Politik

USA schicken Flugzeug mit 400 Millionen Dollar Bargeld in Iran

Lesezeit: 1 min
04.08.2016 13:39
Die USA dementieren, dass es sich bei einer Zahlung von etwa 400 Millionen Dollar zu Beginn des Jahres an den Iran um Lösegeld handelte. Kurz nachdem die Zahlung erfolgte, wurden fünf US-Bürger aus iranischer Gefangenschaft entlassen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die US-Regierung hat einen Medienbericht über eine angebliche Lösegeldzahlung an den Iran zurückgewiesen. Bei einer Bargeldzahlung von 400 Millionen Dollar (357 Millionen Euro) an den Iran im Januar habe es sich nicht um Lösegeld für US-Häftlinge gehandelt, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, am Mittwoch laut AFP. Das Wall Street Journal hatte zuvor über Einzelheiten einer Zahlung berichtet, die die US-Regierung bereits im Januar bekanntgegeben hatte.

Zur selben Zeit waren fünf US-Bürger aus iranischer Haft entlassen worden. Unter ihnen war auch der Washington Post-Korrespondent Jason Rezaian, der im Iran wegen Spionage verurteilt worden war und seit anderthalb Jahren in Teheran hinter Gittern saß. Die USA begnadigten im Gegenzug sieben Iraner, die gegen Sanktionsauflagen verstoßen hatten. Die Republikaner warfen der US-Regierung vor, ein Lösegeld für die Freilassung der US-Häftlinge gezahlt zu haben.

Die US-Regierung zahle grundsätzlich kein Lösegeld, stellte Earnest nun klar. Bei den 400 Millionen Dollar habe es sich um eingefrorenes Geld gehandelt, dass der Iran 1979 für eine Waffenlieferung auf ein US-Konto eingezahlt habe. Die USA hatten damals insgesamt 1,7 Milliarden Dollar aus Teheran erhalten. Die Waffen waren wegen der Islamischen Revolution aber nie geliefert worden.

Ein Teil der Summe wurde nach dem Atomabkommen und der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran im Januar in Euro und Schweizer Franken in einem Flugzeug transportiert. Wie Earnest zur Begründung sagte, unterhalten die USA derzeit keine Bankbeziehungen zum Iran. Laut dem Wall Street Journal war das Bargeld auf Holzpaletten in eine nicht gekennzeichnete Frachtmaschine geladen und im Geheimen in den Iran geflogen worden. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, erklärte, der Bericht bestätige den „seit langem bestehenden Verdacht“ seiner Partei, dass es sich um eine Lösegeldzahlung gehandelt habe. Präsidentschaftskandidat Donald Trump erklärte, dass Geld werde nun „zweifellos in die Hände von Terroristen“ fallen. Das Repräsentantenhaus forderte Außenminister John Kerry auf, in einem Ausschuss zu dem Fall Stellung zu nehmen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Krankenhaus-Reform: Weiß der Gesundheitsminister, wohin er das Land lenkt?
16.06.2024

Viel zu teuer, die Versorgung unsicher. Das deutsche Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps, nachdem 20 Jahre die Krankenhäuser im Lande...

DWN
Politik
Politik Der betagte Präsident? Joe Bidens Zustand beim G7-Gipfel sorgt für Gesprächsstoff
15.06.2024

Das Alter von Joe Biden spielt eine zentrale Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf. Auch beim G7-Gipfel in Italien wird über seinen...

DWN
Politik
Politik Inflationsausgleichsprämie: Bis zu 3.000 Euro steuerfrei - wer bekommt sie tatsächlich?
15.06.2024

Seit dem 26. Oktober 2022 können Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuer- und abgabenfrei einen Betrag bis zu 3.000 Euro gewähren. Das...

DWN
Politik
Politik Unser neues Magazin ist da: Das neue digitale Gesundheitswesen – Fluch oder Segen für Deutschland?
15.06.2024

Das deutsche Gesundheitssystem kriselt. Lauterbachs Krankenhausreform ist womöglich nicht der Ausweg, stattdessen könnte eine umfassende...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Weinbauern reüssieren im Export - starke Nachfrage aus China 
15.06.2024

Deutschland ist berühmt für seine vorzüglichen Riesling-Weine. Das wird auch international anerkannt. Und es scheint so, als ob...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung bedrohen den ehrlichen Mittelstand: Welche Lösungen gibt es?
15.06.2024

Der Zoll geht aktuell deutschlandweit gegen Schwarzarbeit vor - und das ist dringend notwendig: Deutschen Unternehmen gehen jährlich 300...

DWN
Politik
Politik Deutsche Investitionen bedroht: Würth äußert sich besorgt über AfD-Erfolg
15.06.2024

Der Unternehmer Reinhold Würth äußerte Enttäuschung über das Abschneiden der AfD bei der Europawahl, insbesondere in Künzelsau, wo...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt weiter - Hoffnung auf Trendwende schwindet
15.06.2024

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt weiter an, ohne Anzeichen einer baldigen Trendwende. Experten prognostizieren...