Aktienkurse der europäischen Banken erholen sich

Lesezeit: 1 min
24.10.2016 23:21
Die Kurse der europäischen Banken haben sich am Montag erholt. Grund waren gute Nachrichten von der Deutschen Bank.
Aktienkurse der europäischen Banken erholen sich

Der europäische Branchenindex (Banken) stieg am Montag um 1,6 Prozent auf 152,60 Zähler und markierte damit den höchsten Stand seit Anfang Juni. Die Aktie der Deutschen Bank gewann 2,7 Prozent an Wert und erreichte den höchsten Stand seit sechs Wochen. Stark gefragt waren auch Credit Suisse und Societe Generale, die jeweils rund 2,5 Prozent zulegten.

Zuvor berichtete Bloomberg, dass die Deutsche Bank den Tabak-Riesen British American Tobacoo (BAT) bei der Übernahme des Tabakonzerns Reynolds beraten soll. Die Deutsche Bank hat British American Tobacco seit mehr als zehn Jahren beraten und hatte die US-Investmentbank JPMorgan im vergangenen Jahr als Broker von BAT abgelöst.

Zuletzt hatten die US-Institute den Europäern beim Investment Banking das Wasser abgegraben.

Gelöst sind die Probleme der europäischen Banken damit allerdings noch lange nicht. Vor allem Italien bereitet Sorgen:

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena will nach Informationen von Insidern die Details zum Sanierungsplan und ihre Quartalszahlen erst am Dienstag bekanntgeben. Die Veröffentlichung sei um einen Tag verschoben worden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montagabend. Zuvor hatte der Verwaltungsrat der ältesten Bank der Welt grünes Licht für den Rettungsplan gegeben. Die Anwesenden hätten einstimmig für das Vorhaben votiert, sagte ein Mitglied des Verwaltungsrats. Ein Aktionärstreffen soll Ende November stattfinden. Die Anteilseigner müssen die Kapitalmaßnahmen dann absegnen.

Früheren Angaben der Traditionsbank zufolge sieht der Plan eine Kapitalerhöhung über fünf Milliarden Euro und den Verkauf von faulen Krediten in Höhe von 28 Milliarden Euro vor. Ein Gewerkschaftsvertreter sagte, dass im Rahmen der Sanierung die zusätzliche Streichung von 1600 Stellen vorgesehen sei. Zugleich sollten aber auch 300 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Monte Paschi leidet wie andere italienische Geldhäuser auch unter einer Milliardenlast an ausfallgefährdeten Krediten. Insgesamt steht in Italien die Rückzahlung von Darlehen über 360 Milliarden Euro auf der Kippe.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Anatomie einer Jahrhundert-Blase, Teil 3: Eine Dunkelziffer namens Inflation – das gesamte Finanzsystem basiert auf morschem Zahlenwerk

Die Entwicklung der Teuerung stellt einen der Ankerpunkte des gesamten weltweiten Finanzsystems dar. Schaut man sich ihre Berechnung an...

DWN
Finanzen
Finanzen Hälfte der Deutschen erwartet Altersarmut, hat aber kein Geld zur Vorsorge

Einer aktuellen Studie zufolge sorgt sich etwa jeder Zweite vor Armut im Alter – kann aber aufgrund von Geldmangel nicht privat vorsorgen.

DWN
Deutschland
Deutschland Neue Industriestrategie: Staat fordert mehr Kontrolle bei Firmenverkäufen

Die erneuerte Industriestrategie zielt neben einigen Updates insbesondere auf eine verstärkte Kontrolle der Bundesregierung bei...

DWN
Politik
Politik Marsch in Richtung „FREXIT“? Frankreich kann sein üppiges Sozialsystem nicht mehr finanzieren

Frankreich kommt nicht zur Ruhe. Aus Protest gegen geplanten Reformen im Rentensystem haben die Gewerkschaften mehrere Generalstreiks...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Wirtschaftswissenschaft versteht den modernen Finanzkapitalismus nicht mehr

Seit der Krise von 2008 haben sich die Spielregeln im Finanzsystem und in der Weltwirtschaft grundlegend verändert. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Seen als Wärmequelle: Energieverbände fordern Masterplan für die Geothermie

Deutschland läuft Gefahr, die Klimaziele zu verfehlen. Jetzt taucht plötzlich wieder eine Form der Energiegewinnung in der Diskussion...

DWN
Politik
Politik Ein neuer Kalter Krieg? Auf den Weltmeeren wird kräftig aufgerüstet

Sowohl die Nato-Staaten als auch Russland und weitere Mächte haben in den vergangenen Jahren eine deutliche Aufrüstung ihrer maritimen...

DWN
Politik
Politik Deutsche bunkern Bargeld: Tresor-Hersteller erleben Hochkonjunktur

Die Deutschen bunkern ihr Bargeld vermehrt in Tresoren und Safes. Ein führender Tresorhersteller nennt die Angst der Bürger vor Niedrig-...

DWN
Finanzen
Finanzen Investoren setzen zunehmend auf Verbriefungen riskanter Autokredite

Im laufenden Jahr bahnt sich in den USA ein neuer Rekord bei der Ausgabe von Verbriefungen von Autokrediten an. Dass die Zahlungsverzüge...

DWN
Politik
Politik Das Schicksal der Welt in den Händen von 5 Staaten

Die UN dient faktisch als Instrument von fünf Staaten, die international ihre eigenen Interessen verfolgen. Im UN-Sicherheitsrat verfügen...

DWN
Finanzen
Finanzen Termingeschäfte eingeschränkt: Weltgrößter Pensionsfonds geht gegen Spekulanten vor

Mit einer Neuregelung zu seinem Aktienportfolio macht Japans staatlicher Pensionsfonds Leerverkäufern einen Strich durch die Rechnung....

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank: Staatliche Kryptowährungen könnten Bargeld bis zum Jahr 2030 ersetzen

Einem Bericht der Deutschen Bank zufolge könnten von Staaten herausgegebene Kryptowährungen das Fiat-Geld bis zum Jahr 2030 ersetzen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Lithium-Reserven in Bolivien: Morales' Sturz ist ein herber Rückschlag für China

Ende September sollen die Chinesen mit der inzwischen gestürzten bolivianischen Regierung eine vertiefte Zusammenarbeit im Lithium-Markt...

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Ausländer investieren zunehmend in Rubel-Anleihen

Der Anteil der ausländischen Anleger an den Rubel-Staatsanleihen hat die 30-Prozent-Marke überschritten.

celtra_fin_Interscroller