Politik

US-Autobranche meldet deutlichen Rückgang der Verkäufe

Lesezeit: 1 min
02.09.2016 03:12
Die US-Automobilindustrie sieht sich vor einer Trendwende. Im August wurden deutlich weniger Fahrzeuge verkauft. Dies deutet auf eine schlechte Lage in der Wirtschaft hin. Sollte sich der Trend fortsetzen, steigen die Chancen für Donald Trump.
US-Autobranche meldet deutlichen Rückgang der Verkäufe

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die meisten großen Autohersteller haben in den USA zuletzt einen Rückgang der Verkäufe als noch vor einem Jahr gemeldet. Mit einem branchenweiten Rückgang von 3,5 Prozent mehren sich Anzeichen dafür, dass der Verkaufsboom seinen Höhepunkt überschritten hat. So ging der Absatz bei General Motors im August um 5,2 Prozent auf rund 256.000 Autos zurück, wie die Opel-Mutter am Donnerstag mitteilte. Der heimische Rivale Ford brachte mit knapp 215.000 Auslieferungen 8,4 Prozent weniger an die Kunden. Auch bei VW sank der Absatz, während die Tochter Audi trotz des Abgasskandals zulegte.

Ford erklärte, die Trendwende am Markt habe begonnen. Auch GM macht sich schon jetzt keine Hoffnungen mehr, im Gesamtjahr an den Verkaufsrekord in den USA von 2015 mit fast 17,5 Millionen Fahrzeugen heranzukommen. Insgesamt scheint der Nachholbedarf, der wegen der Käufer-Zurückhaltung während der Wirtschaftskrise vor einigen Jahren entstanden war, immer weiter abzuebben. Grund für die nachlassende Euphorie der Kunden sind Experten zufolge aber auch auslaufende Verkaufsanreize. Im Juli bereits hatte es überraschende Rückgänge gegeben.

Im August reichte Toyota mit gut 213.000 verkauften Autos fast an Ford heran, musste aber ein Minus von fünf Prozent hinnehmen. Der VW-Absatz sank um mehr als neun Prozent auf rund 29.400 Fahrzeuge und lag damit hinter BMW mit genau 30.500 (minus 7,2 Prozent) und Mercedes/Smart mit etwa 31.900 Autos (plus 2,1 Prozent). Um 2,5 Prozent stieg der Absatz bei Audi auf fast 19.300 Fahrzeuge. Noch etwas deutlicher gegen den Trend nach oben entwickelte sich der weitaus stärker vertretene Konzern Fiat Chrysler : Hier rollten mit knapp 197.000 drei Prozent mehr Fahrzeuge aus den Autohäusern.

Bei insgesamt vergleichsweise niedrigen Verkaufszahlen konnten Volvo und Jaguar Land Rover kräftig zulegen: Volvo verkaufte mit knapp 7700 Autos knapp 31 Prozent mehr, Jaguar Land Rover mit rund 9300 Fahrzeugen sogar 46,5 Prozent.

Die Erwartung auf ein Ende der guten Geschäfte im US-Gesamtmarkt hatte die Aktien von US-Autoherstellern bereits seit Monaten unter Druck gesetzt. Am Donnerstag notierten Ford-Papiere 1,5 Prozent leichter - ebenso wie die Anteilsscheine des im August erfolgreicheren Konkurrenten Fiat Chrysler. GM-Aktien blieben praktisch unverändert.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Trump-Attentat: Schüsse bei Wahlkampfauftritt und die Sorge vor einer Gewaltspirale
14.07.2024

Wahlkampfauftritt von Donald Trump in Pennsylvania. Plötzlich fallen Schüsse, am Ohr des Ex-Präsidenten ist Blut, ein Attentat! Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Wo gibt es noch Zinsen von über 4 Prozent?
14.07.2024

Die Geschäftsbanken senken bereits seit Monaten die Tages- und Festgeldzinsen. Wo erhalten Sparer noch die höchsten Renditen für relativ...

DWN
Technologie
Technologie Der schwierige Verzicht auf chinesische Technologie im 5G-Netz - eine Kurzanalyse
14.07.2024

Die Bundesregierung und die deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben sich nach langen Diskussionen auf einen umfassenden Ausschluss...

DWN
Panorama
Panorama Forscher raten zu Lehren aus schweren Radunfällen auf Landstraßen
14.07.2024

Im Verkehr sind immer mehr Radfahrer unterwegs - und es gibt mehr Unfälle. Auch auf dem Land. Was tun?

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilie verkaufen: Mit diesen Marktanalysen und Tipps gelingt der Immobilienverkauf
14.07.2024

Im aktuellen Markt gibt es wohl kaum eine bessere Anlage als eine Immobilie in guter Lage. Der perfekte Zeitpunkt also, um zu verkaufen,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Agrarmeteorologe im DWN-Interview: Boden als wichtigster landwirtschaftlicher Produktionsfaktor bald noch wichtiger
13.07.2024

Agrarmeteorologe Andreas Brömser spricht über die Herausforderungen und Fortschritte in der Wettervorhersage für die Landwirtschaft. Im...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wachsende Ungleichheit - ist Indiens Boom am Ende?
13.07.2024

Ist Indien die neue Alternative zu China oder bloß ein Papiertiger? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Fakt ist: Der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Arbeitskosten in Deutschland deutlich angestiegen
13.07.2024

Hohe Tarifabschlüsse haben die Arbeitskosten in Deutschland stark ansteigen lassen. Im EU-Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern...