US-Konzern strebt nach Europa: Kraft Heinz will Unilever übernehmen

Kraft Heinz will sich den britisch-niederländischen Konsumgüter-Konzern Unilever einverleiben. Noch lehnt Unilever ab, eine Übernahmeschlacht ist möglich.

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Der amerikanische Ketchup-Hersteller Kraft Heinz strebt einen Zusammenschluss mit dem Lebensmittel- und Konsumgüterkonzern Unilever an. Der niederländisch-britische Konkurrent habe einen „umfassenden Vorschlag“ aber abgelehnt, teilte Kraft Heinz am Freitag mit. Der US-Konzern will sich dennoch darum bemühen, dass es noch zu einem Geschäft mit dem Hersteller von Langnese-Eis und Axe-Deo kommt. Ob aber ein weiterer Vorschlag oder ein formelles Übernahmeangebot gemacht werde, sei ungewiss.

Unilever hat die Übernahmeofferte auf 143 Milliarden Dollar beziffert und als zu niedrig zurückgewiesen. Mit dem Angebot werde der Wert von Unilever deutlich zu niedrig eingeschätzt, teilte der Anbieter von Marken wie Knorr, Rama und Coral am Freitag mit. Die Offerte wurde auch aus strategischen Gründen zurückgewiesen. Für weitere Gespräche gebe es keine Grundlage. Nach Angaben von Unilever entspricht die angebotene Summe einem Aufpreis von 18 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs der Aktie vom Donnerstag.

Sollte der Deal gelingen, wäre es der zweitgrößte Deal der M&A-Wirtschaftsgeschichte.

Die Unilever-Aktie schoss an der Londoner Börse um mehr als 14 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch von 3824 Pence. Investoren setzten auf eine Fusion zum Preis von 4000 Pence je Aktie, sagten Börsianer. Das Kraft-Heinz-Papier tendierte nach anfänglichen Verlusten im vorbörslichen US-Geschäft etwa vier Prozent fester.

Ziel des Zusammenschlusses sei es, einen führenden Konsumgüterkonzern zu schaffen, der langfristig wachsen könne, teilte Kraft Heinz weiter mit. „Wir freuen uns darauf, eine Einigung über die Bedingungen einer Transaktion zu erreichen“, gab der Philadelphia-Frischkäse-Hersteller sich optimistisch. Er will sich zu gegebener Zeit erneut äußern.

Der Konzern war 2015 aus einer Fusion der Nahrungsmittel-Giganten Kraft und H.J. Heinz entstanden. Einer seiner großen Investoren ist der Milliardär Warren Buffett und dessen Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway.

In Amerika haben in den vergangenen Jahren Investoren die Branche aggressiv umgepflügt. Nun könnten auch verstärkt europäische Konzerne ins Visier geraten. Der Investor Nelson Peltz etwa war maßgeblich an der Abspaltung der „Milka“-Firma Mondelez von Kraft Foods beteiligt. Auch bei Pepsi hatte sich Peltz eingekauft – scheiterte aber mit dem Versuch, den Getränke- und Snackriesen aufzuspalten.

Der Finanzinvestor 3G Capital übernahm zunächst den Ketchup-Hersteller Heinz und brachte dann die Fusion mit Kraft unter Dach und Fach. Es war nicht der erste Coup: 3G hatte zuvor bei der Fusion von Burger King und Tim Hortons und beim Bier-Zusammenschluss Anheuser-Busch Inbev seine Finger im Spiel

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