Chodorkowski will Jelzin-Tochter statt Putin an der Spitze Russlands

 

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13.09.2016 01:24
Der frühere russische Oligarch Michail Chodorkowski will Präsident Putin ablösen - und hat dafür neben anderen die Tochter von Boris Jelzin ins Gespräch gebracht. Jelzin war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verantwortlich für die hemmungslose Privatisierung, für die er die volle Unterstützung des Westens erhalten hatte.
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Michail Chodorkowski sucht nach einem Rivalen für Wladimir Putin bei der nächsten Präsidentenwahl in Russland. Mit dem Projekt "An Stelle von Putin" wolle er seinen Landsleuten bei der Suche nach Alternativen zum derzeitigen Staatschef helfen, sagte Chodorkowski am Montag bei einer Videokonferenz aus London, wo er im Exil lebt. Er selbst wolle sich nicht um das Präsidentenamt bewerben, betonte der Ex-Oligarch.

Putin selbst, der über Zustimmungswerte in der Bevölkerung von 80 Prozent verfügt, dürfte auch 2018 wieder antreten. Offiziell erklärt hat er es aber noch nicht.

Als mögliche Rivalen brachte Chodorkowskis Stiftung Offenes Russland den ehemaligen Finanzminister Alexej Kudrin, den bekannten Oppositionellen Alexej Nawalni und die Tochter des verstorbenen russischen Präsidenten Boris Jelzin, Tatjana Jumaschewa, ins Gespräch. Offenes Russland stellt auch 19 Kandidaten für die Parlamentswahl am Sonntag und fünf für die Wahl des Stadtrats von St. Petersburg, der Heimatstadt Putins.

Putins Erzfeind Chodorkowski, der ehemalige Mehrheitsaktionär des Yukos-Konzerns, war 2003 festgenommen worden (Video am Anfang des Artikels). Russlands damals reichster Mann wurde wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt und war fast zehn Jahre lang inhaftiert. Ende 2013, wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde er von Putin überraschend begnadigt. Nach seiner Freilassung gründete Chodorkowski seine Stiftung Offenes Russland - obwohl er sich verpflichtet hatte, innenpolitisch nicht mehr tätig werden zu wollen.

Jelzin war nach dem Zerfall der Sowjetunion verantwortlich für die hemmungslose Privatisierung der ehemaligen Staatsbetriebe, bei der ihn zahlreiche westliche Politiker tatkräftig unterstützten. Die Korruption erlebte damals ungeahnte Ausmaße, deren Folgen bis heute zu spüren sind, wie ein aktueller Vorfall zeigt:  Mehr als 120 Millionen Euro Bargeld sind in Russland in der Wohnung eines hochrangigen Anti-Korruptionsbeauftragten gefunden worden: Dmitri Sachartschenko sei unter dem Vorwurf der schweren Korruption und des Amtsmissbrauchs in Untersuchungshaft genommen worden, teilte der Kreml am Montag mit. Der Beschuldigte leitete die Abteilung zum Kampf gegen Wirtschaftskriminalität im Innenministerium.

Das Geld war von Ermittlern den Angaben zufolge bereits am Freitag im Auto Sachartschenkos und in einer Wohnung von Angehörigen gefunden worden. Es handelte sich um Geld verschiedener Währungen in einem Gesamtwert von mehr als 120 Millionen Euro. In den Medien waren Fotos mit hunderten Geldbündeln in Kartons und Plastiksäcken zu sehen.

Präsident Wladimir Putin wurde nach Angaben des Kreml-Sprecher über den Vorfall informiert. Putin kämpft seit geraumer Zeit mit der grassierenden Korruption, hat jedoch dabei darauf geachtet, dass Oligarchen, die ihm nahestehen, nicht zu hart angefasst werden. Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Oligarchen Vekselberg wegen zahlreicher Korruptionsvorwürfe ermittelt. 


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