US-Energiepolitik wird zum Problem für den Ölpreis

Die US-Energiepolitik wird zum Problem für den Ölpreis - und für Russland und Saudi-Arabien.

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Der Bohrturm einer Ölförderplattform, die nach dem Prinzip des Fracking arbeitet, in Tunkhannock, Pennsylvania, USA. (Foto: dpa)

Der Bohrturm einer Ölförderplattform, die nach dem Prinzip des Fracking arbeitet, in Tunkhannock, Pennsylvania, USA. (Foto: dpa)

Die Entwicklung der Öllagerbestände in den USA. (Grafik: U.S. Energy Information Administration)

Die Entwicklung der Öllagerbestände in den USA. (Grafik: U.S. Energy Information Administration)

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Die Preise für Rohöl sind am Donnerstag stark eingebrochen, bevor sie sich am Freitag wieder leicht erholen konnten. Trotzdem liegt die Notierung von Brent-Öl nun mit etwa 48,50 Dollar pro Barrel (159 Liter) deutlich unter der Marke von 50 Dollar, nachdem der Preis am Donnerstag noch auf bis zu 46,60 Dollar eingebrochen war. Rohöl der amerikanischen Marke WTI notiert bei rund 45 Dollar pro Barrel. Vor wenigen Tagen waren beide Sorten noch 2 bis 3 Dollar teurer.

Trotz der aktuellen Gegenbewegung ist der Brent-Preis seit Beginn der Woche um etwa neun Prozent und der US-Ölpreis um rund zehn Prozent eingebrochen. Experten begründen dies mit der jüngsten Entwicklung in den USA. Während die Opec-Länder ihre Produktion gedrosselt haben, wird sie in den USA immer weiter erhöht. Am Mittwoch hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass die landesweite Produktion in der vergangenen Woche um 0,30 Prozent auf 9,293 Millionen Barrel Rohöl pro Tag gestiegen war. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2015.

Während die Mitglieder des Öl-Förderkartells Opec und andere Ölstaaten wie Russland ihre Produktion in den vergangenen Monaten drosselten, um die Preise vor dem Hintergrund des seit Mitte 2014 anhaltenden Verfalls zu stützen, nutzten US-Ölfirmen den zwischenzeitlichen Ölpreis-Anstieg, um zusätzliche Bohrungen in den Boden zu treiben. US-Firmen steigerten ihren Ausstoß seit November um knapp sieben Prozent. Mit etwa 9,3 Millionen Barrel pro Tag liegt er aktuell auf dem höchsten Niveau seit fast zwei Jahren. Dies hat dazu geführt, dass das globale Überangebot wiederhergestellt wurde, welches einen wichtigen Grund für den Preisverfall darstellt.

Hintergrund ist die US-Strategie, auf dem Ölmarkt eine beherrschende Stellung erreichen zu wollen. 

Ein zweiter Grund für die niedrigen Preise stellen die weltweit immer noch beträchtlichen Lagervorräte dar, welche kaum abgebaut werden und deshalb eine umfassende Erholung blockieren. Insbesondere die Renaissance der amerikanischen Fracking-Anbieter hat dazu geführt, dass die Lagerbestände in den USA unverändert hoch sind oder sogar steigen. Ende April waren die US-Ölvorräte nach Daten des privaten Anbieters American Petroleum Institute (API) überraschend gestiegen. Auch die Benzin-Bestände legten deutlich zu, was Experten zufolge für diese Zeit des Jahres untypisch ist. „Sollten diese Daten vom Energieministerium bestätigt werden, würde das die Überangebotssorgen rechtfertigen, was ein Rückschlag für die Bemühungen um ein Gleichgewicht auf dem Ölmarkt wäre“, kommentierten die Experten vom Brokerhaus PVM damals. Derzeit betragen die Rohöl-Bestände allein in den USA etwa 528 Millionen Barrel.

„Die amerikanischen Rohöl-Lagerbestände erreichten einen Rekordumfang von 535 Millionen Barrel Ende März. Nachdem die Bestände im April mehrere Wochen lang sanken, keimte die Hoffnung auf, dass sich der Markt auf ein Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage zusteuert. Doch die neuesten Daten vom 3. Mai enttäuschten erneut – und für einige Händler war dies offenbar zu viel. Analysten gingen von Abflüssen in Höhe von 2,3 Millionen Barrel aus – es waren dann aber nur 900.000 Barrel“, kommentiert oilprice.com. Erschwerend kam hinzu, dass auch die amerikanischen Benzinvorräte stiegen.

Auffallend ist, dass das Opec-Abkommen bislang kaum zu einer Erholung der Notierungen beitragen konnte. „Bislang ist die Strategie der Opec zur Reduzierung der Lagerbestände nicht aufgegangen“, sagte Analyst Neil Beveridge vom Research-Haus Alliance Bernstein. „Es scheint offensichtlich, dass die Opec ihre Förderkürzungen über einen längeren Zeitraum als sechs Monate beibehalten muss, um überhaupt die Chance auf Erfolg zu haben.“ Saudi-Arabien zufolge sind sich die großen Exportländer einig darüber, die Ende November beschlossene Förderbremse zu verlängern. Aktuell bewegt sich der Ölpreis wieder auf dem Niveau vor der Vereinbarung.

 

 

 

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