Politik

Terror-Miliz: Russen ziehen als Verlierer aus Syrien ab

Die zu al-Kaida gehörende Terror-Miliz al-Nusra will den Abzug der Russen aus Syrien für neue Angriffe nutzen. Die Russen seien abgezogen, weil sie eine Niederlage erlitten hätten. Die Terror-Gruppe will nun auf Latakia vorrücken. Die Drohungen sind nur bedingt ernstzunehmen.
15.03.2016 12:59
Lesezeit: 1 min

Nach dem begonnenen Abzug eines Teils der russischen Truppen aus Syrien bereitet die islamistische al-Nusra-Front eine neue Offensive vor. „Es ist klar, dass Russland eine Niederlage erlitten hat, und binnen 48 Stunden wird die al-Nusra eine Offensive in Syrien starten“, sagte ein Kommandeur der Al-Kaida-nahen Extremistengruppe am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. „Ohne die russischen Luftangriffe wären wir längst in Latakia.“ Die Provinzhauptstadt ist für Russland strategisch entscheidend, weil sich dort ein Marine- und ein Luftwaffenstützpunkt der Russen befinden. Diese werden weiter von den Russen betrieben. Die Russen können innerhalb kurzer Zeit wieder aktiv werden. Außerdem hatten die Russen ganz bewusst gesagt, dass sie nur einen Teil ihrer Truppen abziehen werden. Man kann daher davon ausgehen, dass die Drohungen der al-Nusra eher in den Bereich der Kriegspropaganda einzuordnen sind. Realistische militärische Chancen dürften die Kämpfer in Latakia aktuell nicht haben.

Die al-Nusra ist lange von den USA finanziert und ausgerüstet worden, erst im Zuge der Verschiebung des Gleichgewichts in Syrien sind die Amerikaner auch offiziell von al-Nusra abgerückt. Es ist allerdings unklar, inwieweit es noch eine Zusammenarbeit gibt, etwa über die CIA.

Die russische Luftwaffe hatte Ende September begonnen, Angriffe zur Unterstützung der syrischen Regierungstruppen zu fliegen. Nach Angaben Moskaus richteten sich die Bombardements gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die al-Nusra-Front und andere militante Islamistengruppen.

Am Montag verkündete Russlands Präsident Wladimir Putin überraschend das Ende der russischen Militärengagements in Syrien. Das Militär habe seine Aufgabe, Terroristen zu bekämpfen, weitgehend erfüllt, sagte er zur Begründung.

Am Dienstag starteten die ersten Bomber vom Typ SU-34 sowie Tu-154-Transportmaschinen vom Stützpunkt Hmeimim in Richtung Russland. Die russische Luftwaffe werde aber weiter „terroristische Ziele“ aus der Luft angreifen, erklärte Vize-Verteidigungsminister Nikolai Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen. „Es ist noch zu früh, um von einem Sieg über die Terroristen zu sprechen“, sagte der General.

In Syrien gilt seit Ende Februar eine Waffenruhe – die IS-Terror-Miliz sowie die al-Nusra-Front und ihrer Verbündeten sind davon aber ausgenommen. In Genf laufen derzeit indirekte Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition über die Beendigung des Bürgerkriegs.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie BradyPrinter i7500: Revolution im Hochpräzisionsdruck

Sie haben genug vom altmodischen Druck großer Etikettenmengen? Keine Kalibrierung, keine Formatierung, kein umständliches Hantieren mit...

X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zeiss: Vom Mikroskop-Pionier zum Hightech-Konzern
28.03.2025

Zeiss prägt die Optikindustrie seit fast zwei Jahrhunderten. Vom ersten Mikroskop bis zur Halbleitertechnik von heute spiegelt die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wirtschaft in schwerer Depression: Arbeitgeber rechnen mit Union und SPD ab!
28.03.2025

Deutschlands Wirtschaft reißt die Geduld mit den Parteichefs der möglichen Schuldenkoalition (so wird die designierte Bundesregierung aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Trumps Finanzbombe: Riskanter Masterplan oder globales Chaos?
28.03.2025

Stephen Miran, ehemaliger Berater von Donald Trump, hat einen radikalen Finanzplan vorgelegt, der das Potenzial hat, das globale...

DWN
Politik
Politik Öffentlicher Dienst: Schlichtung mit Kompromissvorschlag - Gestaffelt mehr Lohn und Urlaub
28.03.2025

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben die Schlichter einen Kompromiss vorgeschlagen. Demnach soll es...

DWN
Finanzen
Finanzen Rüstungs-ETF: Die besten ETF Fonds auf die Rüstungsindustrie - ist das überhaupt moralisch vertretbar?
28.03.2025

Der Bundestag hat die Schuldenbremse für Militärausgaben aufgeweicht. Mit einem gigantischen Milliardenpaket soll die Bundeswehr wieder...

DWN
Finanzen
Finanzen Eutelsat-Aktie: Kurs fällt nach März-Rallye - sorgen EU-Aufträge für neuen Aufwind?
28.03.2025

Die jüngsten Kurssprünge der Eutelsat-Aktie sind auf mögliche EU-Aufträge zurückzuführen. Bleiben diese aus, könnte es schnell...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitslosigkeit: Frühjahrsbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt fällt dieses Jahr ins Wasser
28.03.2025

Die Frühjahrsbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche verhalten. Die Zahl der Arbeitslosen...

DWN
Politik
Politik EZB-Zinspolitik: Zinssenkung wegen starkem Euro und deutscher Schulden?
28.03.2025

Wenige Wochen vor der nächsten EZB-Sitzung gewinnen Befürworter weiterer Zinssenkungen an Einfluss. Europäische Banken halten an ihren...