Volkswagen will weltweit bis zu 30.000 Stellen streichen

Volkswagen will VW weltweit bis zu 30.000 Stellen streichen - den Großteil davon in Deutschland.

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Volkswagen will beim Umbau seiner Hauptmarke VW einem Insider zufolge weltweit 30.000 Stellen streichen. Der zwischen Management und Betriebsrat ausgehandelte „Zukunftspakt“ sehe bis 2021 Kostensenkungen von 3,7 Milliarden Euro vor, wie ein mit dem Vorgang Vertrauter der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag sagte. In Deutschland sollten 23.000 Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig baue VW 9000 Stellen in der Elektromobilität auf. Das Paket sieht einem anderen Insider zufolge auch Zusagen dazu vor, an welchen Standorten Elektroautos gebaut werden.

Ein Sprecher des Unternehmens wollte die Zahlen nicht bestätigen. Der Plan soll am Morgen in Wolfsburg von Markenchef Herbert Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh vorgestellt werden. Auch Konzernchef Matthias Müller und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der das mit gut 20 Prozent an VW beteiligte Land im Aufsichtsrat vertritt, werden erwartet.

Unter Führung von Diess und Osterloh verhandelten seit Monaten rund 60 Beteiligte in Arbeitsgruppen über den Fitnessplan für Volkswagen. Mit einer Rendite von wenigen Prozent hinkt die Sparte schon lange der Konkurrenz hinterher. Ziel des „Zukunftspakts“ ist es, die Rendite zu steigern, um Milliarden-Investitionen in den Ausbau der Elektromobilität und andere Innovationen zu stemmen, während gleichzeitig die enormen Kosten des Dieselskandal belasten. Diess strebt Kreisen zufolge nun eine Rendite von vier Prozent bis 2021 an, das bisherige Ziel einer Marge von sechs Prozent solle dann Mitte des Jahrzehnts erreicht werden.

Vom vorangegangenen Sparprogramm stehen noch rund 2,5 Milliarden Euro an Kostensenkungen aus. Osterloh pochte darauf, dass neben den neuen Einsparungen auch verbindliche Zusagen zu Investitionen und Auslastung der Standorte gemacht werden. Weltweit beschäftigt die Hauptmarke an rund 30 Standorten mehr als 200.000 Mitarbeiter. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ über die Eckpunkte der Einigung berichtet. Die Zeitung berichtete, im Ausland fielen vor allem Jobs in Nordamerika und Brasilien weg.

Unter dem Druck des Dieselskandals will Volkswagen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts den Absatz von neuen Elektroautos rasch hochfahren. Diese Umstellung führt zu weniger Beschäftigung, da Verbrennungsmotoren mit viel mehr Personal gebaut werden als Elektromotoren. Die davon stark betroffenen deutschen Standorte erhielten Zusagen etwa für Elektromotoren- und Batterieproduktion.

Mit dem Abschluss des Zukunftspakts kann der Aufsichtsrat des VW-Konzerns am Freitag auch wie geplant die Budgetplanung der nächsten Jahre für alle Konzernmarken absegnen. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise berichtete, werde das Investitionsbudget für die kommenden fünf Jahre gekürzt. Die Ausgaben sollen gezielter für Zukunftsprojekte eingesetzt werden. Zuletzt waren jährlich rund 20 Milliarden Euro investiert worden.

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