Deutschland

Deutsche Bahn: Auf der Suche nach dem Tarifkompromiss

Lesezeit: 1 min
12.12.2016 15:43
Die Deutsche Bahn geht mit der Gewerkschaft EVG in neue Tarifverhandlungen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Deutsche Bahn: Auf der Suche nach dem Tarifkompromiss

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Deutsche Bahn und die Bahngewerkschaft EVG wollen ihre Dauerverhandlungen über einen neuen Tarifvertrag fortsetzen. In stundenlangen Gesprächen waren sich beide Seiten seit Donnerstag näher gekommen. So hatte die Bahn am Sonntag ein neues Angebot für den Tarifkompromiss vorgelegt. Dabei ging es um das Wahlmodell für rund 150.000 Beschäftigte, bei dem sich die Arbeitnehmer zwischen mehr Geld und mehr Freizeit entscheiden können. Der Durchbruch stand aber noch aus. Am frühen Montagmorgen wurde zunächst wieder eine Denkpause eingelegt.

„Wir sind gut vorangekommen“, sagte Bahn-Sprecherin Dagmar Kaiser. Beim Wahlmodell habe es eine „wichtige Annäherung gegeben“. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hatte sich die Bahn bereit erklärt, die Freizeit auch in Form von sechs Urlaubstagen zu gewähren. Darauf hatte die EVG bestanden. Umstritten war aber noch, wie dies in der Praxis umgesetzt wird. Die Bahn hatte für das Wahlmodell bereits zuvor ein Volumen akzeptiert, das 2,5 Prozent Einkommenserhöhung entspricht.

Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sah Fortschritte. „Nach allem, was wir bisher erreicht haben, ist die Zeit reif für einen Abschluss. In weiteren langwierigen Verhandlungen sehen wir keinen Sinn. Die Entscheidung muss jetzt fallen“, erklärte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Offene Fragen gebe es noch bei der geforderten Lohnerhöhung sowie der zu vereinbarenden Laufzeit. Die EVG hatte Warnstreiks angekündigt, wenn in dieser Runde kein Tarifabschluss zustande kommt.

In den Verhandlungen geht es auch um die künftige Höhe der Einkommen. Alles im allem haben die Forderungen der Gewerkschaft ein Volumen von umgerechnet 7,0 Prozent. Das Bahn-Angebot summiert sich auf 4,2 Prozent. Es bezieht sich auf eine Vertragslaufzeit von 27 Monaten bis Ende 2018. Die EVG strebt einen kürzeren Tarifvertrag an.

Parallel zur EVG verhandelt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit der Bahn über neue Tarife für die rund 35.000 Beschäftigten des Zugpersonals. Bahn und GDL treffen sich am 16. Dezember das nächste Mal.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland BGH schließt Gesetzeslücke für klagende Wohnungseigentümer

Zahlreiche Wohnungsbesitzer in Rechtsstreitigkeiten können aufatmen. Trotz einer Gesetzesreform können sie erstmal im Alleingang Prozesse...

DWN
Deutschland
Deutschland Einmalige Vermögensabgabe durch Super-Reiche könnte dem Bund 310 Milliarden Euro bescheren

Durch eine einmalige Vermögensabgabe durch Multimillionäre in Deutschland könnte der Bund 310 Milliarden Euro einnehmen, um die...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Der Kalte Krieg hat niemals aufgehört: Die USA setzen ihre Interventionspolitik unbeirrt fort

Trotz des Zusammenbruchs der Sowjetunion erließen die USA vor über 20 Jahren die Doktrin der "Überlegenheit auf allen Ebenen". Sie gilt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nanotechnologie: US-Unternehmen Techniplas soll Kerngeschäft von Nanogate übernehmen

Nachdem die Saarbrücker Nanotechnologiefirma Nanogate Insolvenz angemeldet hat, will das Unternehmen nun wesentliche Teile seines...

DWN
Politik
Politik Grünen-Chef Habeck fordert von Linkspartei Bekenntnis zur Nato

Der Grünen-Co-Chef Robert Habeck fordert von der Linkspartei ein bedingungsloses Bekenntnis zum Militärbündnis Nato.

DWN
Politik
Politik China entsendet 5.000 Soldaten in den Iran

China wird 5.000 Soldaten in den Iran entsenden, um seine dortigen Investitionen zu schützen. Die Truppen-Verlegung muss vor dem...