung entwickelt‘“, zitiert die Financial Times den Chef-Analysten von Allianz Global Investors, Neil Dwane.

Nettokapital-Zuflüsse in die währungsgesicherten Anteilsklassen der europäischen Aktienfonds sind von 154 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 1,08 Milliarden Euro im Jahr 2013 und anschließend auf 5,23 Milliarden Euro im Jahr 2014 gestiegen.

Dwane wörtlich: „Vor drei Jahren hätte ich in den USA, im Nahen Osten und in Asien gesagt, dass europäische Aktien billig sind, eine hohe Ausbeute haben und der Euro eine starke Währung ist. Als ausländischer Investor, der außerhalb der Euro-Zone kommt, haben sie in allen drei Bereichen punkten können (…) Aufgrund Mario Draghis Kurswechsel kann ich zwar sagen, dass Europa immer noch günstig und ertragreich ist. Doch ich kann nicht mehr behaupten, dass es eine Basis für einen starken Euro gibt.“

Lediglich zehn der mehreren hundert britischen Investmentfonds, die in europäische Aktien investieren, bieten abgesicherte Anteilsklassen (Hedged-Anteilsklassen) an.

Der Leiter der Einzelhandels-Abteilung bei JP Morgan Asset Management, Jasper Berens, sagt: „Die Investoren treibt die Sorge um, dass die erzielten Gewinne aus europäischen Aktien aufgrund des Währungsverfalls wieder verloren gehen könnten. Wir sind der Ansicht, dass dies eine sehr reale Gefahr für Investoren ist.“

Die Erfahrungen mit QE in den USA, Japan und Großbritannien zeigen, dass sich die Aktienmärkte gut entwickeln. Doch auf die Währung hat sie keinen positiven Effekt. Paul Moore von PM Capital hält QE in der Euro-Zone für eine „Zeitverschwendung“. Es sei „besser, den Schwerpunkt auf Strukturreformen und die Regierungspolitik zu legen“, so Moore (Video am Anfang des Artikels).


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Warum die Supermacht USA zum Hauptopfer der Corona-Pandemie geworden ist

In den USA wütet die Corona-Pandemie wie in keinem anderen Land der Welt. Sogar die armen Länder sind vergleichsweise gut durch die Krise...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Arktis: Russland will Nordseeroute in einen Transportkorridor verwandeln

Russland baut seine Pazifik-Flotte aus, um sich die Nordseeroute als Transportkorridor der Zukunft zu sichern. Wenn das Projekt gelingen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Techfirmen verdrängen Chinas Unternehmen aus Indien

Die zunehmend anti-chinesische Stimmung in Indien bietet US-Unternehmen die Gelegenheit, Chinas Unternehmen aus dem indischen Markt zu...

DWN
Politik
Politik Chinesen besiedeln den Fernen Osten Russlands

China hat ein großes Interesse daran, die Rohstoffe im Fernen Osten Russlands zu erschließen. Daher siedeln sich immer mehr Chinesen dort...

DWN
Deutschland
Deutschland Wie die Wissenschaftler Roboter auf dem Mond per Smartphone fernsteuern

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) entwickelt gerade eine besondere Software, die für Aufsehen sorgen wird.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Türkei produziert mehr Gold-Münzen als jedes andere Land

Im vergangenen Jahr hat die staatliche Münzprägeanstalt der Türkei deutlich mehr Goldmünzen produziert als jedes andere Land.

DWN
Politik
Politik Der Bürger-Verrat der Sozialdemokraten führte zum Aufstieg der Nationalisten in Europa

Der Aufstieg der Nationalisten in Europa ist auf den Verrat der Sozialdemokraten an ihren Idealen zurückzuführen. Doch auch die...

DWN
Technologie
Technologie Roboter sollen künftig aufgebrachte Kunden beruhigen

Viele Kunden benehmen sich beim Kontakt mit den Unternehmen alles andere als höflich, wenn sie nicht sofort bedient werden. Eine KI soll...

DWN
Deutschland
Deutschland Pandemie schiebt Logistikmarkt für E-Commerce nach vorne

Viele Branchen werden durch die Corona-Krise erschüttert. Es gibt nur ein paar, die sogar davon profitieren. Dazu gehört der E-Commerce.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Explosion im Hafen von Beirut ist ein Schlag gegen Chinas Seidenstraße

Der Hafen von Beirut sollte aus chinesischer Sicht eine wichtige Rolle beim Aufbau der Neuen Seidenstraße und beim Handel mit Europa...

DWN
Politik
Politik Am Sonntag Anti-Corona-Demo in Dortmund

Am Sonntag findet in Dortmund die nächste Anti-Corona-Demo statt. Angemeldet wurde sie von der Gruppe "Querdenken-231".

DWN
Deutschland
Deutschland Reiche wollen denkmalgeschützte Nazi-Bauten in Luxus-Oasen umbauen

In einem Hamburger Villenviertel wurde ein denkmalgeschützter NS-Bau zur Luxus-Wohnanlage umgebaut. Dafür gibt es Kritik von Experten....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktien der Schweizer Notenbank springen auf Rekord-Stand

Die Schweizer Notenbank hat im zweiten Quartal weiter US-Aktien gekauft und hält nun einen Rekordwert von 118,3 Milliarden Dollar....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Chinas Exporte ziehen an: Hoffnung auf Schub für Weltwirtschaft

Die Exporte Chinas sind zu Beginn des zweiten Halbjahres überraschend gestiegen und nähren Hoffnungen auf eine Belebung der...

celtra_fin_Interscroller