Gegen das Bargeld: Indien schränkt Gold-Handel ein

Die indische Regierung behindert den Handel mit Gold. Nach der Festnahme zweier Angestellter hat die Axis Bank Konten großer Goldhändlern eingefroren.

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Die indische Regierung hat offenbar damit begonnen, den Handel mit Gold einzuschränken. Wie Reuters berichtet, habe die Axis Bank – ein führendes Institut bei der Finanzierung und Abwicklung von Goldimporten – die Konten mehrerer Goldhändler eingefroren. Vorausgegangen war die Festnahme zweier Bankangestellter durch Beamte der indischen Finanzpolizei. Diesen wird vorgeworfen, bei der Abwicklung des Goldhandels die von der Regierung für illegal erklärten 500-Rupien- und 1000-Rupien-Scheine akzeptiert zu haben.

Vor dem Hintergrund der von der Regierung in Auftrag gegebenen Hausdurchsuchungen und Gold-Beschlagnahmungen durch Steuerbeamte wachsen die Sorgen, dass es zu breit angelegten Konfiszierungen und Importverboten für das Edelmetall kommen könnte.

„Wir haben Transaktionen auf einigen Konten für unbestimmte Zeit aufgehoben. Dies ist Teil einer größeren Übung, die sich auf Überweisungen nach Bekanntgabe des Bargeld-Verbotes bezieht“, schreiben Repräsentanten der Axis Bank in einer Reuters vorliegenden E-Mail. Die Bank teilte mit, dass die Konten der betroffenen Goldhändler nach einigen Tagen und einem „verstärkten Prüfungsprozess“ wieder freigegeben würden.

Ein Goldhändler aus dem südindischen Chennai berichtete, die Axis Bank habe das Konto ohne die Angabe von Gründen geschlossen. Rund ein halbes Dutzend andere Händler in Kalkutta, Mumbai, Ahmadabad und Neu Delhi sind offenbar ebenfalls von der Maßnahme betroffen. Der offizielle Handel mit Gold-Unzen ist in Indien derzeit fast zum Erliegen gekommen, weil Schmuckhändler fürchten, ins Visier der Behörden zu geraten.

Die Vorgänge auf dem indischen Goldmarkt sind bemerkenswert, weil Gold neben Bargeld zu jenen Wertanlagen zählt, welche es den Bürgern erlauben, ihre Ersparnisse vor dem Zugriff von Banken und staatlichen Einrichtungen zu schützen. Beispielsweise können mögliche Sonderabgaben auf Girokonten durch das Halten von Geldscheinen, Münzen und physischem Gold umgangen werden. Der indische Premierminister Narendra Modi hatte kürzlich angekündigt, Indien zu einer „bargeldlosen Gesellschaft“ machen zu wollen.

Indien importiert seit Jahren viel physisches Gold. Allein im November stiegen die Einfuhren auf etwa 100 Tonnen. Im gesamten Vorjahr waren es etwa 800 Tonnen. Die Unsicherheit hinsichtlich der jüngsten Entwicklungen schlägt sich mittlerweile in hohen Aufschlägen auf den indischen Goldpreis im Vergleich zum Weltmarktpreis nieder.

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