Deutsche Telekom an Wettanbieter Tipico interessiert

Lesezeit: 1 min
12.04.2016 17:50
Die Telekom will offenbar Deutschlands führenden Sportwetten-Anbieter Tipico kaufen. Der Bonner Konzern plane gemeinsam mit dem Finanzinvestor Centerbridge ein Angebot, so Insider. Auch Investoren aus China und Tschechien zeigen Interesse.
Deutsche Telekom an Wettanbieter Tipico interessiert

Die Deutsche Telekom hat Insidern zufolge ein Auge auf Deutschlands führenden Sportwetten-Anbieter Tipico geworfen. Der Bonner Konzern habe sich für ein geplantes Angebot mit dem Finanzinvestor Centerbridge zusammengetan, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Telekom wolle einen Minderheitsanteil erwerben, Centerbridge die Mehrheit. Auch der Finanzinvestor CVC interessiere sich für Tipico. CVC könne durch eine Verschmelzung von Tipico mit seiner Portfoliofirma Sky Bet potentiell Synergien heben, was sich vorteilhaft auf den Gebotspreis auswirken dürfte. Auch der chinesische Finanzinvestor XIO Group dürfte eine Offerte vorlegen. Die tschechische Lotteriefirma Sazka verfolge die Situation ebenfalls, werde aber aufgrund anderer jüngster Deals wohl kein starkes Angebot vorlegen. Die Gründer von Tipico hatten das Unternehmen im vergangenen Jahr zum Verkauf gestellt. Angebote könnten bis Ende April eingereicht werden, sagte ein Insider.

Das geplante Angebot dürfte Tipico mit rund einer Milliarde Euro bewerten - in etwa dem Neunfachen des operative Gewinns und damit auf dem Niveau von börsennotierten Rivalen wie GVC, sagte ein Insider. Die genannten Unternehmen wollten sich nicht äußern, XIO war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Deutsche Telekom ist bereits mit 64 Prozent an der Deutschen Sportwetten GmbH (DSW) beteiligt, die den österreichischen Sportwettenanbieter Tipp3 betreibt. Eine mögliche spätere Kooperation mit Tipico könnte sich für die Telekom auszahlen, falls sie sich in der kommenden Versteigerung für die Ausstrahlung der Fußball-Bundesliga Internet-Übertragungsrechte sichert, sagte ein Insider.


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