Spanischer Staatsgerichtshof leitet Verfahren gegen Volkswagen ein

Lesezeit: 1 min
28.10.2015 15:08
Auch in Spanien wird es für VW nun ernst. Bis zum 10. Oktober muss Volkswagen der spanischen Staatsanwaltschaft einen Vertreter nennen, um die Anschuldigungen entgegen zu nehmen. Dabei geht es auch um Subventionen, die der Konzern erhalten hat.
Spanischer Staatsgerichtshof leitet Verfahren gegen Volkswagen ein

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen hat der spanische Staatsgerichtshof ein Verfahren gegen Volkswagen eingeleitet. Der deutsche Autobauer müsse dem zuständigen Richter bis zum 10. November einen Vertreter nennen, gegenüber dem die Anschuldigungen vorgebracht werden könnten, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen des Gerichts Audiencia Nacional de Espana hervor.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte kürzlich erklärt, VW habe möglicherweise unrechtmäßig Subventionen erhalten sowie womöglich gegen Umweltschutzgesetze verstoßen. In Spanien sind nach Unternehmensangaben knapp 700.000 Fahrzeuge betroffen. Der Skandal riss ein riesiges Loch in die Bilanz und bescherte VW den ersten Quartalsverlust seit 15 Jahren.

In den USA drohen dem nach Toyota weltweit zweitgrößten Autobauer wegen des Betrugs Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine Flut an Schadensersatzklagen, die in Amerika leicht Größenordnungen von mehreren Milliarden Dollar erreichen können. Mehrere Anwaltskanzleien haben bereits Sammelklagen eingereicht oder angekündigt. Um zu verhindern, dass die Finanzpolster des Konzerns abschmelzen, verschärft VW seinen Sparkurs. Zugleich will der Konzern verlorenes Vertrauen zurückgewinnen, indem der Skandal möglichst umfassend aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Damit dies nach strengen amerikanischen Grundsätzen geschieht, haben die Wolfsburger die US-Kanzlei Jones Day beauftragt. Davon erhofft sich VW Milde der US-Behörden bei der Bestrafung wegen des Abgas-Betrugs.

„Wir brauchen jetzt ein paar Monate, um zu sehen, ob wir eine Einigung hinbekommen", sagte einer der Insider. Erst danach solle über die strategische Ausrichtung nachgedacht werden. Damit ist Konzernkennern zufolge klar, dass der vakante Posten des Amerika-Chefs nach dem Rückzug von Winfried Vahland vorerst nicht besetzt wird. Der Aufsichtsrat hatte den bisherigen Skoda-Chef als Konzernverantwortlichen für die Region USA, Mexiko und Kanada ernannt. In dieser Funktion sollte der 58-Jährige an den neuen VW-Markenchef Herbert Diess berichten. Kurz vor dem geplanten Amtsantritt erklärte Vahland jedoch seinen Rücktritt und verließ überraschend den Konzern, für den er 25 Jahre gearbeitet hat. Als Grund wurden unterschiedliche Auffassungen über die Strategie in den USA genannt.


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