Finanzen

Ernährungsindustrie warnt: Iran-Krieg könnte Lebensmittelpreise erhöhen

Die Folgen des Iran-Kriegs sind für Verbraucher in Deutschland zu spüren - etwa beim Tanken. Ist mit weiteren Auswirkungen zu rechnen?
04.03.2026 14:01
Lesezeit: 1 min

Experten: Iran-Krieg könnte Lebensmittelpreise erhöhen

Der Krieg im Iran könnte nach Einschätzung von Experten die Preise für Verbraucher in Deutschland nicht nur an der Zapfsäule steigen lassen. «Natürlich könnte der Krieg Kosteneffekte bei Lebensmitteln nach sich ziehen. Die Beschaffungswege sind kosten- und energieintensiv», sagt Boris Hedde, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts IFH Köln. Schon nach Beginn des Kriegs in der Ukraine seien die gestiegenen Aufwendungen für Lieferung, Logistik und Energie bei den Verbrauchern angekommen, so Hedde. Viele Lebensmittel wurden damals deutlich teurer.

Auch Michael Grömling, Forscher am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), hält solche Folgen wieder für möglich: «Die aktuelle Nahostkrise dürfte die gesamte Rohstoffproblematik und damit die inländischen Produktionskosten weiter beeinträchtigen. Wann und wie stark dies auf die Lebensmittelpreise für Endverbraucher durchschlägt, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen.» Das hänge von der Dauer der Krise und den vielfältigen Störungen im internationalen Austausch ab.

Ernährungsindustrie warnt vor steigenden Kosten

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) erwartet durch die Kostensteigerungen bei Gas und Öl Auswirkungen auf die Produktion von Lebensmitteln und Getränken. Viele Produktionsprozesse wie Trocknen oder Backen seien auf Erdgas angewiesen. Steigende Ölpreise verteuern laut Verband Diesel- und Kraftstoffe und so insbesondere die Logistik. Gesperrte Transportwege, längere Routen und geringere Containerkapazitäten führten zu höheren Fracht- und Logistikkosten.

BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff fordert die Bundesregierung dazu auf, die Branche zu entlasten. «Wer den drohenden Kosten-Tsunami für die Lebensmittelbranche stoppen will, um den Verbraucher nicht zusätzlich zu belasten, muss jetzt konsequent handeln.»

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