Eskalation: Türkei ruft Botschafter aus Deutschland zurück

Die Türkei hat als Reaktion auf eine Resolution des Deutschen Bundestages ihren Botschafter aus Deutschland abgezogen. Der Bundestag hatte den Massenmord an den Armeniern im Osmanischen Reich als Genozid bezeichnet. Die türkische Regierung zitierte außerdem den deutschen Geschäftsträger ins Außenamt in Ankara.

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Aus Protest gegen die Armenier-Entschließung des Bundestages ruft die Türkei laut Medienberichten ihren Botschafter aus Berlin zurück, wie AFP meldet. Botschafter Hüsein Avni Karslioglu werde noch am Donnerstagnachmittag das Flugzeug nach Ankara besteigen, meldete die regierungsnahe Zeitung Yeni Safak auf ihrer Internetseite. Auch die Online-Ausgaben der regierungsfreundlichen Zeitung Sabah berichtete, die Türkei rufe ihren Botschafter zurück.

Die Regierung in Ankara zitierte zudem den Geschäftsträger der deutschen Botschaft, Robert Dölger, für ein Gespräch am Donnerstagnachmittag ins türkische Außenamt, wie es aus diplomatischen Kreisen hieß. Der deutsche Botschafter Martin Erdmann hält sich demnach derzeit nicht in der türkischen Hauptstadt auf.

Eine Bestätigung der türkischen Regierung für die Meldungen lag zunächst nicht vor. Die Türkei hatte nach der Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern durch andere Länder in den vergangenen Jahren ebenfalls mit der vorübergehenden Rückbeorderung ihrer Botschafter reagiert. Sabah meldete zudem, die Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan wolle als Antwort auf die Bundestags-Resolution die im Parlament von Ankara vertretenen Parteien zu einer gemeinsamen Erklärung bewegen.

Der Bundestag hatte zuvor fast einstimmig den Massenmord an den Armeniern im Osmanischen Reich als Genozid eingestuft. Die türkische Regierung hatte Deutschland vor einer Annahme des parteiübergreifenden Entwurfs gewarnt und mit Folgen für das deutsch-türkische Verhältnis gedroht.

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