IWF fordert höhere Inflation in Deutschland

 

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27.01.2017 01:58
Der IWF erwartet instabile Verhältnisse in Europa und fordert eine höhere Inflation in Deutschland. Den Stabilitätspakt hält der IWF für obsolet.
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert in einem Bericht eine Inflation in Deutschland von über zwei Prozent. "Für eine anhaltende Erholung der Inflation in der Euro-Zone müssen manche Länder eine Inflation über dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank von 'unter, aber nahe zwei Prozent' haben", heißt es in einem Bericht des Fonds zur Euro-Zone, der Reuters am Donnerstag vorlag. Dies gelte für Länder, in denen die Produktionslücke größtenteils geschlossen sei, wie es in Deutschland der Fall sei.

Die Produktionslücke beschreibt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Ausstoß einer Volkswirtschaft und ihrem Potenzial. Die Inflation in der Euro-Zone lag zum Jahresende bei 1,1 Prozent. Die EZB strebt knapp zwei Prozent Teuerung als Idealwert für die Wirtschaft an. In Deutschland zogen die Verbraucherpreise im Schlussmonat 2016 auf 1,7 Prozent an. Die Bundesbank geht in ihrem jüngsten Monatsbericht davon aus, dass die Rate im Januar erstmals seit 2012 wieder über der Schwelle von zwei Prozent liegen wird.

Der IWF-Bericht wies zudem darauf hin, dass es wichtig für die Euro-Länder sei, sich für die Normalisierung der Geldpolitik in den USA zu wappnen. Die EZB sollte ihre Maßnahmen der niedrigen Zinsen und losen Geldpolitik zugleich beibehalten.

Damit wäre allerdings die deutschen Sparer doppelt getroffen: Sie verlieren Geld bei ihren Sparguthaben und der Altersvorsorge und haben gleichzeitig höhere Kosten. Ökonomen sehen deutliche Wertverluste für die Sparer kommen.

Der Fonds warnte davor, dass die Euro-Zone ohne eine stärkere Angleichung der wirtschaftlichen Bedingungen wahrscheinlich vor weiteren Situationen der Instabilität stehe. Eine höhere Binnennachfrage in Deutschland und den Niederlanden würden helfen, die dortigen übermäßigen Leistungsüberschüsse abzubauen. Den Stabilitäts- und Wachstumspakt der Euro-Zone kritisierte der IWF als "zu komplex".

Die Forderung des IWF reflektiert das Auseinanderdriften in Europa.

Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren hat es in Italien eine negative Inflationsrate gegeben. Die Verbraucherpreise fielen 2016 um 0,1 Prozent, wie die Statistikbehörde Istat am Montag bekanntgab und damit vorläufige Zahlen von Anfang Januar bestätigte. Zuletzt hatte das Land 1959 eine Deflation verzeichnet. 2015 hatte sich der Preisanstieg das dritte Jahr in Folge abgeschwächt, auf nur noch 0,1 Prozent.

Im vergangenen Jahr ergab sich zwar insgesamt ein Rückgang der Verbraucherpreise, allerdings zogen die Preise zum Jahresende an. Im November legten sie laut Istat um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, im Dezember um 0,5 Prozent. Für das neue Jahr erwartet die Statistikbehörde eine Inflationsrate von 1,0 Prozent.


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