Gewinneinbruch bei der Commerzbank

Die Commerzbank meldet einen Gewinneinbruch für 2016. Auch im laufenden Jahr dürfte es unerfreuliche Belastungen geben.

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Der anstehende Konzernumbau und die Krise in der Schifffahrt überschatten das Geschäft der Commerzbank. Der Gewinn brach 2016 um drei Viertel auf 279 Millionen Euro ein, wie die zweitgrößte deutsche Bank am Donnerstag mitteilte. Hauptgrund für den Rückgang war eine Abschreibung von 627 Millionen Euro auf den Firmenwert ihrer schrumpfenden Investmentbank. Vorstandschef Martin Zielke sprach von einem soliden Ergebnis. „Allerdings können wir mit der Ergebnisqualität noch nicht zufrieden sein.“ Deshalb hatte die Commerzbank beschlossen, die Investmentbank und das Firmenkunden-Geschäft zusammenzufassen und bis zu 9.600 Arbeitsplätze zu streichen. „Dafür haben wir jetzt den nötigen Handlungsspielraum geschaffen“, sagte Zielke.

Die Commerzbank-Aktie legt im vorbörslichen Handel um 2,5 Prozent zu.

Die Commerzbank musste Ende 2008 nach der Übernahme der Dresdner Bank vom deutschen Steuerzahler mit Milliarden gerettet werden. Die deutschen Steuerzahler sind über den Bund nach wie vor mit 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt.

Im laufenden Jahr wird das Ergebnis allerdings zweifach belastet werden, meint Reuters. Dann schlägt der erste Teil der Kosten für den Umbau zu Buche, dessen genaue Modalitäten vom Frühjahr an mit den Betriebsräten ausgehandelt werden sollen. Zudem erwartet die Commerzbank steigende Ausfälle bei Schiffskrediten. Bis zu 600 Millionen Euro dürfte sie nach eigenen Schätzungen allein darauf abschreiben müssen – zusätzlich zu den Wertberichtigungen auf Privatkunden- und Unternehmerkredite. Schon im vergangenen Jahr hatte die Dauer-Krise in der Branche die Risikovorsorge um mehr als 200 Millionen auf 900 Millionen Euro anschwellen lassen. Die Dividende fällt 2016 wie angekündigt aus.

Dabei sitzt die Commerzbank dank des Abbaus von Bilanzrisiken (RWA) auf einem komfortableren Kapitalpolster. Die harte Kernkapitalquote stieg zum Jahresende auf 12,3 (Ende 2015: 12,0) Prozent, weil die Bilanzsumme auf 480 (533) Milliarden Euro schrumpfte. Trotz der Investitionen in die „Commerzbank 4.0“ soll die Quote auch in diesem Jahr bei mindestens zwölf Prozent gehalten werden. Die Verschuldungsquote verbesserte sich 2016 auf 4,8 von 4,5 Prozent. Die Commerzbank setzt verstärkt auf das Privatkunden-Geschäft, das deutlich weniger Kapital verschlingt als die Investmentbank und die Unternehmer-Sparte.

Die Privatkunden-Sparte hat in den vergangenen vier Jahren 1,1 Millionen Kunden gewonnen, allein 2016 kamen 321.000 dazu. Das operative Ergebnis der um Kleinunternehmer-Kunden und die polnische mBank erweiterten Sparte stieg im vergangenen Jahr aber nur dank Sondereffekten um drei Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die aus Mittelstands- und Investmentbank neu formierte Firmenkunden-Sparte büßte mit 1,3 Milliarden Euro fast ein Viertel ihres Gewinns ein. Vor allem das Investmentbanking sei durch die Schrumpfungs-Strategie in Mitleidenschaft gezogen worden, erklärte die Bank.