Politik

Russisches Schiff gesunken: Nato überwacht Schiffsbewegungen im Schwarzen Meer

Lesezeit: 2 min
27.04.2017 17:29
Rätselhaft: Das vor der Türkei gesunkene russische Schiff war mit modernster Radartechnologie ausgerüstet. (Dieser Artikel ist nur für Abonnenten zugänglich)
Russisches Schiff gesunken: Nato überwacht Schiffsbewegungen im Schwarzen Meer

Nach einem Zusammenstoß mit einem Viehtransportschiff ist ein Aufklärungsschiff der russischen Marine vor der türkischen Küste gesunken. Die BBC schreibt, die "Liman" sei ein Spionageschiff gewesen. Das TASS spricht von einem Forschungsschiff. Die Russen bestätigen indirekt, dass es sich um ein Spionageschiff gehandelt haben dürfte: Laut dem russischen Staatssender RT wurde die "Liman" in der Sowjetzeit in Polen gebaut und 1970 in Betrieb genommen. Es sei meistens unbewaffnet, sei aber mit einer Radarstation, einem hydroakustischen Detektor und anderer Aufklärungsausrüstung ausgestattet, die benötigt wird, um Oberflächenschiffe und U-Boote zu verfolgen.

Warum ein solcherart ausgestattetes Schiff mitten auf offener See mit einem anderen Schiff kollidiert, ist unklar.

Ein Sprecher der NATO sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: "Für Details über den heutigen Vorfall verweise ich auf die russischen und türkischen Behörden. Nach der illegalen Annexion der Krim hat Russland seine Streitkräfte auf der Krim deutlich erhöht. Die Verbündeten sind besorgt über die von Russland verkündeten Pläne, wonach das Land seine militärische Präsenz in der Region erweitern will, was weitere Auswirkungen auf die Stabilität der Region haben würde. Russland und drei NATO-Länder grenzen an das Schwarze Meer und die NATO-Flotten überwachen routinemäßig die russischen Seebewegungen im Schwarzen Meer."

Laut Reuters und  ahaber wurde der Name des unter der Flagge von Togo fahrenden Frachters mit "Youzarsif H" angegeben. In dem Gebiet soll wegen Nebels schlechte Sicht gewesen sein. Die AFP hatte zuvor gemeldet, dass Frachtschiff habe den Namen "Ashot-7" getragen.

Die türkische Küstenwache rettete unter Einsatz von 20 Schnellbooten das gesamte Personal des russischen Aufklärungsschiffs "Liman". Auf der Liman befanden sich 78 Personen. Das Schiff sank um 14.48 Uhr Ortzeit. Die Nachrichtenagentur Tass bestätigt, dass es sich bei dem Vieh-Tanker um das Schiff "Youzarsif H" handelte. Der Vorfall wurde offenbar durch die schlechte Sicht, die durch den dichten Nebel hervorgerufen wurde, ausgelöst, schreibt auch die Tass.

Der türkische Premier Binali Yildirim kontaktierte seinen russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew per Telefon und übermittelte seine "Trauer", berichtet Haberturk.

Der Guardian berichtet: "Die Schiffsagentur GAC meldete, dass die Liman und das andere Schiff, das von der Agentur als Youzarsif H identifiziert wurde, bei einer niedrigen Sichtbarkeit im Nebel kollidierten."

Nach einer Echtzeitkarte von Marinetraffic.com legte die Youzarsif H am rumänischen Hafen Medgidia ab, um in Richtung des Bosporus zu fahren. Das Schiff ist nach wie vor im Bereich nördlich des Bosporus zu sehen.

Der türkische Verkehrsminister sagte dem türkischen Sender NTV und ahaber, dass die "Youzarsif H" Schafe von Rumänien nach Jordanien transportierte. "Es gibt nur einen leichten Schaden auf dem Bogen des Frachtschiffs. Nichts, was das Schiff von der Weiterfahrt abhält", so Arslan.

 

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Innovation: Digitale bAV-Verwaltung schafft Raum für Neues

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Finanzen
Finanzen „Größter Crash der Geschichte“: Experten empfehlen Anlegern schnell zu handeln, um Vermögenswerte zu schützen

Finanzexperten empfehlen Klein- und Großanlegern, dass sie ihre Anlagestrategien überdenken, bevor es zu spät ist. Denn auf die Welt...

DWN
Technologie
Technologie Ab dem 1. November funktioniert WhatsApp nicht mehr auf insgesamt 45 Smartphones

Ab dem 1. November 2021 wird WhatsApp auf 45 Smartphones und iPhones nicht mehr funktionieren. Hier können Sie die vollständige Liste der...

DWN
Politik
Politik Gas-Streit zwischen Russland und Moldawien eskaliert

Der russische Energiekonzern Gazprom droht der Ex-Sowjetrepublik Moldau wegen nicht bezahlter Rechnungen mit einem Zudrehen des Gashahns.

DWN
Finanzen
Finanzen Wie globale Finanzkrisen entstehen – und wie man den drohenden Crash erkennt

Finanzkrisen treten immer wieder auf. Die Börsenkurse stürzen dann innerhalb kürzester Zeit ins Bodenlose. Doch was sind die Auslöser...

DWN
Panorama
Panorama Neue Studie: Wikinger ließen sich im Jahr 1021 in Nordamerika nieder

Einer neuen Studie zufolge ließen sich die Wikinger 1021 n. Chr. in Nordamerika nieder. Es ist seit langem bekannt, dass die Europäer vor...

DWN
Technologie
Technologie E-Auto-Brandgefahr: Was ist ein Thermal Runaway?

Die Brandgefahr bei E-Autos beschäftigt Fachleute und Automobil-Clubs. Was in diesem Zusammenhang ein „Thermal Runaway“ ist und wie...

DWN
Politik
Politik Corona-Knaller in Österreich: Lockdown nur für Ungeimpfte beschlossen – wenn Intensivbetten ausgelastet sind

Die österreichische Regierung hat beschlossen, dass nur Ungeimpfte in den Lockdown müssen, wenn die Intensivbetten in den Krankenhäusern...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rente mit 70 - sonst kollabiert unser System!

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert eine umfassende Analyse unseres Wirtschafts- und Sozialsystems nach Corona.