Finanzen

Audi ruft hunderttausende Fahrzeuge in den USA zurück

Der Volkswagen-Konzern startet in den USA eine großangelegte Rückrufaktion. Offiziell geht es um eine Reihe technischer Probleme.
30.01.2017 09:27
Lesezeit: 1 min

Wegen einer Reihe von Mängeln muss Volkswagen knapp 600.000 Fahrzeuge in den USA zurückrufen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Betroffen seien vor allem Autos der Marke Audi, teilte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA am Samstag mit. Es gehe um Korrosionsprobleme, die ein richtiges Auslösen der Airbags bei einem Unfall verhindern könnten. Bei anderen Autos könnten die Wasserpumpen überhitzen oder Probleme mit den Gurtstraffern auftreten.

Nach Angaben der Behörde gab es im vergangenen Jahr mehrere Vorfälle in China und Israel. Tödliche Unfälle im Zusammenhang mit den Problemen seien bisher aber nicht gemeldet worden, teilte die NHTSA mit. Betroffene Besitzer in den USA könnten ihre Wagen kostenlos bei den Händlern reparieren und die betroffenen Teile austauschen lassen.

Gut 234.000 Audi A5 aus den Jahren 2011 bis 2017 werden zurückgerufen, weil sie womöglich von den Korrosionsproblemen an den Airbags betroffen sind. Bei knapp 343.000 Fahrzeugen der Modelle Audi A4, A5 und Q5 der Baujahre 2013 bis 2017 sowie A6 aus den Jahren 2012 bis 2016 gehe es um die Wasserpumpe, die durch Überhitzung einen Brand verursachen könne. Weitere 5900 Audi A4, A6, Q7 und Q5 der neuesten Produktion müssen wegen möglicher Probleme bei der Auslösung der Airbags oder bei den Gurtstraffern zurück in die Werkstätten. Auch der Golf und der Tiguan Baujahr 2017 sowie der Elektro-Golf von 2016 sind davon betroffen.

Die Erklärung ließ offen, ob die beanstandeten Airbags von dem japanischen Hersteller Takata stammen. Die Firma kämpft seit fast drei Jahren mit den Folgen eines Skandals um explodierende Airbags. Kunden von Takata mussten rund hundert Millionen Fahrzeuge zurückrufen, die meisten davon in den USA. Volkswagen ist insbesondere in den USA nach wie vor mit der Aufarbeitung seines Dieselskandals beschäftigt. Im September 2015 hatte der deutsche Autokonzern auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Dadurch wurden bei Tests deutlich niedrigere Werte an gesundheitsschädlichen Stickoxiden angezeigt. VW muss deswegen in den USA Entschädigung in zweistelliger Milliardenhöhe zahlen.

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