Kurden streben Autonomie im demokratischen Syrien an

Lesezeit: 1 min
16.03.2016 16:37
Die Kurden wollen in Syrien in den von ihnen kontrollierten Gebieten den Autonomie-Status erreichen. Dazu solle Syrien in eine föderale Demokratie umgewandelt werden. Die Türkei lehnt diese Idee ab. Ankara fürchtet ähnliche Bestrebungen der Kurden in der Türkei.
Kurden streben Autonomie im demokratischen Syrien an

Die Kurden im Norden Syriens streben die Bildung eines föderalen demokratischen Regierungssystems in den von ihnen kontrollierten Gebieten an. Das geht aus einem Dokument hervor, das gegenwärtig auf einer Konferenz in der syrischen Stadt Rmeilan debattiert wird. Vorgesehen sind demnach Gebiete mit demokratischer Verwaltung, die Wirtschaft, Sicherheit und Verteidigung selbst in die Hand nehmen.

Aldar Chalil, ein Vertreter der syrischen Kurden und Mitorganisator der Konferenz, sagte, er gehe davon aus, dass dort ein neues politisches System beschlossen werde und dass ein „demokratischer Föderalismus“ das Beste wäre. In dem Dokument wird es das Föderale Demokratische System von Rojawa-Nordsyrien genannt. Rojawa ist der kurdische Name für das Gebiet. Details würden später ausgearbeitet, sagte Chalil.

Die Türkei erklärte, sie unterstütze die nationale Einheit Syriens. Jegliche Schritte zur Bildung einer Föderation seien ungültig. Die Bildung einer Regierung und die Schaffung von Verwaltungsstrukturen müssten von allen Teilen des syrischen Volkes zusammen mit einer neuen Verfassung beschlossen werden.

In der Türkei lebt ebenfalls eine große kurdische Minderheit, die seit Jahrzehnten um mehr Unabhängigkeit kämpft. Gegner dieses Anliegens fürchten, die Kurden könnten durch die Entwicklungen in Syrien in diesen Bestrebungen gestärkt werden.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Streit um Weltbank-Kredit: Rivalität zwischen China und den USA greift auf internationale Organisationen über

Die US-Regierung versucht, bei der Weltbank die finanzielle Unterstützung Chinas mit billigen Krediten in Höhe von mehr als 1 Milliarde...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Telefonica: Europas viertgrößter Telekom-Konzern in der Schuldenspirale, die EZB hängt als Gläubiger mit drin

Um seine massiven Schulden zu tilgen, plant Telefonica einen spektakulären Rückzug aus allen Märkten Lateinamerikas. Doch die dringend...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Hellfire-Rakete schaltet ranghohen al Nusra-Befehlshaber in Idlib aus

In der syrischen Provinz Idlib hat die US-Luftwaffe ein führendes Mitglied der Al-Nusra-Front getötet. Damit leistete sie faktisch eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Während Ungelernte kommen: 180.000 Akademiker und Fachkräfte verlassen Deutschland jedes Jahr

Rund 180.000 gut ausgebildete Fachkräfte oder Akademiker verlassen Deutschland jedes Jahr. Anstatt ständig den Zuzug ausländischer...

DWN
Finanzen
Finanzen Termingeschäfte eingeschränkt: Weltgrößter Pensionsfonds geht gegen Spekulanten vor

Mit einer Neuregelung zu seinem Aktienportfolio macht Japans staatlicher Pensionsfonds Leerverkäufern einen Strich durch die Rechnung....

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank: Staatliche Kryptowährungen könnten Bargeld bis zum Jahr 2030 ersetzen

Einem Bericht der Deutschen Bank zufolge könnten von Staaten herausgegebene Kryptowährungen das Fiat-Geld bis zum Jahr 2030 ersetzen.

DWN
Politik
Politik Machtkampf um Bulgarien: Amerikaner gehen gegen dominante Russen in die Offensive

In Bulgarien begegnen sich die Einflussbereiche der USA und Russlands. Aktuell scheinen die Amerikaner wieder einen Schritt voraus gemacht...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Lithium-Reserven in Bolivien: Morales' Sturz ist ein herber Rückschlag für China

Ende September sollen die Chinesen mit der inzwischen gestürzten bolivianischen Regierung eine vertiefte Zusammenarbeit im Lithium-Markt...

DWN
Politik
Politik Das Schicksal der Welt in den Händen von 5 Staaten

Die UN dient faktisch als Instrument von fünf Staaten, die international ihre eigenen Interessen verfolgen. Im UN-Sicherheitsrat verfügen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Weißrussland ruft Serbien zu Beitritt in die Eurasische Wirtschaftsunion auf

Serbien hat bereits ein Abkommen mit der euroasiatischen Wirtschaftsunion (EAWU) unterzeichnet - der Konkurrenzorganisation zur EU. Jetzt...

DWN
Finanzen
Finanzen Schwache Nachfrage: Indiens Goldimporte brechen um 20 Prozent ein

Der zweitgrößte Goldmarkt der Welt - Indien - verzeichnet für dieses Jahr die niedrigsten Goldimporte seit mindestens 2014. Ein Anstieg...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesregierung plant deutliche Verschärfung des Strafrechts für Firmen

Das Bundesjustizministerium arbeitet an einer Verschärfung der Gesetze zur Unternehmenskriminalität.

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Ausländer investieren zunehmend in Rubel-Anleihen

Der Anteil der ausländischen Anleger an den Rubel-Staatsanleihen hat die 30-Prozent-Marke überschritten.

DWN
Finanzen
Finanzen Lebens- und Rentenversicherungen: Die Luft wird dünn, Finanzaufsicht kündigt Intervention an

Die Situation bei den deutschen Lebens- und Rentenversicherungen spitzt sich weiter zu. Ursächlich dafür ist die seit Jahren betriebene...

celtra_fin_Interscroller