USA töteten westliche Geiseln bei Drohnen-Angriff

Lesezeit: 2 min
23.04.2015 16:41
Bei einem Drohen-Angriff im Januar sind an der afghanisch-pakistanischen Grenze versehentlich zwei westliche Geiseln getötet worden. Das gibt das Weiße Haus am Donnerstag bekannt. Die US-Armee wickelt praktisch alle weltweiten, tödlichen Drohnenangriffe über ihren Stützpunkt im deutschen Ramstein ab.
USA töteten westliche Geiseln bei Drohnen-Angriff

Bei einem amerikanischen Anti-Terror-Einsatz an der afghanisch-pakistanischen Grenze sind nach Angaben des Weißen Hauses im Januar versehentlich zwei westliche Geiseln getötet worden. Dabei habe es sich um einen US-Bürger und einen Italiener gehandelt, teilte der Regierungssprecher Josh Earnest am Donnerstag in Washington mit. Die beiden Männer seien in der Gewalt des Terrornetzwerkes Al-Kaida gewesen. Der US-Geheimdienst habe von ihrer Präsenz dort nichts gewusst. Laut dem Wall Street Journal handelte es sich um einen Raketenangriff mit einer Drohne in Pakistan. US-Präsident

US-Präsident Barack Obama hat sich bei den Familien der getöteten westlichen Geiseln in einem amerikanischen Anti-Terror-Einsatz in Pakistan entschuldigt. „Keine Worte können ihren Verlust aufwiegen“, sagte Obama in Washington. Er übernehme die volle Verantwortung für alle Operationen gegen den Terrorismus. Bei diesem Einsatz seien Fehler gemacht worden und er wolle, dass die Öffentlichkeit darüber informiert werde. „Ich bereue zutiefst, was passiert ist“, so Obama.

Bei dem Angriff sei noch ein zweiter US-Staatsbürger getötet worden, der der Al-Kaida-Führung angehört habe. Er sei allerdings nicht Ziel des Einsatzes gewesen. Bei einem separaten Einsatz sei zudem noch ein weiterer Amerikaner getötet worden, der für das Terrornetzwerk tätig gewesen sei. Auch er sei eigentlich nicht speziell ins Visier genommen worden. Die USA hätten keine Information über ihre Anwesenheit gehabt.

Die US-Armee wickelt praktisch alle weltweiten, tödlichen Drohnenangriffe über ihren Stützpunkt im pfälzischen Ramstein ab. Das belegten erstmals Dokumente aus den USA, berichtet das Internetportal von Glenn Greenwald, The Intercept. Die streng geheimen Unterlagen veranschaulichten so detailliert wie nie zuvor, wie Washington den in Teilen völkerrechtswidrigen «Krieg gegen den Terror» organisiere.

Der Militär-Wissenschaftler Armin Krishnan erklärte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass diese Drohnen-Angriffe nicht durch das Völkerrecht gedeckt seien und es sich daher um Kriegsverbrechen handle:

„Die USA sind die einzige verbleibende Weltmacht, und daher nehmen die USA Privilegien für sich in Anspruch, die sie anderen Staaten nicht zugestehen wollen. Unlängst hat Außenministerin Hillary Clinton nach Aussage der Washington Post erklärt, dass die USA das Recht haben, weltweit nach Gutdünken Terroristen anzugreifen. Ein Militäreinsatz in einem anderen Staat, der diesen Militäreinsatz nicht genehmigt hat, ist traditionell als ein Kriegsakt zu werten und hätte es Pakistan formal erlaubt, den USA den Krieg zu erklären, oder zumindest amerikanisches Militärpersonal in Pakistan als gegnerische Kombattanten zu betrachten. Natürlich sitzt die USA hier am längeren Hebel. Pakistan hat nichts davon, einen Krieg mit einem übermächtigen Verbündeten anzufangen. Zu befürchten ist, dass die USA in Zukunft weitere riskante und provokative Antiterror-Einsätze in neutralen Staaten durchführen könnte, welche im schlimmsten Fall zu einer unkontrollierten Eskalation führen könnten.“



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