Politik

USA drohen mit Eskalation: „Russen ermorden, damit sie einen Preis zahlen“

Lesezeit: 1 min
20.08.2016 02:36
Die CIA-Söldner stehen in Syrien vor einer Niederlage. Daher verschärfen ihre US-Auftraggeber noch einmal den Ton: Ein früherer CIA-Direktor sagte, man müsse Russen in Syrien töten, um Russland einen Preis zahlen zu lassen. Die US-Luftwaffe hat Kampfjets geschickt, um die Söldner herauszuholen.
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Der frühere stellvertretende CIA-Direktor Mike Morell sagte bei Charlie Rose, die Amerikaner sollten von Russen und Iranern einen Preis verlangen - indem sie Russen und Iraner in Syrien umbringen. Dies solle zwar geheim geschehen, aber so gemacht werden, dass man in Moskau und Teheran wisse, dass die beiden Nationen einen Preis bezahlen müssten. Auch gegen Syriens Präsident Assad müsse es Kommandoaktionen geben, wobei er, Morell, nicht sagen wolle, dass man auch Assad umbringen solle (Video am Anfang des Artikels).

Morell, der wenige Tage zuvor seine Unterstützung für Hillary Clinton bekanntgegeben hatte, reagierte mit seinen ungewöhnlich offenherzigen Sprüchen auf die sich abzeichnende Niederlage der von der CIA und anderen Diensten in Syrien eingesetzten Söldner und Spezialtruppen. Diese Truppen, die in wechselnden Formationen und unter fast schon inflationär wechselnden Namen auftreten, sind Teil der internationalen Koalition, mit der der Sturz von Assad hätte bewerkstelligt werden sollen. Die Söldner kämpfen unter anderem mit der al-Nusra-Front, einer der Hauptfinanciers ist Saudi-Arabien, der engste Verbündete der USA und der EU in der Region.

Mit dem Einsatz Russlands im Herbst 2015 hatte sich das Bild völlig gewendet: Die Söldner wurden immer weiter zurückgedrängt. Sehr zum Verdruss der CIA und der Neocons hatte sich US-Präsident Barack Obama mit Russlands Präsident Wladimir Putin auf eine enge Zusammenarbeit verständigt. Damit war das Schicksal der illegalen Kampftruppen besiegelt. Zuletzt hatten US-Militärs sogar IS-Terroristen freies Geleit zum Abzug gegeben.

Die US-Luftwaffe hat Kampfjets in die syrische Provinz Hasaka entsendet, um ihre Spezial-Truppen, die dort gemeinsam mit den Kurden-Milizen der YPG operieren, vor Luftschlägen durch die syrische Luftwaffe zu schützen - und auch ihnen einen geordneten Abzug zu ermöglichen. Seit Dienstag führt die syrische Luftwaffe Luftschläge gegen YPG-Stellungen in Hasaka aus. Zuletzt hatten am Donnerstag zwei syrische Jets der Klasse Su-24 YPG-Stellungen bombardiert, meldet der Sprecher des US-Militärs, Jeff Davis. Als die US-Jets am Freitag in Hasaka anflogen, verließen die syrischen Jets die Gegend. Nach Angaben von Davis werde die US-Luftwaffe alles tun, um die US-Spezialtruppen zu schützen. Und das syrische Regime wäre gut beraten, keine Dinge zu tun, die sie in Gefahr bringen könnte“, zitiert ABC News Davis.

Der Einsatz des russischen Militärs in Syrien hat eine völkerrechtliche Grundlage, weil Russland von der Regierung in Damaskus um Hilfe gebeten wurde. Die Anwesenheit von US-Spezialtruppen und Kampfjets in Syrien ist dagegen unzweifelhaft illegal. Sie macht auch eine Kooperation mit den militärisch geordnet agierenden Russen unmöglich.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Shoigu sagte in einem Interview mit Russia 1, dass die US-Amerikaner zwar von den Russen und Syrern verlangen, von Luftschlägen gegen die „moderaten Rebellen“ abzusehen, doch über die Stellungen der „moderaten Rebellen“ geben die Amerikaner den Russen und Syrern keine Auskunft.

„Wir sagen ihnen: Sagt uns, wo diese moderate Opposition stationiert ist. Sagt uns, wo sie sich exakt befinden, damit wir Luftschläge gegen sie unterlassen. Doch die Amerikaner reagieren nicht drauf. Gut, dann sagt uns doch, wo wir genau bombardieren sollen – wo denkt ihr, befinden sich die Stellungen der Al-Nusra-Front und ISIS? Doch auch darauf erhalten wir keine Antwort“, so Schoigu.

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